Aktuelles

Diesjährige Traumafachtagung ist abgesagt – neuer Termin und alternatives Online-Angebot

Alternative Online-Fortbildung "Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten"

Leider müssen wir unsere diesjährige Trauma-Fachtagung, die für den 11. und 12. November geplant war, auf das nächste Jahr verschieben. Aufgrund der bestehenden Lage und den geltenden Sicherheitsregeln ist es nicht möglich, eine große Veranstaltung in dem bewährten Format durchzuführen.

Aber wir werden die Fachtagung im nächsten Jahr nachholen!

Wir freuen uns sehr, dass wir schon jetzt viele unserer Referentinnen und Referenten dafür gewinnen konnten, ihre Themen im nächsten Jahr zu präsentieren – und zwar am 17. + 18. November 2021. Die interessanten und vielseitigen Vorträge und Workshops sind also nur aufgeschoben! Wir werden im nächsten Jahr wieder rechtzeitig eine Einladung verschicken.

Sollten Sie sich bereits angemeldet und den Teilnehmerbeitrag bezahlt haben, werden wir Ihnen diesen selbstverständlich erstatten. Bitte teilen Sie uns unter verwaltung@wendepunkt-ev.de Ihren vollständigen Namen oder den des/der Teilnehmers/Teilnehmerin, die Buchungs-ID sowie die Bankverbindung mit. Leiten Sie diese E-Mail ggf. an Ihren Arbeitgeber weiter.

Um die lange Wartezeit zu verkürzen, bieten wir am 11. November eine Online-Fortbildung zu dem Thema „Trauma und Trauer“ an.

Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten

Elisabeth Hüttche (Dipl. Psychologin und Ausbilderin in der psychosozialen Notfallversorgung)

Verlust und Trauer sind Themen, mit denen sich die meisten Menschen nicht gern beschäftigen, obwohl sie zum Leben dazu gehören und gerade im Zusammenhang mit der Corona-Krise noch mal deutlich präsenter sind als sonst. In diesem Vortrag geht es darum, wie sich das Erleben von Verlust und Trauer von Kindern und Jugendlichen von dem Erleben erwachsener Menschen unterscheidet. Das hängt natürlich einerseits von den kognitiven Fähigkeiten, aber auch von Vorerfahrungen und dem Umgang im Umfeld ab. Wir wollen ganz konkret überlegen, wie man als professionelle Bezugsperson trauernde Kinder und Jugendliche begleiten und unterstützen kann – sowohl einzelne Kinder und Jugendliche als auch ganze Gruppen. Dazu stellen wir ein hilfreiches Modell vor und füllen es mit vielen spannenden Ideen und Anregungen.

Die Fortbildung wird am Mittwoch 11. November von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr stattfinden und ist kostenfrei.

Eine Anmeldung über unsere Fortbildungswebseite (www.wendepunkt-fortbildung.de) ist ab sofort möglich.

Wenn Sie bereits für die Traumafachtagung angemeldet waren und Sie an diesem Alternativangebot teilnehmen möchten, geben Sie uns bitte kurz per Mail Bescheid, dann buchen wir Ihre Teilnahme um.

Sie erhalten ein paar Tage vor Fortbildungsbeginn einen Anmelde-Link von uns.
Für die Teilnahme benötigen Sie einen aktuellen Internet-Browser (z.B. Firefox oder Google Chrome) und Lautsprecher oder Kopfhörer an Ihrem Zugangs-Gerät.

Wir bedauern sehr, dass die Traumafachtagung in diesem Jahr ausfallen muss, freuen uns aber umso mehr auf die persönlichen Begegnungen und den fachlichen Austausch im nächsten Jahr!

 

 

 

Kinder und Jugendliche stark machen gegen sexuellen Missbrauch

Grade-Stiftung unterstützt Präventionsarbeit des Wendepunkt e.V. mit 6000 Euro

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat laut Kriminalstatistik im vergangenen Jahr bundesweit wieder zugenommen – besonders schwere Fälle wie zuletzt in Münster sind nur die Spitze des Eisbergs. Auch in der Beratungsstelle gegen den sexuellen Missbrauch im Kreis Pinneberg des Wendepunktes sind die Anfragen 2019 deutlich angestiegen. Und die aktuellen Zahlen sind abermals höher als im Vorjahreszeitraum.

Um sexuellen Missbrauch zu verhindern, aufzudecken und die Kinder und Jugendlichen zu stärken, sind präventive Maßnahmen elementar. Die Angebote des Wendepunktes richten sich an Kinder und Jugendliche, aber auch ihre Eltern, Lehrkräfte und Erzieher*innen. Die Maßnahmen werden durch freiwillige Zuschüsse einzelner Städte und Gemeinden im Kreis Pinneberg finanziert – die aber oft nicht ausreichen.

Die Martha und Heinz-Ulrich Grade-Stiftung unterstützt deshalb die Präventionsarbeit gegen den sexuellen Missbrauch in 2020 mit insgesamt 6.000 Euro. „Wir freuen uns sehr über diese Spende“, betont Wendepunkt-Geschäftsführer Dirk Jacobsen. „Dadurch können Projekte an Schulen und Kindertagesstätten durchgeführt werden, die sonst nicht möglich wären. Das ist in der aktuellen Situation besonders wichtig.“

Aufgrund der Schulschließungen der vergangenen Monate hat keine Präventionsarbeit stattfinden können – und gleichzeitig stieg das Risiko, dass Kinder und Jugendliche Täter*innen in ihrem nahen Umfeld ausgesetzt waren, ohne sich Hilfe von außen holen zu können. „Aktuell beobachten wir in unserer Beratungsstelle gegen den sexuellen Missbrauch einen Anstieg an Anfragen. Und wir gehen davon aus, dass die Hilfsanfragen jetzt, wo die Schule wieder begonnen hat, und betroffene Kinder und Jugendliche wieder mehr Möglichkeiten haben, sich Hilfe zu holen, weiter zunehmen werden.“

Die Grade-Stiftung hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 zahlreiche Projekte im Kreis Pinneberg gefördert, mit denen Kindern und Familien geholfen wird. Schon im vergangenen Jahr hat die Stiftung die Präventionsarbeit des Wendepunktes gegen den sexuellen Missbrauch unterstützt. „Wir finden es wichtig, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche in unserem Kreis diese präventiven Angebote nutzen können, und freuen uns, dass wir dabei helfen können“, erklärt Angelika Grade-Schielein, Vorstandsvorsitzende der Grade-Stiftung.

Die Präventionsprojekte werden in der Regel in den 4. Und 6. Klassen durchgeführt und erstrecken sich pro Klasse über einen ganzen Vormittag. Begleitet werden die Projekte durch Fachgespräche mit den Lehrkräften und Elternabende. „Unser Ziel ist es, Mädchen und Jungen für sexuelle Grenzverletzungen zu sensibilisieren, sie darin zu unterstützen, sich vor sexueller Gewalt zu schützen und sie darin zu bestärken, sich im Zweifelsfall rechtzeitig bei erwachsenen Vertrauenspersonen Hilfe zu holen“, erklärt Dr. Jutta Wedemann, Leiterin des Fachbereichs Prävention im Wendepunkt. „Und es geht uns auch darum, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu bringen und zu sensibilisieren.“

Im vergangenen Jahr hat der Wendepunkt insgesamt 67 Projekte an 20 Schulen im Kreis durchgeführt und dabei ca. 1500 Schüler*innen, 70 Lehrkräfte und in 12 Elternabenden ca. 120 Eltern erreicht. In diesem Jahr wurden vor den Schulschließungen schon 37 Projekte an 14 Schulen durchgeführt. Für das zweite Halbjahr sind bereits zahlreiche Projekte in Planung. Um auf die Corona-bedingten Einschränkungen an den Schulen zu reagieren, hat der Wendepunkt auch alternative Konzepte wie Elternabende in Form eines Webinars entwickelt.

Foto von links:

Dr. Jutta Wedemann, Leiterin des Fachbereichs Prävention, Angelika Grade-Schielein, Vorstandsvorsitzende der Grade-Stiftung, Leiter des Wendepunktes, Dirk Jacobsen

 

Sommeraktion 2020 – Ausflug an den Elbstrand

In diesem Jahr gab es für die Kinder des Wendepunktes das Angebot, in den Sommerferien einen gemeinsamen Ausflug an den Elbstrand in Kollmar zu machen. Trotz norddeutsch-frischem Wetter und anfänglichem Hochwasser herrschte bald eine ausgelassene Stimmung unter den 8- bis 9-Jährigen, und Sonne, Wind und Wellen wurden in vollen Zügen genossen.

Diesmal war den Kindern viel Freiheit bei der Gestaltung des Tages gegeben, und so reichten die Ideen von Wellenhüpfen, über Wettrennen den Strand entlang, bis zu Sandburgenbauen mit eigener Wasser-Abfluss-Rinne. Nach einem ausgiebigen Picknick wurden als ein besonderes Highlight Drachen auf dem Damm steigen gelassen. Jedes Kind konnte den Drachen mit dem bunten Schweif selbst halten oder in die Luft werfen, was auch denjenigen mit anfänglicher Scheu schnell viel Freude machte.

Allen Kindern hat der Ausflug viel Spaß gemacht. Besonders schön war zu sehen, wie Alltagssorgen auch mal vergessen werden konnten, und jedes Kind Ruhe und Ausgleich fand.

Video-Podcast / Instagram – Digitalisierung im Lockdown

Mit Beginn des Lockdowns haben wir, wie viele andere sozialpädagogischen Institutionen nicht nur im Bereich der Prävention von (sexualisierter) Gewalt, unsere digitalen Angebote erweitert. Während der Arbeit in Schulprojekten werden uns häufig wiederholt die selben Fragen gestellt. Diese Erfahrung hat uns relativ schnell auf die Idee gebracht, diese Fragen als Anlass zu sehen, Videos zu erstellen. Diese sogenannten Video-Podcasts behandeln immer ein Thema / eine Frage. Wir versuchen, sachlich richtig und in einfacher Sprache zu antworten. In den letzten Wochen sind so bisher vier Videos zu unterschiedlichen Themen entstanden, welche auf unserem YouTube-Kanal zu finden sind.

Neben unseren Videos haben wir auch einen Instagram-Account erstellt. Eines unserer damit verbundenen Ziele ist es, Jugendliche auf Themen und Angebote der Prävention aufmerksam zu machen und Ihnen so auch den Kontakt zum Wendepunkt über dieses soziale Netzwerk zu ermöglichen.

Darüber hinaus nutzen wir Instagram z.B. auch, um mit bestehenden Mythen in Hinblick auf Sexualität und sexualisierter Gewalt aufzuräumen, Fakten und Zahlen zu benennen, auf eigene Veranstaltungen und Angebote, sowie die anderer Institutionen hinzuweisen. Unsere Angebote in den sozialen Netzwerken richten sich somit nicht nur an Jugendliche, sondern auch an ihre Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Wenn Sie uns bei YouTube abonnieren oder uns auf Instagram folgen, werden Sie unkompliziert über unsere neuesten Videos und Instagram-Posts informiert. Wir freuen uns sehr auf Sie!

 

 

„Die Prävention gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern ist ganz wichtig“

Grünen-Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle besucht Wendepunkt e.V.

Gemeinsam mit der Jugendpolitischen Sprecherin der Kreistagsfraktion der Grünen, Nadine Mai, ließ sich Ingrid Nestle durch die Räumlichkeiten des Wendepunktes führen und informierte sich über die Schwerpunkte der Arbeit des Vereins. Nicht zuletzt auch über die aktuelle Situation angesichts der Coronakrise. Die Situation hat die Arbeit der Beratungsstelle vor besondere Herausforderungen gestellt – so fanden eine Zeit lang Beratungen vor allem telefonisch oder im Video-Chat statt. Die Schließungen von Kitas und Schulen haben in vielen Familien zu Belastungen geführt – Experten befürchten, dass es vermehrt zu Konfliktsituationen oder auch Gewalt gekommen sein könnte. Doch gerade hier fehlten wichtige Kommunikationskanäle.

„Wir bekommen Meldungen über Gewalt in Familien oft über die Kitas oder Schulen sowie die Schulsozialarbeiter. Wenn alles geschlossen ist, dann fallen diese Kontrollorgane einfach weg, und Kinder wissen nicht, wie sie sich Hilfe holen können“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Traumazentrum und Beratung im Wendepunkt, Sascha Niemann. Noch ist die Zahl der Beratungsanfragen nicht angestiegen, aber Niemann geht davon aus, dass es zu einer Zunahme kommen wird.

Durch die Schulschließungen sind auch die Präventionsprojekte des Wendepunktes weggefallen. Dies ist ein Thema, das Ingrid Nestle und Nadine Mai besonders am Herzen liegt. „Wenn aktuelle Fälle von Kindesmissbrauch bekannt werden, wie gerade in Münster, wird immer vor allem eine Strafverschärfung gefordert. Das ist aber nicht die alleinige Lösung. Ganz entscheidend ist, das Entdeckungsrisiko zu erhöhen – und deshalb ist die Prävention, die Aufklärung so wichtig“, betont Ingrid Nestle. „Man muss das Thema an die Oberfläche holen und sich trauen, es anzusprechen. Und genau das macht der Wendepunkt.“

Der Wendepunkt betreut seit 28 Jahren die Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch für den Kreis Pinneberg. Damit sei der Kreis im Vergleich zu anderen gut aufgestellt, meint Dirk Jacobsen, Leiter des Wendepunktes. Die Präventionsarbeit gegen den sexuellen Missbrauch wird hingegen von den einzelnen Kommunen finanziert – doch längst nicht von allen. So kommt es, dass in einigen Städten und Gemeinden regelhafte Projekte in den Schulen angeboten werden können – und in anderen gar keine.

„Die Prävention sollte allgemein besser ausgestattet werden. Aufklärung aller Beteiligten stärkt die Kinder. Alle Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sollten Schutzkonzepte haben“, fordert Dirk Jacobsen. „Fachkräfte müssen fortgebildet werden, damit sie wissen, wie sie reagieren und helfen können.“

„Viele Menschen denken immer noch, dass sexueller Missbrauch in ihrer Umgebung nicht vorkommt. Als ich beim Wendepunkt angefangen habe, habe ich nicht gedacht, dass es in einem solchen Ausmaß stattfindet“, berichtet Jacobsen. „Vieles ist so schrecklich, dass man es sich gar nicht vorstellen kann.“

Ingrid Nestle und Nadine Mai sind sich mit den Mitarbeiter*innen des Wendepunktes einig, dass mehr in die Sozialetats investiert werden sollte – auch um in einer solchen Krisensituation handlungsfähiger zum Schutz der Schwächsten zu sein.

Foto von links nach rechts:

Sascha Niemann, Leiter Traumazentrum und Beratung, Ingrid Nestle, MdB Die Grünen, Lena Würger, Leiterin des Bereichs Erziehungs- und Familienhilfen, Dirk Jacobsen, Geschäftsführer Wendepunkt, Nadine Mai, Kreistagsfraktion Die Grünen

Eine Kiste voller Schätze und Ideen

Kunsttherapeutisches Projekt für Kinder mit traumatischen Kriegs- und Fluchterfahrungen im Wendepunkt

„Die Kinder hatten ganz viel Spaß beim kreativen Basteln, haben viele eigene Ideen entwickelt und haben sich auch ganz toll gegenseitig unterstützt“, berichtet Sophie Firle, Kunsttherapeutin im Wendepunkt.

Da durch die langen Schulschließungen in den vergangenen Monaten keine Schulprojekte stattfinden konnten, haben wir unser kunsttherapeutisches Angebot in kleinerem Rahmen bei uns im Wendepunkt durchgeführt.

Teilgenommen haben Kinder, die in unserem Interdisziplinären Traumazentrum in Behandlung sind. Sie haben in ihren Heimatländern Krieg und Verfolgung miterlebt und hatten stark belastendende Fluchterlebnisse – Trennung von Bezugspersonen, Gewalt durch Sicherheitskräfte, Tod eines Geschwisterkindes. Die Kinder leiden unter Folgestörungen, haben Albträume, ein negatives Selbstbild und Konzentrationsprobleme.

Da waren die beiden Basteltage im Wendepunkt eine willkommene Abwechslung! Unter Anleitung von Sophie Firle und Vincenz Schüle haben die Kinder jeweils eine Schatzkiste gebaut, die sie unter anderem mit selbstgestalteten Schutzamuletts, einem Kaleidoskop und einem Selbstbildnis gefüllt haben.

Das kunsttherapeutische und –pädagogische Angebot hilft den Kindern, sich jenseits der Sprachgrenzen auszudrücken, und unterstützt sie in der Wiederfindung der eigenen Identität. „Die Kinder haben sich selbstwirksam, kreativ und schöpferisch erlebt – das sind wichtige Erfolgserlebnisse“, berichtet Vincenz Schüle. „Ihnen wurden ihre eigenen Ressourcen und Schätze bewusst – ihre Familie, ihre Talente und Hobbys“, ergänzt Sophie Firle. “ Besonders der Gedanke, dass auch wichtige Menschen wertvoll sind und Schätze sein können, ist ihnen sichtbar bewusst geworden.“

Die Schatzkisten haben die Kinder am Ende des zweiten Tages glücklich und stolz mit nach Hause genommen – wo sie mit weiteren wichtigen Schätzen gefüllt werden können.

Traumafachtagung 2020

Am 11./12. November findet wieder unsere alljährliche Trauma-Fachtagung statt! In diesem Jahr wollen wir den Fokus auf die Auswirkungen von frühen traumatischen Erfahrungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den Lebensweg von Erwachsenen legen. Die Fachtagung erstreckt sich wie in den Vorjahren wieder über zwei Tage.

Am 11.11. haben wir renommierte und interessante Fachleute eingeladen, die Vorträge zu verschiedenen Themenschwerpunkten halten werden. Geplant sind fünf Impulsbeiträge mit anschließender Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung wird von 9:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr dauern. Am 12.11. können ausgewählte Themen des Vortages sowie weitere Aspekte und Schwerpunkte in verschiedenen Workshops vertieft werden. Die Workshops dauern jeweils von 9:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr.

Hier geht es zur Anmeldung und weiteren Informationen.

Corona-Newsletter für Eltern und Jugendliche

Eltern sein, Bezugsperson für Kinder und Jugendliche sein – gerade jetzt eine Herausforderung

Hier finden sich alle unsere Corona-Newsletter zum Nachlesen und Downloaden!

Die aktuelle Situation war und ist gerade auch für Familien eine besondere Herausforderung. Die Eltern müssen sich selbst emotional auf die Umstände einstellen, haben möglicherweise finanzielle oder sogar existentielle Sorgen und Ängste und müssen dabei noch für ihre Kinder da sein. Für Familiensysteme, die schon vor der Corona Krise vor Belastungen standen, ist dies eine doppelte Herausforderung.

Um Eltern und Familien in der aktuellen Situation zu unterstützen, hat der Wendepunkt in den vergangenen Wochen mehrere Rundbriefe herausgegeben, die sich mit verschiedenen Themenschwerpunkten befasst haben. Dabei ging es zum Beispiel um den Umgang mit Aggressionen oder auch das Thema Angst: Was ist Angst, wie äußert sie sich in den verschiedenen Altersstufen der Kinder, wie kann ich mit den Ängsten der Kinder umgehen. Dazu geben wir Tipps und Anregungen für den spielerischen und kreativen Umgang mit den Ängsten. Ebenso finden sich Tipps für eine sinnvolle Tagesstruktur und Wochenplanung, den Umgang mit (sozialen) Medien und das Schaffen von Rückzugsräumen. Einige Rundbriefe richten sich auch direkt an Jugendliche.

Wir wollen mit unseren Informationen und Anregungen die Familien präventiv unterstützen. Die Rundbriefe sind hier alle gesammelt und können heruntergeladen werden.

Corona-Newsletter 01 20
Corona-Newsletter 02 20
Corona-Newsletter 03 20 Eltern und Bezugspersonen
Corona-Newsletter 03 20 Kinder und Jugendliche
Corona-Newsletter 04 20 Gedicht fuer Erwachsene ueber Abschied
Corona-Newsletter 04 20 Geschichte fuer Kinder ab 5 Jahren ueber Abschied
Corona-Newsletter 04 20 Trauer verstehen
Corona-Newsletter 05 20 Tipps im Umgang mit Einsamkeit fuer Jugendliche
Corona-Newsletter 06 20 Liebe und Partnerschaft in Zeiten von Corona
Corona-Newsletter 07 20 Gesellschaft in Krisenzeiten

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Zahl der Hilfeanfragen beim Wendepunkt und dem Interdisziplinären Traumazentrum auch 2019 weiter gestiegen

Tätigkeitsbericht für 2019 vorgestellt - deutliche Zunahme im Bereich Beratung gegen sexuellen Missbrauch

Mehr als 1200 Menschen haben im vergangenen Jahr beim Wendepunkt e.V. Hilfe gesucht. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr – bereits seit vielen Jahren in Folge steigen die Beratungszahlen kontinuierlich an.

Das geht aus dem Tätigkeitsbericht für 2019 hervor, den Wendepunkt-Leiter Dirk Jacobsen am 10. Juni vorgestellt hat. „Eine deutliche Zunahme mussten wir im vergangenen Jahr bei den Anfragen an unsere Beratungsstelle gegen den sexuellen Missbrauch feststellen“, erläuterte Jacobsen. „Es ist erschreckend, dass sexuelle Gewalt gegen Kinder bei aller Aufklärung und gesellschaftlichen Sensibilisierung immer noch in diesem Ausmaß stattfindet – wie wir gerade wieder in den aktuellen Nachrichten sehen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden unter den Folgen ihr ganzes Leben.“

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 113 Betroffene die Beratungsstelle des Wendepunktes gegen sexuellen Missbrauch für den Kreis Pinneberg kontaktiert – gegenüber 90 Anfragen im Jahr 2018. Dies entspricht der bundes- und landesweiten Entwicklung. Laut Kriminalstatistik 2019 sind die Straftaten im Bereich sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen um fast 11 Prozent gestiegen (in Schleswig-Holstein um 9%).

Im Bereich der Verbreitung, des Erwerbs, des Besitzes und der Herstellung von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen sind die Ermittlungsverfahren bundesweit sogar um 65 Prozent angestiegen (in Schleswig-Holstein um 48%). Dies spiegelt sich auch in den gestiegenen Beratungszahlen im Fachbereich Ambulante Rückfallprophylaxe/Täterarbeit/Forensik des Wendepunktes wieder – waren es 2018 noch 336 Fälle, so wurden im vergangenen Jahr 362 Fälle bearbeitet. Die Nutzung und Verbreitung von Missbrauchsabbildungen und kinderpornographischem Material hat zugenommen, und gleichzeitig gab es mehr Ermittlungserfolge. Darüber hinaus wird von einem sehr großen Dunkelfeld ausgegangen.

Trotz der hohen Nachfrage war das Interdisziplinäres Traumazentrum – eine Kooperation des Wendepunktes mit den Regio Kliniken – auch im vergangenen Jahr nicht auskömmlich finanziert. Nach wie vor konnten mit den öffentlichen Mitteln längst nicht alle Menschen, die beim Wendepunkt Hilfe suchten, versorgt werden. Die Lücke konnte zum Glück durch Spenden von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen weitestgehend geschlossen werden. So hat die TRIBUTE TO BAMBI Stiftung 2019 die Kosten für die erste Behandlung und Krisenintervention für 25 Kinder mit traumatischen Erfahrungen übernommen. Geschäftsführer Jacobsen hofft, dass sich in diesem Jahr eine sichere Finanzierung durch den Kreis herstellen lässt.

Die beiden landesweiten Projekte, die der Wendepunkt gemeinsam mit anderen Trägern umsetzt, wurden verlängert. Das ist zum einen das sehr nachgefragte Projekt „TiK-SH – Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren“, mit dem Erzieher*innen in ihrer täglichen Arbeit mit traumatisierten Kindern kostenlos durch Fortbildungen und Beratungen unterstützt werden, und zum anderen die Männerberatung, ein Angebot für Männer, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erfahren haben.

Anfang 2019 hat das Fortbildungszentrum des Wendepunktes (WFZ) das Qualitätssiegel des Landes Schleswig-Holstein als „Staatlich anerkannter Träger der Weiterbildung“ erhalten. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 2400 Personen an Fort- und Weiterbildungen teilgenommen – 2018 waren es 2000, gegenüber 2017 konnten die Zahlen sogar verdoppelt werden. Themen waren zum Beispiel Gewaltprävention, Kinderschutz, Traumapädagogik, Schulbegleitung, Sexualpädagogik, Qualitätssicherung und Schutzkonzepte.

Die aktuelle Situation stellt auch die Arbeit der Beratungsstelle vor besondere Herausforderungen. Die Fachkräfte des Wendepunktes haben verstärkt Beratungen am Telefon und per Video-Chat durchgeführt. So konnte in der ganzen Zeit auch der Kontakt zu den im Rahmen der Erziehungshilfe betreuten Familien Kontakt gehalten werden. „Wir waren weiter für alle `unsere` Familien da und haben den Kontakt sowohl zu den Erwachsenen als auch den Kindern aufrechtgehalten“, erläutert Lena Würger, Leiterin des Fachbereichs „Erziehungs- und Familienhilfen“. „Das war sehr wichtig, denn die Situation hatte natürlich Auswirkungen auf die ganze Familie. Da gab es Stress durch die plötzliche räumliche Enge, Gefühle von Hilflosigkeit bis hin zu existenziellen Ängsten durch fehlende Einkünfte. Wir haben in den vergangenen Wochen viel Krisenintervention gemacht.“

Mittlerweile werden unter Einhaltung der Sicherheitsauflagen wieder verstärkt persönliche Beratungen angeboten.

Zahlreiche Fachkräfte und Organisationen weisen bereits auf die erhöhte Gefahr von häuslicher und familialer Gewalt hin – Opfer sind durch die soziale Distanz und Isolation den Tätern im direkten Umfeld viel stärker ausgesetzt und Übergriffe werden nicht so schnell bemerkt. Bisher gibt es zwar noch keine nennenswerte Zunahme an Fallanfragen bei der Beratungsstelle. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Meldungen in den nächsten Wochen und Monaten häufen werden“, betont Sascha Niemann, Leiter des Fachbereichs „Traumazentrum und Beratung“ des Wendepunktes. „Momentan ist die soziale Kontrolle innerhalb der Familie größer, wodurch es für die Opfer schwieriger ist, sich Hilfe zu holen. Oft werden Fälle von Gewalt gegen Kinder zum Beispiel durch die Schulsozialpädagogen gemeldet – und in den Schulen ist noch längst nicht wieder der Alltag eingekehrt.“