Aktuelles

Ausflug zur Frida Kahlo-Ausstellung

Gemeinsam mit sechs Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren ging es nach Hamburg, wo wir in die überlebensgroßen, farbenfrohen Gemälde und Selbstbildnisse der Kunstikone Frida Kahlo eingetaucht sind. In der immersiven Ausstellung wurden einige Bilder riesengroß projiziert, durch andere Bilder konnten sich die Betrachter mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille bewegen. Die Jugendlichen, die über die Familien- und Erziehungshilfen und die Trauma-Ambulanz bei uns angesiedelt sind, haben mit großem Interesse die Gedanken- und Symbolwelt der Künstlerin erkundet und wurden dabei Zeug*innen eines Lebens voller Anmut, Schmerz und ungebrochenem Lebenswillen.

Dieser Ausflug wurde finanziert durch Spendengelder der Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ von „Appen musiziert“. Ein herzliches Dankeschön im Namen der Jugendlichen, die eine tolle Erfahrung machen durften!

Monobraue, Damenbart und bunter Haarschmuck – auch wir haben die berühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo so kennengelernt und unter anderem mittels einer Virtual Reality – Brille ihre fantastisch bunte Welt mit Blumen, Dschungel und Symbolen erkundet.

Die besondere Weise, mit der Frida Kahlo ihre Biographie in Bildern zeigte, diente den Jugendlichen als Inspiration, sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte sowie ihrem Selbstbild auseinanderzusetzen.  Um diese Auseinandersetzung zu vertiefen, haben wir im Wendepunkt eine künstlerische Arbeit zum Thema „Selbstportrait“ angeschlossen. In vier kurzen Zeiteinheiten wurde mit verschiedenen Techniken zum Portrait gearbeitet, und die Werke wurden am Ende zu einem Drehbild zusammengeführt.

Ziel war es hier, zunächst die Hürden und Hemmnisse vor der Selbstdarstellung und den Anspruch der Gestaltung eines „perfekten Bildes“ zu nehmen. So wurde den Jugendlichen ein authentisches und gelöstes Annähern an die bildliche Darstellung ihres Selbst möglich.

„Durch die spielerischen Übungen konnte ich meinen Anspruch an die Selbstdarstellung erstmal beiseitelegen und mich leichter einlassen. Es hat viel Spaß gemacht.“ – Rückmeldung einer Teilnehmerin.

#kunsttherapie #wendepunktev #appenmusiziert #keinegewalt

Unsere Arbeit in Brokstedt nach der Messerattacke – NDR und SAT.1 berichten

Zum Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Attentäter hat das „Schleswig-Holstein Magazin“ einen Blick auf die Versorgung der Betroffenen und die anhaltenden psychischen Belastungen geworfen und ein weiteres Mal mit Sascha Niemann, unserem Leiter des Traumazentrums, gesprochen. Hier der link zu dem Beitrag:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Messerattacke-von-Brokstedt-Mord-Prozess-beginnt-in-Itzehoe,shmag106450.html

Das Morgenmagazin von SAT.1 hat ebenfalls ein Interview mit Sascha Niemann geführt:

https://www.sat1regional.de/brokstedt-vor-prozess-wegen-toedlicher-messerattacke-in-regionalzug/

Unmittelbar nach der Tat standen Niemann und seine Kolleg*innen der Interdisziplinären Trauma-Ambulanz Westholstein für die Versorgung der (unmittelbar) Betroffenen bereit. Sie haben mit Jugendlichen, die an dem Tag mit im Zug saßen, Schüler*innen, die die Todesopfer kannten, Angehörigen sowie Lehrkräften, die Hilfe im Umgang mit Trauer und Schock in ihren Klassen suchten, gearbeitet und waren an einigen Schulen vor Ort. Zwischenzeitlich wurde sogar eine kostenlose Offene Sprechstunde in Brokstedt eingerichtet.

Einige Betroffene haben die Ereignisse noch längst nicht losgelassen. „Was viele berichten – auch welche, die nicht direkt beteiligt waren waren, ist, dass dieses allgemeine Sicherheitsgefühl massiv erschüttert ist. Gerade hier im Ländlichen ist die Frage: wie kann so etwas hier passieren? Da braucht es einfach ganz viel Zeit, um wieder Sicherheit herzustellen“, berichtet Niemann.

Der Prozessbeginn ruft die Ereignisse wieder frisch ins Gedächtnis und kann dazu führen, die Wunden aufzureißen. Er bietet aber auch Chancen. „Für Einige ist es wichtig, dem Täter auch wirklich in die Augen zu schauen und dieses erstmal nicht Verständliche irgendwie greifbar zu machen und ein Gesicht dazu zu bekommen“, berichtet Niemann. „Aber es gibt auch andere, die sagen, nein, ich möchte auf keinen Fall damit konfrontiert werden und ich möchte auch den Täter nicht sehen.“

Online-Befragung für queere junge Menschen

Sie sind im Alter von 16 bis 27 Jahren und identifizieren sich als queer?

Das Projekt „QueerPar“ führt dazu eine Online-Befragung durch – hier ein paar Infos dazu:

„Das Projekt QueerPar verfolgt das Ziel, das Beratungs- und Unterstützungsangebot im Be-
reich sexualisierte Gewalt für queere junge Menschen zu verbessern. Dazu gestalten wir On-
line-Beratungs- und Präventionsmedien für und mit queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Zu der Befragung kommen Sie über den QP-Code oder diesen Link: https://survey.academiccloud.de/index.php/492147?lang=de

Außerdem wird im Rahmen des Projekts eine Fortbildung für Fachkräfte entwickelt, um die Kompetenz von Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in der Beratung queerer junger Menschen zu fördern.
Um zu verstehen, was für queere junge Menschen in der Beratung wichtig ist und was gute
Informations- und Unterstützungsangebote sein können, führen wir in dem Teilprojekt der
Hochschule Hannover in einem ersten Schritt Gruppendiskussionen mit queeren jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren sowie eine Online-Befragung durch. Wir möchten mehr über die Perspektiven und Beratungserfahrungen von queeren jungen Menschen zu den Themen Sexualität, Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt erfahren. Die Gruppendiskussionen analysieren wir unter anderem im Rahmen von Workshops gemeinsam mit queeren jungen Menschen. Basierend auf den Ergebnissen entwickeln wir mit queeren jungen Menschen Online-Medien. Gemeinsam nehmen wir Podcasts auf und gestalten eine Website.“

Eine kurze Darstellung des Projekts ist unter diesem Link abrufbar:
https://www.dgfpi.de/index.php/QueerPar20222024.html

Hilfe & Kontakt: Jasmin Stehr (sie/ihr) · 0511 92967912 · jasmin.stehr@hs-hannover.de

Das Projekt QueerPar besteht aus zwei Teilprojekten und ist eine Kooperation zwischen der
Hochschule Hannover und der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei
Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V.

#DGfPI #queerpar

Sechs Kinder, viele Pferde und eine Schatzsuche – Reitaktion auf dem Gestüt Tannenhof

Wir haben mit sechs Kinder aus unseren Erziehungshilfen einen tollen Ausflug zum Reiterhof gemacht, der viele Eindrücke hinterlassen hat.

Nach der Ankunft auf dem Gestüt gab es im Reiterstübchen erstmal eine Einführung, bei der auch die Kinder ihr Wissen über Pferde mitteilen konnten. Erstaunlich, wieviel davon bereits vorhanden war und wie stolz sie darauf waren, dieses Wissen teilen zu können!

Anschließend ging es mit Stallbesitzerin Britta und ihren fünf Helferinnen, alle Reitschülerinnen des Hofes, zu den Weiden. Einmal aufgehalftert, wurden die Pferde in die Reithalle zum Putzen geführt. Der Respekt vor diesen großen Vierbeinern war den Kindern anzumerken. Selbst die lebhaftesten Kinder begleiteten diese langsam und mit Vorsicht. Jeder durfte „sein“ Pferd putzen. Die Augen der Kinder strahlten bei jeder Berührung des Pferdes, sie ließen sich von Ihnen beschnuppern und einige Male sah man, wie ein Kind sein Gesicht am Pferdebauch anlehnte und für einen Moment innehielt. Gerade für Kinder, die im sozial-emotionalen Bereich Auffälligkeiten zeigen, sind Tiere ein gutes Lernfeld, um Nähe zulassen zu können. Gut ausgebildete Therapiepferde zeigen kein aufdringliches Verhalten, sondern wahren die nötige Distanz, bleiben geduldig und nehmen jeden Menschen an, der es gut mit ihnen meint.

Nun wurde gesattelt, aufgetrenst und aufgesessen! Die Helferinnen immer nah dabei. Britta erzählte währenddessen von Eigenschaften der jeweiligen Pferde. Wir sahen glückliche Kinder, die sich den Bewegungen der Pferde anpassten und von ihnen tragen ließen und dabei großes Vertrauen entwickelten.

Die Kinder stellten nach einiger Zeit fest, dass Reiten schön, aber auch anstrengend ist und hungrig macht! Doch zuerst waren die Pferde dran, da mussten die eigenen Bedürfnisse hintenangestellt werden. Erst als die Pferde auf die Weide zurückgebracht waren, ging es ins Reiterstübchen zum gemeinsamen Schmaus, bei dem es viel zu erzählen gab und großartige Gespräche entstanden!

Wer nun glaubte, dass die Erschöpfung lange anhielt, hatte sich geirrt. Kaum erzählte Britta von der nun anstehenden Schatzsuche, waren alle wieder putzmunter!

Mit einer Schatzdose in der Hand, ging es raus auf den Hof. In der Dose lag ein Hinweis zum Fundort der nächsten Dose und ein Puzzleteil. Dabei wurde das Vorlesen vor einer Gruppe geübt. Der Wunsch, auch eine Dose in der Hand halten zu dürfen, war größer als die Sorge, nicht gut lesen zu können! Als alle Verstecke aufgespürt waren, wurde gemeinschaftlich das Puzzle zusammengelegt auf dem der Fundort des Schatzes zu sehen war. Wie gut die Kinder dieses Teamwork meisterten! Eine große Leistung für Kinder, die im Alltag Probleme im Zwischenmenschlichen aufweisen.

Den Abschluss bildete eine Treckerfahrt. Die Kinder tauten immer mehr auf, es wurde gesungen, gelacht und fröhlich herumgealbert. Es war ihnen nicht anzumerken, dass sich morgens noch alle fremd waren.

Zurück auf dem Hof, wollte jeder noch einmal in die Kabine des Treckers klettern und selbst am Steuer sitzen! Was für ein erhabenes Gefühl, aus dieser Höhe hinabblicken zu können! In Gedanken fuhr jeder eine Runde über den Hof.

Ein erlebnisreicher Tag für die Kinder!

Kunstprojekt mit DaZ-Schüler*innen

„Alles hat mir gefallen – ich war glücklich hier.“ Ein schöneres Feedback können wir von den Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, gar nicht bekommen! Das bestätigt unsere Arbeit und macht uns dankbar, dass wir sie machen dürfen.

Wir haben ein Kunstprojekt mit einer Gruppe aus DaZ-Schüler*innen (Deutsch als Zweitsprache) an der Caspar-Voght-Schule in Rellingen durchgeführt. In vier Doppelstunden haben wir mit den 10 Schüler*innen aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien gebastelt und gemalt. Unter Anleitung von Kunsttherapeutin Sophie Firle und Sozialpädagoge Vincenz Schüle vom Wendepunkt entstanden jeweils ein Talisman, ein Traumfänger, ein Dosenlicht und ein Bild vom Wohlfühlort auf Leinwand. Die Jugendlichen waren mit viel Engagement, Konzentration und Spaß dabei.

Die Gegenstände stehen für verschiedene Wege, mit traumatischen Erfahrungen umzugehen, sie einzuordnen und zuzulassen. Wichtig ist dabei, nach belastenden Erfahrungen wieder handlungsfähig zu werden. Gerade hier setzt die kunsttherapeutische Arbeit an. Die Jugendlichen werden dabei unterstützt, auf kreative Weise eine Auseinandersetzung mit sich und den eigenen Ressourcen zu führen. Sprachbarrieren können überwunden werden und die Kinder und Jugendlichen erfahren neue, zugängliche Formen, sich (kreativ) auszudrücken. Im gestalterischen Prozess erleben sie sich als handelnd und produktiv und machen dadurch ressourcenstärkende und stabilisierende Erfahrungen.

Anne Koschwitz, DaZ-Lehrerin der Schule, berichtet: „Die Art, wie die Kinder dahingebracht wurden, einer Angst zu begegnen und sie handhabbar zu sehen, ist das Entscheidende. Die Kinder konnten sich gut einfinden und gaben auch als Rückmeldung, dass sie sich geborgen gefühlt hätten.“

Das zeigten dann auch die Feedbackbögen: „Etwas mit den eigenen Händen zu tun ist das Beste, was von Problemen ablenken kann.“ „Ich möchte nochmal machen Traumfänger, das ist sehr schön.“ „Zusammen Reden hat Spaß gemacht. Und all die Aufgaben. “

„Das ganze Projekt hat mir wirklich gut gefallen, vor allem konnte man sich mit Lehrer und Lehrerin wohl und gut fühlen.“

#kunsttherapie #wendepunktev #trauma #traumaambulanz

Online-Fortbildungsreihe „Ein Schutzkonzept für unsere Schule!“

Schutzkonzepte sind in der pädagogischen Landschaft in aller Munde, und seit 2021 gibt es auch eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung an Schulen. Aber was bedeutet das eigentlich und wie geht das genau?

Wir wollen Sie dabei unterstützen, ein gutes und nachhaltiges Schutzkonzept zu entwickeln! Die achtteilige Webinar-Reihe richtet sich explizit an Grund- und weiterführende Schulen in Schleswig-Holstein. Zu der Schulungsreihe gehören zusätzlich drei Coaching-Termine.

Ein Schutzkonzept für unsere Schule! –

Step by step (ganz einfach) zum eigenen Konzept (Online-Modulreihe)

  1. September 2023 bis 04. Juni 2024

(11 Termine 2 bis 3 Std.; jeweils ab 14 Uhr) – 350€

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://bit.ly/3i7TqJR

Zielgruppe: Schulleitungen, Personen mit Leitungsfunktion, Präventionsbeauftragte, ggf. Schulsozialarbeit.

Wir unterstützen Sie dabei, ein Schutzkonzept für Ihre Einrichtung zu erstellen. Sie werden ausführliche Impulse und Praxis-Anleitungen kennenlernen, die Sie in Ihrer Einrichtung direkt anwenden können. Sie achtteilige Reihe führt in die Idee der Schutzkonzepte ein und verdeutlicht ihren Beitrag zum Schutz von Kindern, besonders vor sexueller Gewalt.

Die drei Coaching-Termine diesen dem Praxisaustausch, Erfahrungsberichten und best-practice-Beispielen.

Falls auch Ihre Schule gerade dabei ist, sich Gedanken über eine gute Umsetzung zu machen, dann könnte das Angebot vielleicht interessant sein.

Jetzt anmelden: https://bit.ly/3i7TqJR

#schutzkonzepte #schutzkonzepteinschulen #fortbildungschutzkonzepte #wendepunktev

Wir stellen ein!

Wir suchen ab sofort (vorerst befristet bis Ende 2026) für unseren Bereich Traumapädagogik in KiTa und Grundschulen (TIK-SH/Süd) SOZIALPÄDAGOG*INNEN oder PSYCHOLOG*INNEN

Sie sollten engagiert und flexibel sein und traumapädagogische Kompetenzen mitbringen.

Ihr Aufgabenspektrum:

  • Traumapädag. Beratung von Fachkräften aus Kita, Familienzentren, der Kindertagespflege, Grundschulen und Berufsfachschulen
  • Konzeption, Durchführung und Weiterentwicklung von Fortbildungen und Traumapädag. Supervisionen im Einzel- und Gruppenkontext

Ihr Profil:

  • Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik, Psychologie oder vergleichbar
  • Abgeschlossene oder fortgeschrittene Beratungsausbildung wünschenswert
  • Berufserfahrung im Bereich Beratung, frühkindlicher Bildung, Erwachsenenbildung und Traumapädagogik wünschenswert
  • Kooperations- und Reflexionsbereitschaft
  • Führerschein erforderlich, eigener PKW wünschenswert
  • Reisebereitschaft – Die Beratungen finden in den Kreisen HeLau, Stormarn, Steinburg und Pinneberg statt (nähere Informationen finden Sie unter unter www.tik-sh.de )
  • Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen

Wir bieten:

  • 25-39 Std./Woche
  • Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
  • Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
  • Ein freundliches und motiviertes Team
  • Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
  • Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
  • Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 31.05.23 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de. Fragen beantwortet gern Herr Jacobsen, Telefon 0 41 21 – 47 57 3 – 0

Nähere Informationen zum Projekt unter www.tik-sh.de. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

 

 

Fachtag „Beratung für männliche Betroffene“ war ein voller Erfolg

Unser Männerfachtag  hat großen Anklang gefunden. Fast 60 Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen – von Beratungsstellen, Verwaltung, Kita, Jugendhilfe, Psychiatrie und dem zuständigen Ministerium – haben teilgenommen.

Im Coworkhaus im Anscharcampus in Kiel ging es in Fachvorträgen um die Notwendigkeit männerspezifischer Beratung und den spezifischen Zugang zu männlichen Klienten im Beratungssetting.

Staatssekretärin Marjam Samadzade hat zur Begrüßung des Fachtages die Wichtigkeit der Arbeit gegen Gewalt in Paarbeziehungen betont und die Männerberatung in SH als einen wichtigen Baustein gelobt.

Der Buchautor und Männerberater Boris von Heesen hat über die Folgen von männlicher Gewalt und Verhaltensauffälligkeiten bei Männern gesprochen und deutlich gemacht, wieviel günstiger es ist, in die Prävention der psychischen Männergesundheit zu investieren, als die Folgen zu bezahlen. Wichtig ist dabei unter anderem, Geschlechtsstereotypien aufzubrechen und Männer zu motivieren, sich mit sich und ihrer Gesundheit zu beschäftigen.

Johannes Vennen, Psychologe aus Rendsburg, referierte darüber, wie man männlichen Klienten in der Beratung und Therapie begegnen sollte und sie `abholen` kann, um typische gesundheitsschädliche Prägungen zu bearbeiten und abzubauen.

Im Anschluss an die Vorträge wurden in drei Workshops verschiedene Schwerpunkte weiter vertieft.

Während der Veranstaltung haben wir die beiden im Auftrag der Männerberatung SH produzierten Kurzfilme präsentiert, in denen eindrücklich die beiden Themen Häusliche Gewalt und sexualisierte Gewalt in der Kindheit angerissen werden, um auf die Notwendigkeit von männerspezifischen Hilfsangeboten hinzuweisen. Die von der Firma „Capt`n Capture“ sensibel umgesetzten Filme kamen sehr gut an und haben beeindruckt. Zunächst gab es nach dem Zeigen der Filme eine nachdenkliche Stille, die zeigte, wie der jeweilige Film berührt und zum Nachdenken anregt. In den Pausen wurde dann ausführlich darüber diskutiert.

#maennerberatungsh #sexuellegewalt #gewaltgegenmaenner #maennerberatung #maennerfachtag

Diskussion um Herabsetzung der Strafmündigkeit

Angesichts der erschreckenden aktuellen Fälle von Jugendgewalt in Heide und Freudenberg wird aktuell über die Herabsetzung der Strafmündigkeit diskutiert – auch in der Landesregierung in Kiel.

Bernd Priebe, unser Fachbereichsleiter der ambulanten Rückfallprophylaxe, hat sich in einem Interview mit shz online klar dagegen ausgesprochen. „Kinder ins Gefängnis zu stecken oder auch nur vor Gericht zu ziehen, ist genau der falsche Weg. Die Forschung zeigt uns relativ klar, dass Strafen bei Jugendlichen eine kontraproduktive Wirkung haben. Oder anders gesagt: Wenn wir junge Menschen heranziehen wollen, die eine gefestigte kriminelle Karriere einschlagen, dann stecken wir sie am besten in den Knast.“

Der vollständige Artikel findet sich hier (hinter der Bezahlschranke): https://www.shz.de/lokales/elmshorn-barmstedt/artikel/strafmuendigkeit-herabsetzen-therapeut-aus-elmshorn-ist-dagegen-44602824

Bernd Priebe arbeitet in der Hamburger Beratungsstelle des Wendepunktes mit sexuell auffälligen Minderjährigen und jungen Erwachsenen – die Jüngsten sind zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Der studierte Theologe, Sexualpädagoge und Supervisor sagt, dass eine gerichtliche Verurteilung oder gar ein Gefängnisaufenthalt jungen Menschen, die noch mitten im Entwicklungsprozess stecken, noch viel mehr zusetze als Erwachsenen. Wenn Kinder eine Straftat begehen, führe das ja auch jetzt schon zu Konsequenzen, betont Priebe – das Jugendamt greife ein, die Kinder würden oft aus den Familien genommen, kämen in Therapien oder spezielle Einrichtungen. „Aber lediglich auf Strafe zu setzen, wie das im Gefängnis passiert – das führt nicht zu sinnvollen Ergebnissen. Es ist viel sinnvoller zu fragen, warum ein Kind Grenzen verletzt – und wie man am besten eingreifen kann, um dafür zu sorgen, dass es das nicht nochmal macht.“

Das Problem der Jugendkriminalität ist laut Priebe sehr komplex, und es müsste auf unterschiedlichen Wegen klar gegengesteuert werden. „Es gibt keine einfache Lösung, wie wir Gewalt aus der Welt schaffen können, sonst hätten wir es längst getan. Wenn wir das Problem in den Griff bekommen wollen, ist es u.a. wichtig, die Eltern zu unterstützen, für Chancengleichheit zu sorgen und auch beim Thema Kinderarmut anzusetzen.“

#wendepunktev #praeventionsexuellegewalt #jugendkriminalitaet #shz

Beitrag im NDR Fernsehen über den Wendepunkt

Die Gefahren durch das Internet und die sozialen Medien für Kinder und Jugendliche –

die Sendung DAS! des NDR hat sich gestern mit diesem Schwerpunkt beschäftigt.

Dabei wurde in einem Beitrag die Arbeit des Wendepunktes vorgestellt. Hier der link zur NDR Mediathek:

https://www.ardmediathek.de/video/das/wendepunkt-beratungsstelle-gegen-digitale-gewalt/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8xN2RjZmUwZS1iY2IwLTRiYWItODJjMS1mZTFkODE4M2RiNzA

In dem Beitrag berichtet Bianca Tietz, Leiterin des Fachbereichs Prävention, über die Arbeit in den Schulen zum Thema Umgang mit den Medien. In den Projekten geht es zum einen darum, die Kinder und Jugendlichen für die Gefahren und Risiken zu sensibilisieren. Zum anderen werden die Jugendlichen auch darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich durch das Teilen und Weiterleiten bestimmter Bilder und Videos auch strafbar machen können.

Mit den Folgen eines solchen Umgangs mit dem Internet beschäftigt sich unser Team der Ambulanten Rückfallprophylaxe. Hier wird unter anderem mit sexuell übergriffigen Minderjährigen und jungen Erwachsenen gearbeitet. Bernd Priebe, Leiter des Fachbereichs, betont in dem Beitrag, dass es bei seiner Arbeit darum geht, den jungen Menschen zu verdeutlichen, dass ihre Taten verurteilt werden, aber nicht sie als Menschen. Und dass ihnen die gemeinsame Arbeit dabei helfen kann, ihr Verhalten in der Zukunft zu verändern.

In der Sendung ist die Schulleiterin und Autorin Silke Müller zu Gast. Sie ist die erste Digitalbotschafterin Niedersachsen und warnt, dass viele Eltern keine Ahnung davon haben, was sich auf den Handys ihrer Kinder alles abspielt.

Hier der link zur kompletten Sendung:

https://www.ardmediathek.de/video/das/das-mit-schulleiterin-und-autorin-silke-mueller/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM0MTgxN19nYW56ZVNlbmR1bmc

#wendepunktev #das! #nichtweiterleiten #praeventionsexuellegewalt