Aktuelles

Bürgerstiftung Elmshorn unterstützt mobiles Arbeiten im Wendepunkt e.V. mit 2.500 Euro

Angesichts der neuerlichen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln kommt die Spende der Bürgerstiftung Elmshorn gerade richtig: von dem Geld konnte der Wendepunkt 3 Laptops für das mobile Arbeiten anschaffen.

Das Angebot der Beratungsstelle wird seit dem Frühjahr immer wieder den bestehenden Bestimmungen angepasst. So können Beratungen und Therapiegespräche mittlerweile auch per Telefon oder im Video-Chat stattfinden, Gruppentherapiesitzungen in Videokonferenzschaltungen. „Uns ist es sehr wichtig, den Kontakt zu unseren Klient*innen aufrechtzuerhalten und weiterhin für alle Hilfesuchenden erreichbar zu sein“, betont Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes. “Da mussten wir in diesem Jahr neue Wege suchen, die jetzt, im neuerlichen Lockdown, wieder zum Tragen kommen werden.“

Das online-Beratungsangebot wurde gut angenommen und war das ganze Jahr über eine Hilfe für Klient*innen, die nicht in die Beratungsstelle kommen konnten, weil sie oder Familienmitglieder zur Risikogruppe gehören.

Persönliche Gespräche sind in Notfällen aber nach wie vor möglich – und auch hier helfen die Laptops, neue Wege zu gehen. So finden zum Beispiel Gespräche bei gemeinsamen Spaziergängen an der frischen Luft statt. Die mobilen Rechner ermöglichen dabei den Zugriff auf Informationen aus vorhergehenden Sitzungen sowie wichtige therapeutische Elemente. Und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Wendepunktes können auch im Homeoffice Beratungsgespräche durchführen.

„Da bei unserer Arbeit und allen laufenden Aufwendungen wenig Raum für technische Ausstattung ist, sind wir der Bürgerstiftung sehr dankbar für ihre Unterstützung!“, betont Jacobsen.

„Die Bürgerstiftung Elmshorn hatte bereits im Frühjahr 2020 einen Aufruf gestartet, um Spenden für durch die Pandemie in Not geratene Menschen oder für zusätzliche Aufwendungen von gemeinnützigen Organisationen zu sammeln“, erläutert Olaf Seiler von der Bürgerstiftung. „Der Vorstand möchte durch die Anschaffung der Laptops die verlässliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wendepunktes mobiler gestalten“.

Die Bürgerstiftung Elmshorn geht davon aus, dass es durch die fortwährenden Beschränkungen, auch bis weit ins nächste Jahr hinein, Hilfestellungen bedarf. Gerne ruft sie daher zu weiteren Spenden für das Hilfsprojekt auf. Die Kontonummer lautete DE45 2215 0000 0111 1017 70

Hilfesuchende können sich weiterhin an den Wendepunkt wenden – die Mitarbeiter sind telefonisch und online erreichbar:

04121-47573-0

info@wendepunkt-ev.de

 

Eine Schatzkiste voller Wünsche und Erinnerungen

Kunsttherapeutisches Projekt für Kinder mit interkulturellem Hintergrund und Fluchterfahrungen an der Grundschule Hafenstraße in Elmshorn

Sie können es kaum erwarten und strahlen über das ganze Gesicht – endlich dürfen sie ihre Schatzkisten mit nach Hause nehmen und ihren Familien zeigen! Die 10 Kinder der zweiten Jahrgangsstufe der Grundschule Hafenstraße in Elmshorn haben in den vergangenen Wochen individuelle Schatzkisten gebaut, sie bemalt und verziert, und mit den verschiedensten Kunstwerken, Schätzen und Erinnerungen gefüllt.

Die Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stammen unter anderem aus Syrien, der Türkei und Kolumbien. Einige von ihnen haben belastende Erfahrungen in ihren Heimatländern oder auf der Flucht gemacht und stehen vor der Herausforderung, in dem neuen Land anzukommen und ihre Identität wiederzufinden.

Genau hier setzt das kunsttherapeutische und –pädagogische Angebot des Wendepunkt e.V. an. Die Kinder setzen sich in der gemeinsamen kreativen Arbeit mit ihren Stärken, Fähigkeiten und Wünschen auseinander. Unter Anleitung von Sophie Firle und Vincenz Schüle vom Wendepunkt basteln sie über mehrere Wochen hinweg immer in Doppelstunden individuelle Schatzkisten, die sie dann gemeinsam füllen. „Wir gehen mit den Kindern auf die Suche nach ihren eigenen Schätzen“, erklärt Kunsttherapeutin Sophie Firle. „Die Kinder haben dadurch Erfolgserlebnisse. Sie machen sich bewusst, was ihnen wichtig ist und was ihre Stärken sind.“

Schon in den Eröffnungsrunden fallen den Kindern viele Stärken, Fähigkeiten und Dinge ein, auf die sie stolz sind – wie z.B. besonders gute Fähigkeiten im Zeichnen oder Rechnen, die Freude an ihren Haustieren oder ihr gutes Verhältnisse zur Oma. Die 7jährige Sana aus Syrien zählt ihre persönlichen Schätze auf: „Meine Eltern, mein Bruder und unser neues Baby, das bald auf die Welt kommen wird.“ Ihr gefällt es gut in Deutschland und besonders die Schule mag sie sehr, aber sie vermisst ihre Großeltern.

Und dann dürfen die Kinder mit Wasserfarben malen, mit Speckstein, Keramiplast und Sand arbeiten und neue Materialen und Techniken entdecken, die sie aus dem Kunstunterricht noch nicht kennen. Ihre Schatzkisten füllen sie mit Bildern, einem Traumfänger, um böse Träume fernzuhalten, einem Glücksbringer aus Speckstein und Erinnerungen. „Es herrschte teilweise richtig ausgelassene Stimmung, wenn sich die Kinder ausgetauscht und erzählt haben. Und im nächsten Moment waren sie hochkonzentriert bei der Arbeit“, berichtet Vincenz Schüle. „Die Kinder schienen sich jede Woche wieder auf das Projekt zu freuen, obwohl dafür manchmal der geliebte Sportunterricht ausfallen musste.“

Klassenlehrerin Birte Koob, die für das Kunstprojekt sogar ihre freie Zeit geopfert hat, berichtet: „Alle waren mit Freude und sehr eifrig bei der Sache, das war unglaublich schön zu sehen. Mir hat die Begleitung dieses Projektes ebenfalls viel Spaß gemacht, weil ich die Kinder so von einer anderen Seite und noch viel besser kennenlernen durfte.“

Bei der abschließenden Frage, was ihnen in den in den Wochen am meisten Spaß gemacht hat, ist die Antwort der Kinder einstimmig: „Alles!“ Jonas, 8, aus Kolumbien, betont, dass er besonders das gemeinschaftliche Basteln mit Freunden und die schöne gemeinsame Zeit genossen hat.

Das Projekt konnte dank einer Ausnahmegenehmigung gerade noch regulär beendet werden. Inzwischen hat der Kreis mitgeteilt, dass nach Einschätzung des Gesundheitsamtes in der aktuellen Situation vorerst keine Präventionsprojekte mehr stattfinden sollten.

Das Projekt wurde dankenswerterweise finanziert durch die Kroschke Kinderstiftung, die Bürgerstiftung VR Bank in Holstein und den Lions Club Elmshorn Audita.

Präventiv gegen Gewalt an Elmshorner Grundschulen

In speziellen Projekten lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie gewaltfrei über ihre Konflikte miteinander kommunizieren und wie sie gemeinsam Lösungen finden können. Wie Streit geschlichtet werden kann und was man bei Mobbing tun kann. Unserer Erfahrung nach können schon Erstklässler oft genau sagen, was in ihrer Gruppe nicht funktioniert.

Der Wendepunkt führt diese Projekte seit 2004 an den Elmshorner Grundschulen durch – unterstützt und finanziert durch den Kreis Pinneberg, die Stadt Elmshorn und die Sparkasse Elmshorn. Begleitend dazu werden auch Elternabende und Fortbildungen zu Themen der Gewaltprävention angeboten. In 2019 haben wir 26 Unterrichtsprojekte an Elmshorner Grundschulen durchgeführt und damit knapp 600 Schüler*innen erreicht.

In diesem Jahr wurde unsere Präventionsarbeit vor besondere Herausforderungen gestellt. Während der Schulschließungen fielen viele geplante Projekte aus. Wir sind sehr froh, dass nach den Sommerferien einige unserer geplanten Unterrichtsprojekte doch noch stattfinden konnten.

Jetzt hat der Kreis allerdings mitgeteilt, dass nach Einschätzung des Gesundheitsamtes in der aktuellen Situation vorerst keine Präventionsprojekte mehr stattfinden sollten.

In den Fachgesprächen zur Vorbereitung der Projekte haben viele Schulleitungen, Lehrkräfte und Präventionskoordinator*innen betont, wie wichtig die Projektarbeit der Prävention ist – gerade auch mit Blick auf die zurückliegenden Schulschließungen. Einige Lehrkräfte und Schulsozialpädagog*innen berichten uns, dass sie nach den Sommerferien plötzlich mit Situationen eines problematischen sozialen Miteinanders konfrontiert waren. Die lange Phase der Trennung hat im Einzelfall die Klassengemeinschaft in Mitleidenschaft gezogen. In anderen Klassen ist es noch während des „Lockdowns“ vereinzelt zu Konflikten in den Chatgruppen der Klassen gekommen. Diese sind z.T. erst nach dem Ende der Schulschließungen aufgedeckt worden. Das pädagogische Personal in den Schulen hat mit der Aufarbeitung dieser Konflikte weiterhin zu tun.

Das macht deutlich, wie wichtig die gewaltpräventive Arbeit gerade auch angesichts einer neuen Situation und neuen Herausforderungen ist. Wir möchten uns an dieser Stelle für die verlässliche langjährige Unterstützung unserer Projekte bedanken!

Die Sparkasse Elmshorn ist seit Beginn der Projektarbeit dabei und hat die Gewaltprävention allein in diesem Jahr mit 5400 Euro unterstützt! Zusätzlich fördert sie mit 3000 Euro jährlich Präventionsprojekte gegen den sexuellen Missbrauch. Dabei geht es darum, Mädchen und Jungen für sexuelle Grenzverletzungen zu sensibilisieren, sie zu unterstützen, sich vor sexueller Gewalt zu schützen, und sie zu bestärken, sich bei erwachsenen Vertrauenspersonen Hilfe zu holen.

„Beide Präventionsprojekte sind unendlich wichtig für die Entwicklung und Stärkung der Kinder. Wir freuen uns sehr über das Engagement des Wendepunktes und die breite Nutzung dieser Angebote in den Grundschulen in Elmshorn“, so Olaf Seiler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Elmshorn.

Ein herzliches Dankeschön von uns im Wendepunkt e.V. an die Sparkasse Elmshorn!

Mitarbeiter des Monats :)

Dürfen wir unseren Mitarbeiter Butch vorstellen? Butch ist ein neunjähriger Rüde und von „Beruf“ Therapiebegleithund. Unsere Sozialpädagogin und Kindertherapeutin (und Frauchen von Butch) Melanie Siepert setzt den Australian Shepherd bei ihrer Arbeit mit Erwachsenen und Kindern ein.

Die positive Wirkung von Hunden auf uns Menschen ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen – Hunde erreichen Menschen auch dann oft noch, wenn diese für uns Pädagog*innen und Therapeut*innen nur schwer zugänglich sind.

Menschen mit schwierigen Beziehungserfahrungen und Traumata bekommen über den Einsatz des Therapiebegleithundes eine neue Möglichkeit der Beziehungserfahrung und Gestaltung. Butch bringt viel Erfahrung im Bereich der sozialen Arbeit mit und liebt es, auch rassebedingt, mit Menschen zu kooperieren und zu arbeiten. Butch mag aber nicht nur die feine Kooperationsarbeit und das körpersprachliche Arbeiten mit den Klient*innen, er mag auch die Nähe und sucht diese von sich aus.

Gerade hilft Butch einem achtjährigen Jungen, seine eigenen Bedürfnisse besser zu erkennen und sich zu öffnen. „Der Hund wirkt als Eisbrecher und Katalysator“, erzählt Melanie Siepert. „Der Junge wurde plötzlich ganz weich. Schon nach dem zweiten Termin hat er seinen Mut zusammengenommen und gesagt was er will – er nämlich hat ein großes Bedürfnis nach Nähe. Da konnte Butch natürlich sofort helfen und hat sich gleich bei ihm angekuschelt“.

Die Kinder können über den Hund neue Beziehungserfahrungen machen. Wenn Bedürfnisse durch das Tier freudig beantwortet werden, dann stärkt das das Selbstbewusstsein. Und gleichzeitig lernen die Kinder auch etwas über die Bedürfnisse des Hundes, können darauf eingehen und sich so selbstwirksam erleben. Sie fühlen sich verbunden und angenommen – so wie sie sind.

Der Achtjährige genießt aber nicht nur das Kuscheln mit Butch, sondern auch die gemeinsamen Waldspaziergänge. Er möchte gerne die Wälder in der Umgebung erkunden und macht dabei auch noch viele Naturerfahrungen.

Herbstaktion im Wendepunkt – Lichterbasteln

Bei der diesjährigen Herbstaktion des Wendepunktes hatten die Kinder (8-13) aus unseren Familienhilfen die Möglichkeiten, herbstlich bunte Lampen zu basteln und zu gestalten. Ein thematischer Schwerpunkt wurde dabei auf gesunden Schlaf gelegt: Wie schlaft ihr gut? Was hilft euch beim Einschlafen? Während des gemeinsamen Bastelns haben sich alle über diese Fragen intensiv ausgetauscht.

Für ihre Lampen wählten die Kinder zunächst eine Grundfarbe und gestalteten den Lampenschirm dann mit getrockneten Blättern, Blüten und Gräsern zu einem herbstlichen Kunstwerk. Während einer Pause bei Knabbereien und Kinderpunsch wurden gemeinsam Einschlafübungen aus dem Buch Schlaf gut © von Croos-Müller ausprobiert, und einige Kinder brachten noch weitere eigene Ideen mit ein.

Als die Lampen schließlich fertiggestellt waren und in den verschiedenen Farben im Dunkeln leuchteten, strahlten die Gesichter mindestens ebenso sehr und alle Lichter wurden stolz mit nach Hause genommen!

Ingrid Kohlschmitt erhält Goldene Ehrennadel des Paritätischen Schleswig-Holstein

Die Überraschung war gelungen. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Mitglieder des Wendepunkt e.V. bekam die Gründerin und langjährige ehemalige Leiterin des Vereins, Ingrid Kohlschmitt, die Ehrennadel des Paritätischen (Wohlfahrtverbands) Schleswig-Holstein verliehen. Die Planungen und Organisation waren geheim gehalten worden. Als dann nach Ende der Sitzung plötzlich Ursula Schele, die Verbandsratsvorsitzende des Paritätischen S-H mit einem riesigen Blumenstrauß, einer Urkunde und der goldenen Ehrennadel vor der Tür stand, fiel Ingrid Kohlschmitt aus allen Wolken.

Der Verband würdigt damit ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement als Kreisvertreterin für den Paritätischen und Mitglied im Jugendhilfeausschuss. „Mit höchster Fachkompetenz, beharrlicher Kooperation, klarer Haltung und großer Widerständigkeit bist du Deinen Weg gegangen, der sicher nicht immer ein leichter war, und auf dem Du etliche Steine aus dem Weg räumen musstest“, betonte Ursula Scheele in ihrer Rede. Sie kennt Ingrid Kohlschmitt seit vielen Jahren, „denn uns verbinden seit nunmehr fast 30 Jahren der gemeinsame Kampf für Frauen-, Kinder- und generell für Menschenrechte – und all die sozialpolitischen Themen, die eng damit verbunden sind.“ Daher war es ihr ein Anliegen, die Ehrung persönlich vorzunehmen.

Ingrid Kohlschmitt hat sich ihr ganzes berufliches Leben für die Rechte von Kindern und Jugendlichen eingesetzt und gegen Gewalt und Missbrauch gekämpft. Sie hat den Wendepunkt e.V. gegründet und zu einem Zentrum für Hilfsangebote, Präventionsarbeit und Fortbildung aufgebaut. Darüber hinaus hat sie im Kreis Pinneberg auf verschiedenen Ebenen die Kinder- und Jugendarbeit gestärkt und unterstützt. Von 2008 bis 2019 war sie Kreisvertreterin des Paritätischen im Kreis Pinneberg und hat im Jugendhilfeausschuss die paritätischen Belange vertreten.

Unter dem Dach des Paritätischen Schleswig-Holstein sind 510 Organisationen vereint.

„Dank des weit über das übliche Engagement einer Geschäftsführerin hinausgehenden und hartnäckigen Einsatzes für unsere – uns hier allen gemeinsamen Themen – hast Du den Wendepunkt Elmshorn zu einer Institution gemacht, die mittlerweile nicht nur im Kreis Pinneberg, sondern auch in Hamburg und Schleswig-Holstein gut verortet ist, und auch in die ganze Republik ausstrahlt“, lobte Ursula Schele.

Sichtlich gerührt nahm Ingrid Kohlschmitt die Ehrung in Anwesenheit des Vorstandes, ihres Nachfolgers Dirk Jacobsen und einiger Kolleginnen und Kollegen entgegen.

„Du hast steinige Wege geebnet, vieles möglich gemacht, von dem es oft hieß „das brauchen wir nicht“, „das gibt’s bei uns nicht“ oder „das können wir uns nicht leisten“, betonte Ursula Schele. „Wer wenn nicht Du weiß, dass die Verbrechen von Lüdge, Bergisch Gladbach oder Münster auch im Kreis Pinneberg verübt werden. Du hast Dir die Kraft der Empörung all die Jahre erhalten, hast nicht resigniert, sondern neue Wege gesucht und Türen geöffnet, durch die andere – jetzt hoffentlich ein wenig leichter – gehen können.“

Wir vom Wendepunkt e.V. freuen uns sehr, dass Ingrid Kohlschmitts Engagement durch den Paritätischen ausgezeichnet wurde – herzlichen Glückwunsch zur Goldenen Ehrennadel!

Kostenlose Online-Fortbildung „Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten“

Am Mittwoch, den 11. November von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Fortbildung statt:

„Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten“

Referentin: Elisabeth Hüttche (Dipl. Psychologin und Ausbilderin in der psychosozialen Notfallversorgung)

Verlust und Trauer sind Themen, mit denen sich die meisten Menschen nicht gern beschäftigen, obwohl sie zum Leben dazu gehören und gerade im Zusammenhang mit der Corona-Krise noch mal deutlich präsenter sind als sonst. In diesem Vortrag geht es darum, wie sich das Erleben von Verlust und Trauer von Kindern und Jugendlichen von dem Erleben erwachsener Menschen unterscheidet. Das hängt natürlich einerseits von den kognitiven Fähigkeiten, aber auch von Vorerfahrungen und dem Umgang im Umfeld ab. Wir wollen ganz konkret überlegen, wie man als professionelle Bezugsperson trauernde Kinder und Jugendliche begleiten und unterstützen kann – sowohl einzelne Kinder und Jugendliche als auch ganze Gruppen. Dazu stellen wir ein hilfreiches Modell vor und füllen es mit vielen spannenden Ideen und Anregungen.

Es sind noch Plätze frei – jetzt anmelden unter: www.wendepunkt-fortbildung.de

Die Online-Fortbildung ist ein Ersatzangebot für unsere ausgefallene Trauma-Fachtagung. Sie wird stattfinden und ist kostenfrei.

Wir freuen uns auf Sie und Euch! Die Einladung gerne auch an andere Interessierte weiterreichen!

 

Wechsel im Präventionsteam

Anja Wendland ist neue Leiterin unseres Fachbereichs Prävention und damit zuständig für die Bereiche Schulische Gewaltprävention und Prävention von sexualisierter Gewalt. Sie arbeitet zudem gemeinsam mit Dennis Blauert und Hanne Traulsen in unserer Fachstelle Schutzkonzepte, welche Konzepte für Einrichtungen entwickelt, durch die Kinder und Jugendliche vor Gewalt und sexuellen Übergriffen geschützt werden sollen.

Frau Dr. Jutta Wedemann, die den Fachbereich Prävention bisher geleitet hat, übernimmt eine Professur in Hamburg an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie.

Anja Wendland ist gebürtige Pinnebergerin und hat nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit in Hamburg in verschiedenen Arbeitsfeldern der Jugend- und Familienhilfe gearbeitet und in diesem Rahmen auch ein Stadtteilprojekt in Hamburg geleitet mit dem Ziel, die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu verbessern. Sie war anschließend Studiengangsleiterin eines berufsbegleitenden Studiengangs der Sozialen Arbeit an der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie und später dann im Bereich Jugendsozialarbeit u.a. für die Entwicklung von Schutzkonzepten zuständig.

Sie ist zertifizierte Kinderschutzfachkraft und systemische Beraterin (DGSF).

„Ich möchte durch meine Arbeit helfen, Kinder und Jugendliche zu stärken und zu unterstützen, so dass sie mutig und stark ins Leben gehen können! Großen Spaß macht mir dabei auch die Zusammenarbeit mit anderen Engagierten im Netzwerk. Und so freue mich darauf, nun die Präventionslandschaft in meinem Heimatkreis Pinneberg unterstützen und mitgestalten zu können.“ – Anja Wendland

Nachdem in diesem Jahr aufgrund der Schulschließungen viele Präventionsprojekte ausfallen mussten, laufen bereits die Planungen für dieses Schuljahr und zahlreiche Projekte an Schulen sind noch für 2020 terminiert.

„Hier können die Schüler und Schülerinnen zeigen, wer sie sind und was sie können“

Kunstaktion des Wendepunkt e.V. zur Interkulturellen Woche

Überall auf dem Boden liegen lebensgroße Pappfiguren, Farben, Scheren und Papierschnipsel. In dem großen Raum ist es überraschend ruhig – denn die insgesamt 16 Schülerinnen und Schülern sind voller Konzentration dabei, ihr Papp-Alter Ego bunt anzumalen, zu bekleben und zu verzieren.

Die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Boje C. Steffens Gemeinschaftsschule Elmshorn ist zu Besuch im Wendepunkt. Im Rahmen der Interkulturellen Woche haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wendepunktes wieder eine besondere Kunstaktion ausgedacht. In diesem Jahr fertigen die Jugendlichen ein Ganzkörperbild von sich an – dabei sollen sie ihre Besonderheiten, Stärken und Vorlieben herausarbeiten.

Die 12jährige Rupelin aus Syrien läßt ihre Figur buchstäblich schwimmen – denn sie liebt das Wasser. Sie hat ihre Figur so ausgeschnitten, dass sie mitten in einer Kraulbewegung ist. Sie trägt einen dezent verzierten Badeanzug und hat eine bunte Blume im Haar. Rupelin macht die Aktion viel Spaß, denn zeichnen ist ihr zweites Hobby. In Syrien sei die Schule nicht so schön gewesen wie in Deutschland, erzählt sie. „Da wurden die Kinder geschlagen.“ An der Aktion findet sie besonders gut, dass sich alle gegenseitig helfen und sie sich dadurch besser kennenlernen.

Das beobachtet auch ihre Lehrerin Silvia Diederichs. Die 16 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 11 und 15 Jahren sind sonst in zwei Leistungsgruppen aufgeteilt. „Bei dieser Arbeit entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, und die Jugendlichen kommen in Kontakt.“ Die DaZ-Lehrerin beobachtet, dass auch etwas stillere Schüler bei der Kunstaktion auftauen. „Hier können sie zeigen, wer sie sind und was sie können. Viele sind in der Schule nicht so stark, auch wegen der Sprachprobleme. Das ist aber nicht das Wichtigste. Sie sollen wissen: dass, was ich mit Leidenschaft mache, mache ich gut! Das kann ich, und so bin ich.“

Die Jugendlichen stammen aus Syrien, dem Jemen, Indien, dem Kosovo, Albanien, Griechenland und Russland. Einige von ihnen haben zum Teil lange Reisen über verschiedene Länder hinter sich.

Die Jugendlichen werden bei ihrer Arbeit unterstützt von Kunsttherapeutin und –pädagogin Sophie Firle, Dipl.-Pädagogin Hanne Traulsen und weiteren Wendepunkt-Mitarbeitern. Am Ende präsentieren alle Schülerinnen und Schüler Eltern und Familienmitgliedern, die extra gekommen sind, ihre Figuren und erzählen von ihren ganz persönlichen Stärken und Hobbys. Anschließend werden die Figuren zu einem großen Gemeinschaftsbild zusammengesteckt, welches dann während der laufenden Interkulturellen Woche in der Schule ausgestellt wird.

Schüler und Eltern erfahren dabei auch von der Arbeit des Wendepunktes und welche Hilfen bei der Bewältigung belastender Erlebnisse angeboten werden.

Der 12jährige Mohammed aus dem Jemen ist glücklich mit seiner Figur. Er hat sie einer Figur aus einer Fernsehserie nachempfunden und ihr Superkräfte gegeben. „Ich hätte gerne Superspeed und wäre total schnell!“ Sein Fazit: „Ich fand den Tag sehr cool!“

HSV-Stiftung „Hamburg helfen“ unterstützt den Wendepunkt mit 5500 Euro

Neue Möglichkeiten für Präventionsarbeit in Hamburg

Dank der HSV-Stiftung können wir die technische Infrastruktur in unserer Hamburger Beratungsstelle für sexuell auffällige Minderjährige und junge Erwachsene verbessern. Im Rahmen der Ambulanten Rückfallprophylaxe (ARP) bieten wir sowohl Einzel- als auch Gruppensitzungen an. Die ARP ist für uns ein wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit gegen den sexuellen Missbrauch. Gerade die Arbeit mit sexuell übergriffigen Minderjährigen und jungen Erwachsenen ist wichtig, um weitere Übergriffe und die Entwicklung von „Täterkarrieren“ zu verhindern und eine angemessene, gewaltfreie und sozial verträgliche Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen zu fördern. Außerdem werden Fachberatungen für Schulen, stationäre und ambulante Einrichtungen, niedrigschwellige Interventionsmaßnahmen – wie z.B. normenverdeutlichende Gespräche mit sexuell auffälligen Kindern und Jugendlichen oder andere pädagogische Interventionen in Schulklassen – und Erstberatungen für Kinder und Jugendliche sowie deren soziales Umfeld angeboten.

Die Spende ermöglicht es uns, unsere technische Infrastruktur auszubauen, um auch in schwierigen Zeiten flexibel und verlässlich Beratungen und Therapiesitzungen stattfinden lassen zu können – auch wenn der persönliche Kontakt nicht möglich sein sollte. Es ist elementar, dass wir auch unter Einhaltung besonderer Hygienevorschriften den Kontakt zu unseren jungen Klient*innen aufrechterhalten können. Auch Gruppensitzungen können nun mit Klient*innen stattfinden, die nicht in der Beratungsstelle anwesend sein können.

„Wir freuen uns sehr, dass uns die HSV-Stiftung ‚Der Hamburger Weg‘ so großzügig bei diesem Projekt unterstützt“, sagt Wendepunkt Geschäftsführer Dirk Jacobsen. „Corona hat gerade auch die Beratungsstellen vor besondere Herausforderungen gestellt. Aufgrund der Hygienevorschriften konnten wir unsere Klient*innen einige Zeit nicht persönlich sehen. Es war uns sehr wichtig, den Kontakt trotzdem aufrechtzuerhalten und andere Wege zu finden, um begonnene Gespräche und Therapien fortzusetzen und sogar neue Klient*innen aufzunehmen. Dank der HSV-Stiftung können wir nun die technischen Voraussetzungen schaffen, um zukünftig auch digitale Therapiesitzungen mit Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Das bietet auch neue Chancen und Möglichkeiten für Gruppensitzungen.“

Im Rahmen des Förderprojekts „Hamburg helfen“ werden insgesamt zwölf soziale Einrichtungen mit insgesamt mehr als 90.000 Euro unterstützt. Das Geld stammt aus dem Verkauf der HSV-Gesichtsmasken. Weitere Informationen zur Stiftung und sämtlichen Förderprojekten gibt es Hier .