Aktuelles

Reitausflug für Kinder und Jugendliche

In den Osterferien konnten wir einen besonderen Ausflug anbieten für Kinder, die in verschiedenen Bereichen des Wendepunktes – wie zum Beispiel den Erziehungshilfen – angesiedelt sind. Mit insgesamt zehn Kindern zwischen 5 und 12 Jahren besuchten wir das Gestüt Tannenhof und verbrachten dort gemeinsam einen Erlebnistag.

Dieser Ausflug wurde finanziert durch Spendengelder der Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen“ von Appen musiziert. Ein herzliches Dankeschön – vor allem natürlich im Namen der Kinder, die allesamt ganz viel Spaß hatten!

Bereits bei der Ankunft wurden die Kinder herzlich von der Leiterin des Gestüts und ihren Reiter-Helfer*innen empfangen – jedes Wendepunkt-Kind bekam einen Begleiter oder eine Begleiterin an die Seite gestellt, die regelmäßig auf dem Hof reiten. Auch ein eigenes Pony wurde jedem Kind für den Erlebnistag zugeteilt.

Dieses musste natürlich – nachdem die passende Ausrüstung samt Reiterhelm gefunden war – von der Koppel geholt und geputzt und gestriegelt werden. Nachdem in Partnerarbeit alles erledigt war, ging es in den Sattel und in Zweierreihen wurde ein Ausritt durchs Dorf gemacht: Die Helfer*innen vorneweg, um die Ponys zu führen, die Wendepunkt-Kinder hoch zu Ross. Nach dem Absteigen ist das Reiten aber noch nicht vorbei; die Ponys wurden wieder geputzt und gefüttert – jedes Kind übernahm hier Verantwortung für das ihm zugeteilte Pony – und schließlich zurück auf die Koppel gebracht. Dabei entstand eine kleine Heuschlacht, von der alle lachend zurückkamen.

Auch alle Reiter brauchten nun eine Stärkung und ein Mittagssnack wurde ebenfalls vom Gestüt Tannenhof vorbereitet. Die Schatzsuche zum Schluss des Erlebnistages endete mit einer 40-minütigen Fahrt mit dem Traktor – als die Kinder sich dem Hof wieder näherten, hörte man sie schon lange lachen, bevor sie zu sehen waren.

Der Wendepunkt e.V. bietet bereits seit einigen Jahren heilpädagogisches Reiten für hochbelastete und verhaltensbeeinträchtigte Kinder an – oft als unterstützende Maßnahme. Kinder haben aus einem grundlegenden menschlichen Bedürfnis heraus eine natürliche Zuneigung zu Tieren. Sie suchen den Kontakt mit dem Tier, wollen es lieben und geliebt werden. Sie finden zu ihnen oft einen leichteren Zugang als zu Menschen. Durch Tierhaltung und den Umgang mit Tieren kann die Persönlichkeit gefördert und die Kontaktaufnahme zu den Mitmenschen und zur Umgebung erleichtert werden. Pferde eignen sich besonders dazu. Sie lassen sich beobachten, pflegen, füttern, reiten, und sie haben ein feines Gespür für Stimmungen. Wir machen die Erfahrung, dass die Begegnungen mit den Tieren und die hilfreiche Auszeit vom belastenden Alltag der Familie die Kinder und Jugendlichen lockert und stärkt. Sie machen mit den Tieren eine positive Beziehungserfahrung.

Wenn wir sehen, dass einzelne Kinder von weiterführenden reittherapeutischen Maßnahmen profitieren würden, können wir bei den jeweiligen Jugendämtern weiterführende Maßnahmen beantragen.

Beate Raudies, SPD, besucht den Wendepunkt

Beate Raudies, Landtagsabgeordnete der SPD und Direktkandidatin aus dem Wahlkreis Elmshorn, hat den Wendepunkt besucht, um sich über unsere Arbeit und die neuesten Entwicklungen zu informieren.

Raudies berichtete, dass im Landtag gerade an einem Finanzpaket zur Unterstützung der Flüchtlinge aus der Ukraine gearbeitet wird – und dass es dabei auch um traumapädagogische Aspekte geht. „Es ist gut und wichtig, dass mittlerweile automatisch mit an dieses Thema gedacht wird – wie können wir die Geflüchteten nach hochbelastenden und traumatisierenden Erfahrungen unterstützen?“, betont die Landtagsabgeordnete. „Da sind wir hier im Landkreis Pinneberg mit der Trauma-Ambulanz zum Glück gut aufgestellt.“

Denn die Menschen, die vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflohen sind, brauchen nicht nur eine sichere Unterkunft und Perspektiven. Einige von ihnen benötigen auch Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten. Die Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein bietet dank ihres modernen und innovativen Ansatzes niedrigschwellige und schnelle Hilfen aus einer Hand. Wendepunkt und Regio Klinik bereiten sich auf einen höheren Bedarf vor und suchen nach Wegen, Geflüchtete über das Hilfsangebot zu informieren.

Beate Raudies kennt den Wendepunkt noch aus den Anfangsjahren in den 90ern und hat die Entwicklung über die Jahre verfolgt und begleitet. Sie wollte von Wendepunkt-Geschäftsführer Dirk Jacobsen wissen, wie sich die Corona-Pandemie auf die Arbeit der Beratungsstelle ausgewirkt hat. Im vergangenen Jahr gab es in fast allen Arbeitsbereichen des Wendepunktes eine höhere Nachfrage – Kinder, Jugendliche und Familien standen unter besonderen Belastungen, in den Schulen kam es vermehrt zu Konflikten und es haben sich viele Fachkräfte hilfesuchend an uns gewandt.

„Wir haben ein ereignisreiches Jahr hinter uns. Die Arbeit war nicht einfach, aber wir haben zum Glück niemanden abweisen müssen, der sich hilfesuchend an uns gewandt hat. Aber in diesem Zusammenhang ist der Fachkräftemangel ein großes Problem – wir bräuchten mehr qualifizierte Fachkräfte! Es müsste mehr Ausbildungsmöglichkeiten im sozialpädagogischen Bereich geben,“ sagt Dirk Jacobsen.

Wichtig ist auch die Unterstützung von Fachkräften bei ihrer Arbeit mit hochbelasteten Kindern – aus diesem Grund führt der Wendepunkt jedes Jahr zahlreiche Fort- und Weiterbildungen durch und bietet über verschiedene Programme und Projekte auch Fallberatungen und Supervision an. „Es geht darum, die Fachkräfte zu befähigen, zu erkennen, ob ein Kind Hilfe benötigt, sie zu sensibilisieren und ihnen Instrumente an die Hand zu geben, um die Kinder zu unterstützen“, erklärt Jacobsen. Auf Landesebene gibt es das Projekt „Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren“ (TiK), das sehr gut angenommen wird und über das in ganz Schleswig-Holstein Fortbildungen, Beratungen und Supervisionen angeboten werden. „Es wäre wünschenswert, dieses Projekt auch auf die Schulen auszuweiten, um die Lehrkräfte besser in ihrer Arbeit mit hochbelasteten Kindern und Jugendlichen unterstützen zu können“, so Jacobsen. Eine Idee, die Beate Raudies mit auf den Weg nehmen wollte.

Unser Tätigkeitsbericht für 2021

Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 1200 hilfesuchend an den Wendepunkt gewandt – in fast allen Bereichen haben uns mehr Hilfe- und Beratungsanfragen erreicht als im Vorjahr.

Einen besonderen Zuwachs gab es in unserem Arbeitsbereich Traumazentrum und Beratung. Wir führen das zum einen darauf zurück, dass durch Lockdown, Beschränkungen und Schließungen Fälle zeitverzögert bei uns gelandet sind und wir hier noch die Folgen des ersten Corona-Jahres sehen. Zum anderen haben uns die Erfahrungen aus 2020 klar vor Augen geführt, wie sehr diese Maßnahmen Kinder, Jugendliche und ganze Familiensysteme belasten, was zu einer Zunahme an Beratungsanfragen führt.

Die Zahlen von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind nach wie vor erschreckend hoch. Im vergangenen Jahr hat nach Angaben der Kriminalstatistik bundesweit die sexualisierte Gewalt an Kindern um 6,3 % zugenommen – das spiegelt sich auch in unserer Arbeit wider.

Glücklicherweise konnten wir durch die endlich gesicherte Finanzierung der Interdisziplinären Trauma Ambulanz Westholstein unsere Arbeit intensivieren und die Kooperation mit den Regio Kliniken ausbauen, worüber wir uns sehr freuen. „Wir sind dankbar, dass es uns gelungen ist, niemanden abweisen zu müssen, der sich hilfesuchend an uns gewandt hat. Und wir konnten in dringenden Fällen nach wie vor sehr schnell helfen und sind auch bei den anderen Fällen unter einer Wartezeit von vier Wochen geblieben. Das war angesichts der zahlreichen Auflagen und Erschwernisse eine große Herausforderung“, betont Sascha Niemann, Leiter des Fachbereichs Traumazentrum und Beratung.

2021 konnten wir darauf aufbauen, dass wir schon im ersten Corona-Jahr neue Kommunikations- und Kontaktwege gesucht und unser digitales Angebot ausgebaut haben. So waren wir die ganze Zeit ansprechbar für alle Hilfesuchenden, konnten mit unseren Klient*innen gut in Kontakt bleiben und haben Fachkräften vielseitige Hilfestellungen bieten können.

Trotzdem hat sich in dieser Zeit wieder einiges „aufgestaut“. Kinder und Jugendliche haben den Weg nicht zu uns gefunden, weil die Bindeglieder Schulsozialarbeiter*innen, Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte als Ansprechpartner wegfielen. Familien, die durch die Schließungen im Frühjahr besonders belastet waren, sind erst nach und nach beim Jugendamt gelandet, und es hat gedauert, bis sie die benötigte Unterstützung bekommen konnten.

Nach den Öffnungen haben wir dann eine hohe Zahl von Anfragen in allen unseren Fachbereichen beobachten müssen. Viele Schulen haben sich an uns gewandt, weil das Klima in den Klassen belastet war und es in Klassenverbänden verstärkt zu Konflikten und Mobbing gekommen ist, so dass es verstärkt zu anlassbezogenen Anfragen kam, bei denen wir mit einzelnen Klassen an den bestehenden Konflikten gearbeitet haben. Nach den Schulöffnungen konnten wir dann außerdem auch wieder unsere regelhafte Präventionsarbeit aufnehmen. Auch wenn während der Schulschließungen einige Projekte bedauerlicherweise ausfallen mussten, konnten wir mehr Maßnahmen als im Vorjahr durchführen und haben damit über 3000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Unser Fachbereich Erziehungs- und Familienhilfen hat zeitweilig mehr Anfragen vom Jugendamt bekommen, als bearbeitet werden konnten. Auch in unserem Fachbereich Ambulante Rückfallprophylaxe, der sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die sexuell übergriffig wurden, sind die Anfragen deutlich gestiegen, so dass es hier zu längeren Wartezeiten kam als erwünscht. In diesem Bereich haben wir viel mit dem Thema Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen und sog. kinderpornografischem Material zu tun – auch hier spiegelt sich der bundesweite Trend wider – hier kam es zu einer Verdopplung dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr.

In 2021 haben wir unsere Fachstelle Schutzkonzepte weiter ausgebaut. Sie wird über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert durch die Deutsche Fernsehlotterie. Wir unterstützen Einrichtungen dabei, individuell zugeschnittene Schutzkonzepte zu entwickeln und zu implementieren. Damit wird Kindern und Jugendlichen langfristig ein sicherer Ort zum Aufwachsen geboten und sie werden vor sexueller Gewalt und Grenzverletzungen geschützt.

Außerdem haben wir in unserem Wendepunkt Fortbildungszentrum über 200 Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte aus dem frühkindlichen Bildungsbereich, dem Bildungssektor, der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen durchgeführt – darunter auch wieder viele Online-Angebote und Webinare.

„Gerade in der Traumaarbeit ist ein gutes Netzwerk wichtig. Deshalb bieten wir viele Fortbildungen und Angebote für Fachkräfte zu diesen Themen an. Die Fachkräfte müssen erkennen, dass da ein Kind ist, das Hilfe benötigt. In diesem Bereich haben wir über die Jahre eine sehr gute Zusammenarbeit und viel gegenseitiges Vertrauen aufgebaut,“ berichtet Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes.

Foto von links: Sascha Niemann, Dirk Jacobsen

Tätigkeitsbericht 2021

 

 

 

 

Wir stellen ein!

Wir suchen zum nächstmöglichen Termin für unser Verwaltungsteam

(JUNIOR) PERSONALREFERENT (m/w/d)

Ihre Aufgaben:

  • Erste Anlaufstelle für alle Führungskräfte und Mitarbeitenden
  • Operative Personalarbeit von der Einstellung bis zum Austritt
  • Erstellung von Arbeitsverträgen, Zeugnissen/Zwischenzeugnissen, allgemeines Bescheinigungswesen
  • Pflege der Personalakten
  • Unterstützung bei der weiteren Digitalisierung des Personalbereichs
  • Betreuung der Praktikanten
  • Unterstützung bei Bewerbungsprozessen
  • Erstellung von Auswertungen und Statistiken
  • Aktive Mitwirkung bei der stetigen Verbesserung und Optimierung der HR-Prozesse
  • Allgemeine Verwaltungsaufgaben

Ihr Profil:

  • Abgeschlossenes Studium mit Schwerpunkt Personal oder kaufmännische Ausbildung mit entsprechender Weiterbildung
  • Erste Berufserfahrung im Personalwesen
  • Gutes Organisationsvermögen
  • Lösungsorientierte und selbständige Arbeitsweise
  • Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen
  • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, hohe Sozialkompetenz und Belastbarkeit

Wir bieten:

  • 20-25 Std. / Woche
  • Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
  • Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
  • Ein freundliches und motiviertes Team
  • Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
  • Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
  • Gute Anbindung an den HVV, fußläufig vom Bahnhof erreichbar
  • Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)
  • Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefit

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 30.04.22 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de

Fragen beantwortet gern Frau Manuela Kenderesi per Mail erreichbar unter kenderesi@wendepunkt-ev.de

Unser Newsletter mit vielen wichtigen Tipps und Infos

Unser aktueller Newsletter ist da – wir haben wichtige Infos und Tipps zum Thema „Mit Kindern über Krieg sprechen“ zusammengestellt und informieren über aktuelle Fortbildungsangebote für Fachkräfte, die mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Und unsere diesjährige Traumafachtagung steht unter dem Thema „Traumatisierung nach Krieg, Flucht und Naturkatastrophen“.

Wir berichten außerdem über erfreuliche Unterstützung, unsere Schutzkonzept-Arbeit und haben noch einen Literaturtipp für Sie.

Hier finden sich alle Ausgaben.

Keine Ausgabe verpassen – einfach in der rechten Spalte den Newsletter abonnieren!

 

Entspannungstipps für Kinder

Wir haben einen Buchtipp – unser Mitarbeiter Franz Schneider hat mit seinem Co-Autoren Matze Döbele ein Buch mit Entspannungstipps für Kinder geschrieben: „Die Weltraummission“

Tief einatmen … und los geht´s ins Weltall! Vom Kinderzimmer aus startet Astronautin Violetta zu ihren abenteuerlichen Weltraum-Missionen. Immer mit dabei: Die LeserInnen als Co-AstronautInnen. Auf fernen Planeten lassen sie funkelnde Drachen steigen oder liefern sich kunterbunte Wettrennen. Um auch in den spannendsten Momenten Ruhe zu bewahren, sind in Text und Bild spielerisch Entspannungsübungen aus Progressiver Muskelrelaxation und Autogenem Training verpackt. Die Reisen ins All können selbst gelesen, vorgelesen oder angehört werden. Sie sind besonders geeignet für Kinder mit Unruhe, Ärger, Ängsten, Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten und vermitteln ihnen Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeitserfahrungen. Hypnotisch anmutende Illustrationen lassen tief in die Geschichten eintauchen und verankern die Entspannungsmethoden nachhaltig für den Alltag.

Franz Schneider, Co-Leiter des Fachbereichs Traumazentrum und Beratung, hat gemeinsam mit seinem Co-Autoren Matze Döbele Entspannungstipps für Kinder von 5 bis 10 Jahren zusammengestellt. Die Übungen sind kindgerecht erklärt und es gibt ein Audio-Download der Geschichten.

Reinhardt Verlag 2022, 32 Seiten, Innenteil farbig. DIN A4 (978-3-497-03097-2)

Leseprobe hier.

Jetzt anmelden – Basiskompetenzen systemischer Beratung

Wir haben noch Plätze frei in unserem beliebten Seminar über Basiskompetenzen in der systemischen Arbeit!  In der Kinder- und Jugendhilfe, der ambulanten Familienbetreuung oder der Jugendarbeit treffen die Mitarbeiter*innen oft auf komplizierte und schwer zu durchschauende Familiensysteme. Ein möglicher erster Schritt, um eine zielgerichtete Arbeit zusammen mit den Klienten zu gewährleisten, kann eine grafische oder bildliche Darstellung der Familienkonstellation sein. Die Methoden erleichtern die Zusammenarbeit mit Kindern und Familien. Eine ziel- und lösungsorientierte Beratung führt schneller zu zufriedenstellenden Ergebnissen!

Am 8. und 9. Juni führt unsere Referentin Dipl.-Psychologin Elisabeth Hüttche in die Grundlagen und Methoden der systemischen Arbeit ein.

  1. Tag – Basiskompetenzen systemischer Beratung

In der Kinder- und Jugendhilfe, der ambulanten Familienbetreuung oder der Jugendarbeit treffen die Mitarbeiter*innen oft auf komplizierte und schwer zu durchschauende Familiensysteme. Ein möglicher erster Schritt, um eine zielgerichtete Arbeit zusammen mit den Klienten zu gewährleisten, kann eine grafische oder bildliche Darstellung der Familienkonstellation sein.

Aus welchen Personen besteht die Kernfamilie? Welche Koalitionen und welche Konflikte gibt es? Gibt es wiederkehrende Verhaltensmuster?

  1. Tag – Systemische Methoden im Einsatz

Wer kennt das nicht? Prozesse geraten ins Stocken, man kommt nicht so richtig voran? Irgendwie ist kognitiv klar, worum es geht, und trotzdem bleiben Schwierigkeiten. Eine neue Perspektive wäre hilfreich, aber wie kann das gelingen? An diesem Seminartag geht es um systemische Fragestellungen, Methoden und Kniffe, mit denen man Bewegung in die eigene Arbeit und damit in das gesamte System bringen kann.

ZIELE DIESER FORTBILDUNG

  • Grundlagenvermittlung der systemischen Beratungsarbeit mit dem Ziel, die eigene Beratungskompetenz weiterzuentwickeln.
  • Erlernen und Üben systemischer Basismethoden
  • Methodisch steht die Arbeit mit dem Ressourcen-Genogramm im Vordergrund, flankierend ergänzt durch die systemische Frage-Technik.

TERMINE

  1. und 09. Juni 2022 jeweils von 09.00 – 16.00 Uhr

ZIELGRUPPEN

Alle pädagogischen Fachkräfte mit beratenden Tätigkeiten

KOSTEN

179€ pro TN, inkl. Getränke, Obst & Kekse sowie Materialien

REFERENTIN

Elisabeth Hüttche

ANMELDUNG

Bis zum 25. Mai 2022 ausschließlich online (max. 16 Teilnehmer*innen) unter

Basiskompetenzen systemischer Beratung in der sozialen Arbeit

Wir stellen ein!

Wir suchen zum nächstmöglichen Termin für unseren Fachbereich ambulante Familien- und Erziehungshilfen

SOZIALPÄDAGOG*INNEN(Dipl./BA/MA),

GERNE AUCH BERUFSANFÄNGER*INNEN,

ERZIEHER*INNEN MIT ZUSATZQUALIFIKATIONEN

In dem Team der Familien- und Erziehungshilfen werden alle Hilfen gem. §§ 27/41 i.V.m. §30, 31, 35 und 35a SGB VIII durchgeführt. Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien bei der Bewältigung ihres Alltages, stabilisieren sie in ihrer persönlichen und sozialen Lebenssituation  und entwickeln gemeinsam Perspektiven zur Verbesserung. Die Ressourcen ihres sozialen Umfelds und des Sozialraums werden in die Hilfe miteinbezogen.

Ihr Profil:

  • Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik oder vergleichbarer Abschluss
  • Abgeschlossene Ausbildung zum/r Erzieher*in, wünschenswert eine vorhandene traumatherapeutische oder beraterische Zusatzqualifikation
  • Bereitschaft zum selbstständigen und flexiblen Arbeiten mit der Zielgruppe
  • Sicherheit im Auftreten
  • Kooperations- und Reflexionsbereitschaft
  • Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen
  • Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen
  • Führerschein erforderlich

Wir bieten:

  • 30 – 39 Std. / Woche
  • Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
  • Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
  • Ein freundliches und motiviertes Team
  • Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
  • Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
  • Gute Anbindung an den HVV, fußläufig vom Bahnhof erreichbar
  • Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)
  • Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefit

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 30.04.22 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de

Fragen beantwortet gern Frau Schöffel-Raecke per Mail erreichbar unter schoeffel@wendepunkt-ev.de

Elmshorn verbessert Schutz von Kindern und Jugendlichen

Wendepunkt unterstützt bei der Entwicklung von individuellen Schutzkonzepten für Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendhilfe

Als erste Einrichtung im Rahmen einer Schutzkonzeptinitiative der Stadtjugendpflegerin Anja Jansen hat der Verein „Die Frischlinge e. V. / Die Burg Elmshorn“ ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet, mit dem gewalttätige, sexuelle und psychische
Übergriffe verhindert werden sollen.

Unterstützt wurde er dabei neben der Stadtjugendpflege durch den Wendepunkt, der den zweijährigen Prozess begleitet hat. Die Arbeit der Fachstelle Schutzkonzepte des Wendepunktes wird dabei finanziert durch Fördergelder der Deutschen Fernsehlotterie.

Insgesamt drei Einrichtungen nehmen an der Schutzkonzeptinitiative teil. Bis zum Jahresende sollen auch die Konzepte des AWO Stromhauses und des städtischen Teams Kinder- und Jugendarbeit mit dem Kinder- und Jugendhaus Krückaupark, der Freizeitkiste, der Mobilen Spielplatzbetreuung und dem Jugendtreff Steini fertig sein.

„Am Anfang steht eine sogenannte Risiko- und Potentialanalysen in den einzelnen Einrichtungen. Anschließend werden Maßnahmen zur Prävention und Intervention wie zum Beispiel ein Beschwerdemanagement und ein Verhaltenscodex entwickelt“, erklärt Dennis Blauert vom Wendepunkt. „Ganz wesentlich ist dabei eine funktionierende Gesprächskultur – ebenso wie ein Beteiligungskonzept für die Kinder und Jugendlichen. Ein Schutzkonzept hilft dabei, mögliche kritische Situationen zu vermeiden und klare Verhaltensrichtlinien bei Verdachtsfällen aufzustellen.“

Anja Jansen freut sich, dass alle Einrichtungen von Anfang an mit großem Interesse dabei waren. „Das ist keineswegs selbstverständlich“, findet sie. „Denn ein Schutzkonzept zu erarbeiten, bedeutet, die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen und dann auch Änderungen anzunehmen. Und das alles neben der eigentlichen Kinder- und Jugendarbeit und während der Corona-Pandemie.“

Den Frischlingen sei dies sehr gut gelungen, bescheinigt Jansen dem Team um Heike Bange, Daniela Labuhn, Carmen Schwarzin, Justin Hands und einer Bundesfreiwilligendienstleistenden. „Bei uns waren alle an der Erarbeitung beteiligt“, betont Bange, die das Konzept am Ende gemeinsam mit der damaligen Studentin Jana Bestmann niedergeschrieben hat. Das sei einer der Schlüssel zum Erfolg.

In einem ersten Schritt hatte das Team gemeinsam mit Anja Jansen und Dennis Blauert vom Wendepunkt die Risiko- und Schutzfaktoren analysiert: Wo würden sich Gelegenheiten für Übergriffe ergeben und welche Umstände verhindern dies? In einem zweiten Schritt wurden Bausteine zusammengetragen, die den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Übergriffen, aber auch der Mitarbeitenden vor falschen Anschuldigungen sicherstellen. Zum Beispiel ein Verhaltenskodex für die Mitarbeitenden, Instrumente zur Beteiligung und Information der Kinder und Eltern, ein
Ablaufplan für Verdachtsfälle oder schlicht die Anpassung räumlicher und personeller Gegebenheiten.

„Das Schutzkonzept ist für Eltern und Mitarbeitende ein Aushängeschild über die Güte der geleisteten Arbeit, damit die Eltern wissen: Hier kann ich mein Kind unbesorgt in die Betreuung geben“, sagt Erster Stadtrat Dirk Moritz.

Tony Rahn, Vereinsvorsitzender der Frischlinge, zeigt sich mit dem 18-seitigen Ergebnis sehr zufrieden: „Ich möchte einfach mal Danke sagen an alle, die den Prozess begleitet haben“, unterstreicht er. „So etwas funktioniert nur dank der guten Vernetzung innerhalb des Stadtteils, mit der Stadt und mit dem Kreis – hier haben viele Einrichtungen zusammengearbeitet und jeweils ihre Stärken eingebracht.“ Künftig soll das Schutzkonzept regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Ursprünglich entstanden sei die Schutzkonzept-Idee 2010 als Folge der Missbrauchsskandale an der Odenwaldschule und in kirchlichen Einrichtungen, erläutert Dennis Blauert. „Wir erstellen schon seit vielen Jahren Schutzkonzepte, aber noch nirgends mit dieser Intensität wie jetzt bei den Elmshorner Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendhilfe“, sagt er. „Das ist für uns ein Leuchtturmprojekt. Die Kooperation unter den beteiligten Trägern, die Vernetzung zwischen Einrichtungen, Stadt und Schulsozialarbeit waren beispielhaft und haben eine tolle Zusammenarbeit ermöglicht.“

Bildunterschrift:
Gemeinsam stellen Daniela Labuhn (v. l.), Carmen Schwarzin, Heike Bange, Tony
Rahn, Dirk Moritz, Dennis Blauert und Anja Jansen das Schutzkonzept für die
Frischlinge vor. Foto: Torben Hinz, Stadt Elmshorn

 

Wie mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen umgehen?

Birte Glißmann, aus dem Wahlkreis 21-Elmshorn, Landesvorsitzende der Jungen Union Schleswig-Holstein und stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU im Kreis Pinneberg, hat den Wendepunkt besucht, um sich über unsere Arbeit zu informieren.

Gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der geflüchteten Menschen wollte Frau Glißmann wissen, wie sich Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen aufstellen können, um Traumata frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten oder vermitteln zu können. Wendepunkt-Geschäftsführer Dirk Jacobsen informierte darüber, dass  der Wendepunkt verschiedene traumapädagogische Angebote für Fachkräfte hat, um sie in ihrer Arbeit mit hochbelasteten Kindern zu unterstützen – nicht nur aber auch im Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen.

Im Rahmen des landesweiten TiK-SH-Programms (Traumapädagogik in Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und Familienzentren) werden neben verschiedenen Fortbildungen zu traumapädagogischen Themen auch Beratungen und Supervisionen angeboten.

Informationen dazu auf unserer Webseite und tik@wendepunkt-ev.de

Das Programm TIPP KID Schule richtet sich an Schulsozialpädagog*innen sowie Lehrkräfte und Beratungs- und Präventionslehrkräfte. Es verfolgt das Ziel, Fachkräfte im Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern zu unterstützen und Kompetenzen im Hinblick auf Traumapädagogik zu erweitern. In diesem Rahmen sind neben Fortbildungen auch anliegenorientierte Fachberatungen möglich.

Informationen dazu: info@wendepunkt-fortbildung.de

„Die Schulen bräuchten mehr Ressourcen und schlicht mehr Personal, damit die Kapazitäten vorhanden wären, auf hochbelastete Kinder und Jugendliche einzugehen“, betont Dirk Jacobsen. „Traumapädagogische Themen sollten stärker in den Schulen etabliert werden.“

Birte Glißmann wünscht sich diesbezüglich eine bessere Vernetzung von Schulbegleitung, Schulpsycholog*innen und Sozialpädagog*innen.

Wenn Kinder und Jugendliche nach traumatisierenden Ereignissen und Erlebnissen Hilfe und Unterstützung benötigen, steht ihnen das niedrigschwellige Angebot der Interdisziplinären Trauma-Ambulanz Westholstein zu Verfügung. Der Wendepunkt bietet in Zusammenarbeit mit den Regio Kliniken schnelle und passgenaue Hilfen an.