Aktuelles

„Komm, ich zeig Dir, was mich stärkt!“ – Filmpremiere und kostenlose Online-Veranstaltung

Kraftquellen von Kindern und Jugendlichen entdecken – kostenfreie Online-Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche Elmshorn!

Am Dienstag, den 28. September 2021 von 18:00 bis 20:00 Uhr via Zoom.

Das vergangene Corona-Schuljahr hat ganz besondere Anforderungen an die Schüler und Schülerinnen gestellt. Home-Schooling, fehlende soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, kaum Freizeitangebote. Die Jugendlichen der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule standen dabei noch vor einer zusätzlichen Herausforderung: sie müssen in ihrer neuen Heimat ankommen, Erlebtes verarbeiten und neue Freundschaften knüpfen.

Wir haben mit den Jugendlichen darüber gesprochen, welche Kraftquellen ihnen in dieser schwierigen Zeit geholfen haben – was gibt ihnen Freude, was stärkt sie?

Die 14 Jugendlichen konnten sich Requisiten und Kostüme aussuchen und ihr eigenes Kurzporträt erstellen. Daraus entstanden ist der Film „Komm, ich zeig dir, was mich stärkt

In unserer Online-Veranstaltung werden wir uns über die Erfahrungen und Erlebnisse der Aktion unterhalten, den Film präsentieren und darüber austauschen. Im Anschluss wollen wir alle Teilnehmer*innen anregen, auch auf die Suche nach eigenen Kraftquellen zu gehen.

Die Teilnahme ist kostenlos – Anmeldung bis zum 26.9. hier.

Prof. Dr. Harald Karutz präsentiert auf der Trauma-Fachtagung die Ergebnisse seines Forschungsprojekts

Diplom-Pädagoge Prof. Dr. Harald Karutz von der MSH Medical School Hamburg wird auf unserer 8. Interdisziplinären Trauma-Fachtagung die Ergebnisse seines Forschungsprojekts zur psychosozialen Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen vorstellen.

„Wir wissen, dass nach Unglücken, Krisen und Katastrophen nicht nur die Kinder und Jugendlichen Unterstützungsangebote benötigen, sondern auch ihre Familien und das weitere soziale Umfeld, zum Beispiel Kindertagesstätten, Schulen und Jugendgruppen in Vereinen. Zu diesem Thema haben wir drei Jahre lang intensiv geforscht – und ich hoffe von Herzen, dass unsere Projektergebnisse jetzt berücksichtigt werden.“ – Prof. Dr. Karutz

Von 2016 bis 2020 hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) das Forschungsprojekt finanziert, in dem die Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen in komplexen Gefahren- und Schadenslagen untersucht werden sollte. Konkret ging es darum, Schwachstellen und Defizite der bisherigen Versorgungssituation zu analysieren und konkrete Optimierungsvorschläge für Einsatzorganisationen, Kommunen, Bundesländer und den Bund zu erarbeiten.

„Sowohl von der Corona-Krise als auch von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind Kinder und Jugendliche derzeit ganz besonders betroffen. Das sind zwei Beispiele dafür, wie unglaublich wichtig eine altersspezifisch differenzierte Psychosoziale Notfallversorgung ist. Dazu gehört die Hilfeleistung in Akutsituationen, aber auch die mittel- und langfristige Begleitung bis hin zu einer Traumatherapie.“

Wir freuen uns sehr, dass wir Prof. Dr. Karutz dafür gewinnen konnten, seine Forschungsergebnisse im Rahmen der Trauma-Fachtagung vorzustellen! Die Interdisziplinäre Traumafachtagung wird in diesem Jahr als Hybrid-Veranstaltung umgesetzt. Am 17. und 18.11. finden zahlreiche Vorträge und Workshops zum Thema „Auswirkungen von frühen traumatischen Erfahrungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den Lebensweg von Erwachsenen“ mit renommierten Experten statt. Die Präsenzveranstaltung wird gleichzeitig auf eine digitale Eventlocation transferiert, die zusätzliche Möglichkeiten zur Information und zum Austausch bietet.

Seien auch Sie dabei! Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.wendepunkt-fortbildung.de/trauma-fachtagung

Betroffene Kinder in den Hochwassergebieten unterstützen – Unsere kostenlose Online-Fortbildung hat viele Fachkräfte in der Region erreicht!

Am Mittwochabend hat unsere Referentin Elisabeth Hüttche eine kostenlose Online-Kurz-Fortbildung zum Thema „Kinder im Hochwassergebiet zurück in KiTa und Schule – Informationen für Fachkräfte für den Umgang mit den Flutopfern“ durchgeführt – mit insgesamt 140 Teilnehmenden!

Als die Idee zu diesem Angebot geboren wurde, haben wir uns gefragt, wie wir die Fachkräfte vor Ort über dieses Angebot aus dem „hohen Norden“ informieren können. Würde es uns gelingen, das Angebot über die richtigen Kanäle zu verbreiten? Offensichtlich ja! Unser facebook-Beitrag wurde fleißig geteilt und weitergeleitet, Organisationen und Fachverbände haben unsere Einladung über ihre Verteiler verbreitet, wir sind in WhatsApp-Gruppen gelandet und wurden über Mundpropaganda weiterempfohlen. Das freut uns sehr – vielen Dank an alle, die dabei geholfen haben, das Angebot in die betroffenen Regionen zu bringen! Wir danken u.a. dem DGVT und dem Wellenbrecher e.V.

Es waren Fachkräfte aus Linz am Rhein/Ahrweiler, aus Bad Neunahe-Ahrweiler, aus der Eifel und sogar aus Ostbelgien dabei. Darüber hinaus war der Vortrag auch an Fachkräfte aus anderen Regionen gerichtet, die sich von dem aktuellen Anlass losgelöst über den Umgang mit Kindern nach Krisensituationen informieren wollten. Fachkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet haben dieses Angebot wahrgenommen.

In der Fortbildung ging es darum, wie Kinder solche Krisen erleben, wie sie sich verhalten und wie man sie im Alltag unterstützen kann. Die Spuren der Hochwasserkatastrophe sind noch lange nicht beseitigt – und die psychischen Folgen für die Betroffenen sind nicht zu unterschätzen. Ziel der Veranstaltung war deshalb, kurz und kompakt einige wichtige Informationen zu vermitteln, die Fachkräfte für ihre Arbeit mit den Kindern nutzen und auch an Eltern weitergeben können.

Wir hoffen, wir konnten ein wenig unterstützen, und freuen uns sehr, dass die Resonanz unter den Teilnehmenden sehr positiv war!

Dipl. Psychologin Elisabeth Hüttche bietet ein weiteres kostenloses Angebot zu einem traumapädagogischen Thema an:

´Was ist bloß mit Papa los??´ – Kinder psychisch kranker Eltern – am 07.09.21 von 18:00 – 20:00 Uhr

Dieser Vortrag wird live im Internet übertragen – wenn Sie dabei sein wollen, melden Sie sich bis zum 6.9. über folgenden link an: https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/was-ist-bloss-mit-papa-los-kinder-psychisch-kranker-eltern-im-wfz

 

Großzügige Spende für unser Traumazentrum

Elmshorner Firmen sammeln bei Impfaktion 4250 Euro für traumatisierte Kinder und Jugendliche – und nochmal so viel für den Wünschewagen des ASB!

Wir freuen uns sehr über eine tolle Spende für unser Traumazentrum – die unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit hochbelastenden Erfahrungen zugutekommen wird.

Wie es zu dieser Spende kam, ist eine besondere Geschichte. Es war eine außergewöhnliche Aktion: rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sieben Elmshorner Firmen wurden an zwei Wochenenden im Juni und Juli geimpft. Die Idee dazu kam den beiden Nachbarn Dr. Christian Reinstrom von der Firma Niebuhr und dem Internisten Johannes Puchner aus der Arztpraxis am Koppeldamm beim gemeinsamen Einkauf: wir organisieren selbst eine Impfaktion!

Im Juni war es noch schwierig, Impftermine zu bekommen – Impfungen über Betriebsärzte waren aber schon möglich. Doch was sollten kleinere Unternehmen machen, die keinen Betriebsarzt haben? Die Sache selbst in die Hand nehmen! Reinstrom und Puchner stellten mit viel Engagement, unkonventionellen Ideen und unter großem Zeitdruck eine ungewöhnliche Aktion auf die Beine. Sie konnten den pensionierten Betriebsarzt Dr. Dirk Hall gewinnen sowie die Unterstützung von Apotheker Jan Henning Staggenborg und seinem Team.

Die Impfaktion fand schließlich in der Sanitär-Ausstellung der Firma Niebuhr statt – völlig reibungslos und in fröhlicher Atmosphäre. 25 Freiwillige packten mit an, zum Impfstoff gab es Gummibärchen und am Ende dank des Apotheken-Teams noch die digitalen Impfpässe. „Es war eine tolle Aktion, die Spaß gemacht hat – von der Bürokratie drumherum abgesehen“, fasst Internist Puchner zusammen.

Die Unternehmen waren glücklich, diese Chance für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen zu können – und dankbar, dass sie dabei so viel Unterstützung und Engagement erfahren haben. „Das wollen wir gerne weitergeben! Deshalb haben wir eine Spendenaktion ins Leben gerufen, mit der wir direkt hier in der Region etwas Gutes tun können“, erzählt Initiator Dr. Reinstrom.

Alle beteiligten Unternehmen haben gespendet – und dabei kam eine stolze Summe zusammen, die zwischen unserem Traumazentrum und dem Wünschewagen des ASB aufgeteilt wurde. Bei der offiziellen Übergabe der Spenden entschied Geschäftsführer Volker Jacobsen von der Firma JIM GmbH spontan, die Summe für das Traumazentrum auf 5000 Euro aufzurunden.

An der Aktion waren neben Niebuhr/Jacobs, JIM/HSK und Staggenborg außerdem die Firmen Autohaus Elmshorn, Edeka Hayunga, Dachdeckerei Pries, Hoppaus und einige kleinere Firmen beteiligt – unterstützt vom Team der Staggenborg-Apotheke und dem Team der Arztpraxis am Koppeldamm.

Wir werden das Geld einsetzen für unsere Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen – zum Beispiel für kunsttherapeutische Projekte und Reittherapie. Der Umgang mit Tieren hilft den Kindern, sich zu öffnen. Sie werden in ihrer Persönlichkeit gefördert und die Kontaktaufnahme zu den Mitmenschen und zur Umgebung wird erleichtert.

Kunstpädagogische und –therapeutische Maßnahmen unterstützen Kinder und Jugendliche mit hochbelastenden Erfahrungen auf kreativen Wegen. Sie bieten durch ihren nonverbalen Zugang die Möglichkeit, Unaussprechliches zu kommunizieren, und eine Brücke über die Sprachlosigkeit hinweg zu bauen.

Wir möchten uns ganz herzlich für diese großzügige Spende bedanken und freuen uns auch über die Unterstützung des Wünschewagens!

 

 

Betroffene Kinder in den Hochwassergebieten unterstützen – Wendepunkt bietet kostenlose Online-Fortbildung für Fachkräfte

Das Hochwasser in Deutschland und die Folgen werden uns sicherlich noch eine ganze Weile begleiten.

In den betroffenen Regionen beginnt dennoch gerade wieder ein Stück Normalität – viele vom Hochwasser betroffene Kinder starten in ihren Alltag mit KiTa, Schule, Jugendgruppe, Sportverein und anderen Einrichtungen. Das ist für die betroffenen Kinder oft hilfreich und wichtig. Gleichzeitig kommen neue Herausforderungen auf die pädagogischen Fachkräfte zu.

Wir vom Wendepunkt e.V. möchten gerne die pädagogischen Fachkräfte vor Ort in der aktuellen Situation unterstützen. Deshalb bieten wir kurzfristig eine kostenfreie Kurz-Fortbildung an:

„Kinder im Hochwassergebiet zurück in KiTa und Schule – Informationen für Fachkräfte für den Umgang mit den Flutopfern“
Referentin: Elisabeth Hüttche (Dipl. Psychologin) Wendepunkt e.V.

Mittwoch, 25.08, 18:00 – 20:00 ONLINE über Zoom

In dieser Fortbildung sprechen wir darüber, wie Kinder solche Krisen erleben, wie Kinder sich verhalten und wie man sie im Alltag unterstützen kann. Sie erhalten kurz und kompakt einige wichtige Informationen, die Sie für ihre Arbeit mit den Kindern nutzen und auch an Eltern weitergeben können.

Diese Fortbildung können auch Fachkräfte aus anderen Regionen nutzen, um sich auf den Umgang mit Kindern nach Krisensituationen vorzubereiten.

Hier können Sie sich anmelden:

https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/kinder-im-hochwassergebiet

Der Wendepunkt e.V. leitet in Kooperation mit den Regio Kliniken Elmshorn die Trauma-Ambulanz Westholstein. Unsere Fachkräfte haben seit vielen Jahren umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus bieten wir Fachberatungen und Fortbildungen für Fachkräfte an.

Das Thema „Kinder und Katastrophen“ findet auch auf unserer Interdisziplinären Traumafachtagung einen Platz, die in diesem Jahr als Hybrid-Veranstaltung stattfinden wird. Am 17. und 18.11. finden zahlreiche Vorträge und Workshops (zum Thema „Auswirkungen von frühen traumatischen Erfahrungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den Lebensweg von Erwachsenen“) mit renommierten Experten statt. (Die Präsenzveranstaltung wird gleichzeitig auf eine digitale Eventlocation transferiert, die zusätzliche Möglichkeiten zur Information und zum Austausch bietet.) Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.wendepunkt-fortbildung.de/trauma-fachtagung

Bundesweite Arbeitsgruppe „Frühe Kindheit“ des Fachverbandes Traumapädagogik trifft sich zum ersten Mal

Traumatische Erfahrungen in der Schwangerschaft, während der Geburt oder in den ersten Lebensjahren des Kindes können tiefe seelische Verletzungen hinterlassen – nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei ihrem (ungeborenen) Kind.

Das können körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen sein, permanente Demütigung, plötzlicher Verlust einer nahestehenden Person, Miterleben von Krieg und Flucht und existentielle (Zukunft-) Ängste, traumatische Erlebnisse unter oder nach der Geburt, aber auch chronische Stresserfahrungen während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes.

Mit dieser besonderen Zielgruppe setzt sich die Arbeitsgemeinschaft „Frühe Kindheit“ des Fachverbandes Traumapädagogik auseinander. Die AG befindet sich derzeit in der Entstehungsphase und hat sich vergangene Woche zum ersten Mal in den Räumlichkeiten des Wendepunkt e.V. in Elmshorn getroffen.

Im vergangenen Jahr gab es einen ersten Austausch interessierter Fachkräfte, die für Kinder in der frühen Kindheit einen fachlichen Diskurs in der Traumapädagogik für erforderlich hielten. Dabei sind verschiedene Arbeitsfelder vertreten, die in spezifischer Form mit der Betreuung und Versorgung sehr junger Kinder betraut sind: ambulante Beratung im Rahmen von „Frühen Hilfen“, Kindertageseinrichtung, Erziehungsstelle sowie Trauma-Ambulanz.

Als gemeinsame Annahme gilt, dass es einen spezifischen Bedarf an traumapädagogischem Verstehen und Interventionen für den Bereich von 0-6jährigen Kindern in den bisherigen Hilfestrukturen gibt. Es ist eine Zunahme an Babys und Kleinkindern im Ki-Ju-Hilfekontext zu beobachten, während nicht automatisch die entsprechende Expertise vorhanden ist.

Der Wendepunkt e.V. bietet seit einigen Monaten Beratung und Therapie für Familien mit Kleinkindern, die traumatische Erlebnisse hatten, an. Es gibt Einzeltermine Beratung und Therapie des Familiensystems, und ab Herbst ist eine offene Gruppe für (werdende) Eltern von Kleinkindern (0-3 Jahre) nach hochbelastenden und traumatisierenden Erlebnissen geplant. 

Foto von links:

Daniela Mülder, Leinerstift gGmbH und Sturmfänger – Zentrum für Traumapädagogik; Rita Köllner, Traumafachberatung Delbrück; Frauke Schöffel, Abteilung „Frühe Kindheit“, Wendepunkt e.V.; Franz Schneider, Co-Leitung Interdisziplinäre Traumaambulanz Westholstein, Wendepunkt e.V.; Marie Pagenberg, IBAF gGmbH; Christiane Hinnenkamp, OLE gGmbH

Präventive Arbeit ist durch Corona noch wichtiger als zuvor – „Ihre Arbeit spart der Gesellschaft viele Folgekosten“

Der Grünen-Direktkandidat für den Bundestag aus dem Kreis Pinneberg, Jens Herrndorff, hat den Wendepunkt besucht, um sich über unsere Arbeit und die Folgen von Corona für Kinder und Jugendliche zu informieren.

„Wir können die tatsächlichen Folgen noch nicht komplett überblicken“, erklärte Geschäftsführer Dirk Jacobsen Herrndorff und Grünen-Vorstandsmitglied Christine Herde-Hitziger. „Die Fälle landen bei uns mit Verzögerung. Kinder und Jugendliche, die Hilfe benötigen, melden sich nur sehr selten direkt bei uns. Oft sind es Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter*innen, die an uns herantreten, weil ihnen ein Kind auffällt.“ Nachdem die wichtigen Schnittstellen Schule sowie Kita lange ausgefallen sind, fehlen den Kindern in den Sommerferien abermals mögliche außenstehende Kontaktpersonen.

In unserem Fachbereich Erziehungshilfen hingegen steigen die Anfragen durch das Jugendamt gerade deutlich an. Wenn eine Familie Unterstützung benötigt, muss dies erst vom Jugendamt geprüft und genehmigt werden. Dann werden entsprechende Leistungen verfügt und bei den Hilfestellen in Auftrag gegeben. „Wir haben gerade exponentiell mehr Anfragen als üblich – die zusätzlichen Belastungen durch Corona wie Homeschooling, Homeoffice oder existentielle Sorgen haben viele Familiensysteme an die Belastungsgrenze gebracht“, berichtet Frauke Schöffel, Leiterin des Fachbereichs Erziehungshilfen.

Herrndorff interessierte sich besonders auch für die präventive Arbeit des Wendepunktes. Durch die Schulschließungen sind leider viele Projekte ausgefallen – und als dann endlich erste Öffnungen möglich waren, hatten die Schulen erstmal ganz andere Sorgen, berichtete Anja Wendland, Leiterin des Fachbereichs Prävention. „Wir haben gemeinsam mit den Schulen schon ganz viele Projekte für das nächste Halbjahr geplant – aber wir werden nicht alles nachholen können. In den Zeiten der Schließungen haben wir unser Programm zum Teil auf Online-Angebote umgestellt. Die digitalen Elternabende werden sehr gut angenommen – das werden wir auch in Zukunft fortsetzen. Aber die Schulprojekte müssen im direkten Kontakt durchgeführt werden – gerade bei den sensiblen Themen, die wir behandeln.“ Die gewaltpräventive Arbeit ist im Kreis Pinneberg gut aufgestellt und wird aus Kreismitteln finanziert – in Elmshorn wird sie zusätzlich durch die Stadt und die Sparkasse Elmshorn unterstützt.

Im Bereich Prävention gegen sexuelle Gewalt sind die Mittel bisher leider nicht ausreichend. Die Finanzierung erfolgt bislang überwiegend aus kommunalen Mitteln, die jedes Jahr neu beantragt werden müssen, und Spendengeldern. Dies ist mit großem Verwaltungsaufwand und mangelnder Planungssicherheit für den Wendepunkt verbunden, erklärt Jacobsen. Gleichzeitig hat gerade im vergangenen Jahr die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche deutlich zugenommen – 14.500 Fälle von Kindesmissbrauch gab es laut Polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland – ein Anstieg um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr. Das sind fast 40 Kinder täglich.

Jens Herrndorff ist der Meinung, dass präventive Arbeit und frühzeitige Interventionen elementar für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sind – und dass die Kosten für diese Arbeit gut investierte Gelder sind. „Ihre Arbeit spart der Gesellschaft ganz viele Folgekosten – so rum muss man die Rechnung aufmachen. Hier muss sich das politische Bewusstsein entsprechend ändern, das ist ganz wichtig.“

aktuelle Angebote für Elternabende

https://www.gruene-pi.de/

 

8. Interdisziplinäre Traumafachtagung am 17. und 18.11.2021

Im November findet unsere 8. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf den Auswirkungen von frühen traumatischen Erfahrungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den Lebensweg von Erwachsenen.

Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr bedauerlicherweise ausfallen musste, haben wir neue Wege gefunden, damit sie in diesem Jahr auf alle Fälle stattfinden kann.

Unser neues Konzept sieht eine Hybrid-Veranstaltung vor – am 17.11. soll eine Präsenzveranstaltung mit begrenzter Teilnehmer*innenzahl stattfinden. Die Veranstaltung wird gleichzeitig per Live-Stream auf eine digitale Eventlocation transferiert. Auf der speziell entwickelten Plattform findet ein eigenes Rahmenprogramm statt. Über eine zusätzliche Moderation können Fragen direkt in die Veranstaltung weitergeleitet werden.

Es gibt digitale Räume für den direkten Austausch, interaktives Netzwerken sowie Hintergrundinformationen. Wir erhoffen uns ein reales und digitales Miteinander!

Die für den zweiten Tag geplanten Workshops werden teilweise als Präsenzveranstaltung, teilweise als Webinar durchgeführt.

Wir haben wieder renommierte Referent*innen gewinnen können! Es wird spannende Beiträge geben zur psychosozialen Notfallversorgung, zur traumasensiblen Arbeit mit Bilderbüchern, zur Förderung der Resilienz in Kita und Schule, zur pränatalen Traumatisierung und dem Kreislauf früher Traumatisierungen, zu Trauma und Substanzmissbrauch, zur Arbeit mit Menschen, die Traumatisches erlebt haben und sich grenzverletzend verhalten, und zu den Methoden des Psychodramas. Alle Informationen zu den einzelnen Angeboten und Inhalten finden Sie hier – die Anmeldung ist ab sofort möglich:

www.wendepunkt-fortbildung.de/trauma-fachtagung

Download Einladung als PDF: Einladung zur 8. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung 2021

Am 1.6. ist Internationaler Kindertag

Kinder und Jugendliche haben einen Rechtsanspruch auf eine gesunde Entwicklung – sie sollen sicher und geschützt aufwachsen können. Das sollte – nicht nur zum Internationalen Kindertag – unsere oberste Priorität sein!

Dabei zeigen die aktuellen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik, dass die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat. Misshandlungen von Schutzbefohlenen haben um 10 % zugenommen, Kindesmissbrauch ist um 6,8 % gestiegen.

Deshalb ist Präventionsarbeit elementar – sie hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für Grenzverletzungen zu sensibilisieren, sie darin zu unterstützen, sich vor (sexueller Gewalt) schützen zu können und sie darin zu bestärken, sich im Zweifelsfall rechtzeitig bei erwachsenen Vertrauenspersonen Hilfe zu holen.

Im Rahmen unserer Präventionsarbeit bieten wir Projekte und Fortbildungen zu verschiedenen Themenbereichen an. Denn Gewalt kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. Nicht nur Erwachsene können die körperlichen und sexuellen Grenzen von Schülerinnen und Schülern überschreiten. Auch die Gewalt durch Mitschüler und Mitschülerinnen sollte Teil von Präventionsarbeit sein. Wir wollen die Sozialkompetenz sowie die konstruktive Konfliktfähigkeit von Kindern und Jugendlichen fördern und gewalttätige Verhaltensweisen oder Mobbing verhindern helfen.

Institutionelle Schutzkonzepte können allen Beteiligten die notwendige Handlungssicherheit ermöglichen.

Mehr Informationen dazu:

https://www.wendepunkt-ev.de/praevention/

Opfern und Nebenklägern vor Gericht helfen – der Wendepunkt bietet wieder Psychosoziale Prozessbegleitung an

Für Menschen, die Opfer von schweren Gewalttaten oder Sexualverbrechen wurden, kann der Gerichtsprozess eine große Belastung sein. Sie werden mit dem Täter, der Täterin konfrontiert, sie müssen über die schrecklichen Erfahrungen berichten – und das in einer ungewohnten, einschüchternden Umgebung. Aus diesem Grund gibt es speziell ausgebildete Prozessbegleiter*innen, die ihnen in dieser Situation zur Seite stehen. Dies betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sowie Verletzte von sehr schweren Straftaten – teilweise besteht ein Rechtsanspruch auf die Begleitung, in anderen Fällen muss ein entsprechender Antrag richterlich genehmigt werden.

Der Wendepunkt war von Anfang an dabei, als das Land Schleswig-Holstein die Prozessbegleitung Anfang der 90er in einem Modellprojekt ins Leben gerufen hat, und hat die Prozessbegleitung über viele Jahre durchgeführt. Wir freuen uns, dass wir nach einer dreijährigen Pause diese wichtige Unterstützung nun wieder anbieten können, und dass wir mit unserer ehemaligen Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt eine hochqualifizierte und erfahrene Kraft gewinnen konnten. Die Dipl.-Pädagogin hat sich zur zertifizierten Psychosozialen Prozessbegleiterin für den Landgerichtsbezirk Itzehoe fortbilden lassen.

„Es geht darum, die Menschen auf die Situation im Prozess vorzubereiten, ihnen den Ablauf und die unterschiedlichen Aufgaben der Beteiligten zu erklären und ihnen Ängste, Unsicherheiten und Sorgen zu nehmen“, erklärt Kohlschmitt. „Während des Prozesses ist es wichtig, ihnen zur Seite zu stehen und sie in dieser belastenden Situation zu stabilisieren.“

Vor allem Kinder und Jugendliche profitieren von einer solchen Begleitung. Bei hochsensiblen oder gar beschämenden Fragen kann es für Kinder belastender sein, wenn ein Elternteil im Gerichtssaal neben ihnen sitzt – „sie wollen in aller Regel ihre eigenen Eltern davor schützen zu erfahren, was sie selbst erlebt haben“, berichtet Kohlschmitt.

Die Prozessbegleitungen unterstützen und stärken die von ihnen betreuten Zeug*innen – sie dürfen aber mit ihnen nicht über das mutmaßliche Tatgeschehen sprechen. So soll sichergestellt werden, dass sie nicht selbst in den Zeugenstand gerufen werden und damit nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen können.

„Diese Menschen haben durch die Tat oder Taten sowieso schon Beschädigendes erlebt. Ich möchte, dass sie den Prozess möglichst ohne weitere Beschädigungen überstehen – und dass sie hinterher gestärkt aus dieser Erfahrung mit neuen Perspektiven für die Zukunft rausgehen. Dass sie sich sagen können: ich habe es geschafft, ich bin aktiv geworden, bin da durchgegangen –  und ich muss nicht für immer Opfer bleiben.“

Betroffene können sich bei Bedarf an ihre Nebenklagevertretung wenden, damit ggf. ein entsprechender Antrag gestellt wird – oder auch direkt an den Wendepunkt. Die Prozessbegleitungen geben keine rechtliche Beratung und übernehmen auch keine therapeutischen Aufgaben – in diesen Fällen vermitteln sie an Fachkräfte und entsprechende Beratungsstellen.