Aktuelles

6.2.: Safer Internet Day

Zum diesjährigen Safer Internet Day 2024 hat @Klicksafe das Thema „Let´s talk about Porno“ in den Mittelpunkt gestellt. Da bereits auch Kinder in der Grundschule mit pornografischen Bildern oder Videos in Berührung kommen können, sind Gespräche zu dem Thema besonders wichtig. Es geht darum, Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, das Gesehene einzuordnen.

Das Präventionsteam des Wendepunktes findet es ebenfalls wichtig, sich in der sexualpädagogischen Arbeit mit dem Thema Pornographie auseinanderzusetzen. In unseren Schulprojekten zur Prävention von sexualisierter Gewalt kommen wir mir den Kindern und Jugendlichen in den Austausch und beantworten altersgemäß deren Fragen und sprechen über Mythen rund um das Thema Pornografie und die Rechtslage.

Informationen zur Rechtsgrundlage und Tipps, wie mit Kindern und Jugendlichen über das Thema pornografische Inhalte im Netz gesprochen werden kann, findet man unter anderem auf der Internetseite von Klicksafe.

#saferinternetday #klicksafe #praevention #wendepunktev

Sozialministerin Aminata Touré zu Besuch im Wendepunkt

Die Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung wollte sich gerne ein genaueres Bild über die tägliche Arbeit unserer Beratungsstelle machen, und kam spontan zu einem Besuch vorbei, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Mehrere Bereiche unserer Arbeit werden von ihrem Ministerium finanziert. So wurde zum Beispiel gerade das landesweite Programm TiK-SH, bei dem Fachkräfte aus Kitas und Familienzentren seit einigen Jahren traumapädagogische Fortbildungen, Beratung und Supervision erhalten, jetzt auch auf Grundschulen erweitert. Ein wichtiges Signal – Fachkräfte benötigen im herausfordernden Arbeitsalltag mit hochbelasteten Kindern die nötigen Kompetenzen und eine bestmögliche Unterstützung! Dabei ist allerdings der akute Fachkräftemangel ein großes Problem. Es fehlt an geeigneten Fachkräften – auch wir haben einige offene Stellen. Touré betonte, dass Synergien geschaffen würden, um geeignete Menschen zu finden und in das System zu bringen – der Fachkräftemangel habe gerade große Priorität.

Ein weiteres Problem unserer täglichen Arbeit ist die Bürokratie. Unsere verschiedenen Arbeitsbereiche müssen über mehr als 20 Kostenträger mit entsprechenden Verwendungsnachweisen abgerechnet werden – ein enormer Aufwand. Die Ministerin zeigte für dieses Problem großes Verständnis. Der Abbau von Bürokratie sei eine wichtige aber längerfristige Aufgabe. „Umso wichtiger ist es, die entsprechenden Fördergelder zur Verfügung zu stellen.“

Wendepunkt Geschäftsführer Dirk Jacobsen betonte, wie wichtig schnelle und professionelle Hilfsangebote für hochbelastete und traumatisierte Menschen sind. Sie ermöglichen den Betroffenen eine Rückkehr in ihren Lebensalltag und sind dadurch gleichzeitig die beste Prävention für Folgekosten, die entstehen, wenn sich psychische Probleme bei Menschen festsetzen.

#wendepunktev #trauma #traumaambulanz #sozialministeriumsh

Jahrestag der Messerattacke bei Brokstedt: wir sind vor Ort

Heute jährt sich die tödliche Messerattacke in einem Zug bei Brokstedt. Mit einer Gedenkveranstaltung, an der auch Ministerpräsident Günther, Innenministerin Dr. Sütterlin-Waack und Justizministerin Prof. Dr. von der Decken teilnehmen, wird an die Opfer des Messerangriffs vom 25. Januar 2023 erinnert. Am Bahnhof Brokstedt wird ein Kranz niedergelegt, anschließend gibt es Ansprachen vor der Kirche, einen Gedenkgottesdienst und eine abschließende Zusammenkunft im Gemeindehaus.

Auch wir sind vor Ort. Der Jahrestag wird viele Erinnerungen wecken und möglicherweise alte Wunden aufreißen. Sascha Niemann, Leiter unseres Fachbereich Traumazentrum und Beratung, wird sich mit seinem Team während des Tages im zentralen Treffpunkt der Bürgerstuben (in Nähe des Bahnhofs) und im Gemeindehaus aufhalten, um im Bedarfsfall zu unterstützen und zu beraten. Unser Trauma-Team hatte direkt nach dem Ereignis viele Betroffene unterstützt und ihnen bei der Verarbeitung der Ereignisse geholfen. Gemeinsam mit der Regio Klinik hatten wir über mehrere Wochen eine offene Sprechstunde in Brokstedt eingerichtet.

„Der Jahrestag wird für viele, die damals direkt oder mittelbar betroffen waren, eine emotionale Herausforderung werden. Erinnerungen, die im Alltag einsortiert sind, kommen wieder hoch, alte Ängste können getriggert werden. Das ist ganz normal. Es ist wichtig, sich diesen Emotionen zu stellen“, so Niemann.

Nach Brokstedt: Gewaltpräventionsambulanzen sollen Taten verhindern helfen

Das neue Angebot der Gewaltpräventionsambulanzen soll sich an Menschen richten, die straffällig geworden sind oder straffällig zu werden drohen. Der Messerangriff von Brokstedt habe gezeigt, dass es viele Anstrengungen brauche, um das Risiko zu verringern, dass solche Taten passieren, sagte Justizstaatssekretär Otto Carstens bei der Vorstellung des neuen Konzepts. „Eine Garantie, sie zu verhindern, kann es nicht geben, Aber jeder Baustein, der dabei hilft, damit Gewalt gar nicht erst entsteht, ist äußerst wertvoll“, sagte Carstens.

Träger der Gewaltpräventionsambulanzen sind Pro Familia in Flensburg und Lübeck, das Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) in Kiel und der Wendepunkt e.V. in Elmshorn. Unterstützt werden sie durch den Verein Krisendienst aus Schleswig, der ein Krisentelefon betreibt.

Der Wendepunkt betreibt seit vielen Jahren eine Ambulante Rückfallprophylaxe, die sich an sexuell übergriffige junge Menschen richtet, sowie eine Forensische Ambulanz, in der ambulante Einzeltherapien für erwachsene Sexualstraftäter durchgeführt werden.

Ziel der Gewaltpräventionsambulanzen ist, Personen mit problematischen Verhaltensweisen langfristig zu begleiten und durch koordinierte Hilfsangebote dissozialen Entwicklungen entgegenzuwirken. Es geht darum, Täterkarrieren zu vermeiden. Für die Arbeit stellt das Justizministerium in diesem Jahr 400.000 Euro zur Verfügung.

Parallel dazu hat das Justizministerium ein landesweites Angebot der psychosozialen Nachsorge nach Straftaten ins Leben gerufen. Dieses Angebot wird durch den Wendepunkt umgesetzt. Nach traumatischen Ereignissen können sich Opfer von Straftaten professionelle akute und mittelfristige Hilfe beim Wendepunkt holen.

Nach Brokstedt: neues landesweites psychosoziales Beratungsangebot nach Straftaten

Der Wendepunkt e.V. ist im Auftrag des Justizministeriums Träger des landesweiten Hilfeangebotes.

Justizministerin Kerstin von der Decken kam nach Elmshorn, um gemeinsam mit dem Wendepunkt ein neues Beratungsangebot für Menschen, die von Straftaten betroffen sind, vorzustellen. Es geht um professionelle Unterstützung, um den Betroffenen von Straftaten und schweren Gewaltdelikten zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Justizministerin Kerstin von der Decken: „Wir verfügen in Schleswig-Holstein bereits über ein ausdifferenziertes Netz von Hilfsangeboten. Diese reichen von den ehrenamtlichen Angeboten des Weißen Rings über eine Vielzahl von spezialisierten Fachberatungsstellen beispielsweise für Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt bis hin zu Trauma-Ambulanzen. Der Messerangriff bei Brokstedt hat uns jedoch schmerzlich vor Augen geführt, dass es dennoch eine Lücke gibt: Menschen, die von Straftaten direkt oder auch indirekt betroffen sind, und anhaltend darunter leiden, konnten bislang auf kein spezialisiertes, psychologisches Beratungsangebot zurückgreifen. Dies wollen wir ändern!“.

Unmittelbar nach einem Ereignis wie Brokstedt sind Fachkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung vor Ort und kümmern sich um die Betroffenen. Doch was ist in den Tagen und Wochen danach? Es hat sich gezeigt, dass es eine große Anzahl von Betroffenen gab, die längerfristig Hilfe brauchten: von den Verletzten und den Angehörigen über Augenzeugen und Rettungskräften bis hin zu Mitschülern. Der Wendepunkt war vor Ort, hat psychosoziale und traumaspezifische Hilfe angeboten, Fachberatungen durchgeführt und eine offene Sprechstunde gemeinsam mit der Regio Klinik eingerichtet.

Zukünftig soll der Wendepunkt bei derartigen Ereignissen nun landesweit zum Einsatz kommen. Telefonisch, per Video und bei Bedarf auch vor Ort.

„Nach traumatischen Ereignissen brauchen die Betroffenen möglichst schnelle Hilfe und eine psychosoziale Intervention, damit sie das Erlebte verarbeiten können und sich die Symptome nicht festsetzen. Da es bis zu ein halbes Jahr dauern kann, bevor die Betroffenen einen Termin bei niedergelassenen Ärzten bekommen, bilden wir eine Brücke in der Versorgung. Wir helfen dann auch dabei, die Betroffenen bei Bedarf in die weiterführende Versorgung vor Ort einzubinden“, erklärt Sascha Niemann, der im Wendepunkt den Fachbereich Traumazentrum und Beratung leitet.

Das Angebot schließt noch eine weitere Lücke. Bisher steht Opfern von Gewaltstraftaten Hilfe im Rahmen des Opferentschädigungsgesetzes zu. Aber auch Straftaten ohne direkten Gewalteinsatz können für die Betroffenen Folgen haben – wenn es zum Beispiel nach einem Einbruch zu Angststörungen kommt oder Opfer des sogenannten Enkeltricks anschließend Vertrauensprobleme haben. Für diese Betroffenen wird der Wendepunkt Sprechstunden einrichten. Das gesamte Projekt wird jährlich mit 100.000 Euro finanziert.

„Dieses Angebot einer akuten und mittelfristigen psychosozialen Nachsorge nach Straftaten schließt eine Lücke im Versorgungssystem und ist ein Meilenstein in der Unterstützung von Opfern. Es wird einen signifikanten Beitrag leisten, um das Leben der Betroffenen zu verbessern“, betont Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes.

„Dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen. Der Wendepunkt verfügt über weitreichende Erfahrung in diesem Bereich und ist der richtige Träger dafür“, sagt Justizministerin von der Decken. „Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, nicht nur für Ihre Arbeit in Brokstedt sondern auch für Ihre Bereitschaft, dieses Projekt umzusetzen.“

Erreichbar ist das Angebot des Wendepunktes unter der Nummer: 04121 / 475730

Foto: Justizministerin von der Decken, Dirk Jacobsen, Sascha Niemann

#wendepunktev #trauma #traumaambulanz #justizministerium #opfervonstraftaten

Hilfe für traumatisierte junge Menschen auf weitere Jahre gesichert

Wir freuen uns sehr, dass der Kreis Pinneberg den Vertrag für die Finanzierung der Interdisziplinären Trauma-Ambulanz Westholstein um fünf Jahre verlängert hat!

Die Trauma-Ambulanz ist eine Kooperation zwischen dem Wendepunkt und der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Regio Klinik.

Aus der Pressemitteilung des Kreises: „Bei Traumatisierungen muss es möglichst schnell gehen. Die Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche im Kreis Pinneberg hat deshalb zum Ziel, innerhalb von 48 Stunden ein erstes Gespräch möglich zu machen. Allein im ersten Halbjahr 2023 haben mehr als 200 Kinder und Jugendliche das Angebot der Traumaambulanz genutzt. Jetzt haben der Kreis Pinneberg und die Träger der Traumaambulanz einen Vertrag für die kommenden fünf Jahre unterzeichnet und können damit die Erfolgsgeschichte der interdisziplinären Beratungsstelle fortschreiben. Der Kreis Pinneberg unterstützt das Projekt finanziell mit 242.800 Euro im Jahr.

Im Jahr 2020 ist die Traumaambulanz in ihrer jetzigen Form ins Leben gerufen worden, um die Versorgungssituation für traumatisierte Kinder und Jugendliche im Kreis Pinneberg dauerhaft zu verbessern. Durch den Zuwachs an geflüchteten Menschen in den Jahren zuvor waren viele Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene in den Kreis gekommen, die multiple Traumatisierungen erlebt hatten und oft in entwurzelten Familien mit ebenfalls traumatisierten Eltern oder allein lebten.

Die Traumaambulanz bietet Kindern und Jugendlichen eine Anlaufstelle, die sie niedrigschwellig und kostenfrei aufsuchen können. Zum Angebotsspektrum zählen zeitnahe medizinische, psychotherapeutische sowie pädagogische Beratungen und Behandlungen. Zudem ist auch der Übergang in eine kontinuierliche psychotherapeutische Behandlung sichergestellt. Ziel ist es, durch eine enge und zügige Zusammenarbeit mit allen an der Notfallversorgung Beteiligten zu erwartende Traumafolgen frühzeitig abzumildern und somit das Entstehen schwerer psychiatrischer Erkrankungen möglichst zu verhindern.

Der Vertrag mit den Trägern läuft zunächst bis zum 31. Dezember 2028. Für diesen Zeitraum ist damit das landesweit einzigartige Projekt in seiner Existenz gesichert.“

Foto (von links):

Dirk Jacobsen, Geschäftsführer Wendepunkt e.V.

Robert Schwerin, Leiter des Fachbereichs Bevölkerungsschutz, Zuwanderung und Gesundheit

Thomas Klahn, Kaufmännischer Leiter der Regio Kliniken

Anna Vetter, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Regio Kliniken

Neuigkeiten aus dem Wendepunkt

Wir feiern Geburtstag und freuen uns über eine Vertragsverlängerung. Wir schicken Kinder auf eine magische Reise und haben eine mobile Ausstellung gegen Mobbing in Schulen zusammengestellt. Klingt interessant? Diese und andere Themen sind nachzulesen in unserem aktuellen Dezember-Newsletter!

Den finden Sie hier: https://www.wendepunkt-ev.de/newsletter-archiv/

Am besten melden Sie sich direkt an, dann erhalten Sie alle wichtigen Neuigkeiten über unsere Arbeit vierteljährlich!

Wir suchen zum nächstmöglichen Termin für unser Verwaltungsteam

PERSONALREFERENT (m/w/d)

Ihre Aufgaben:

  • Erste Anlaufstelle für alle Führungskräfte und Mitarbeitenden
  • Operative Personalarbeit von der Einstellung bis zum Austritt
  • Erstellung von Arbeitsverträgen, Zeugnissen/Zwischenzeugnissen, allgemeines Bescheinigungswesen
  • Pflege der Personalakten
  • Unterstützung bei der weiteren Digitalisierung des Personalbereichs
  • Bewerbungsmanagement
  • Aktive Mitwirkung bei der stetigen Verbesserung und Optimierung der HR-Prozesse
  • Allgemeine Verwaltungsaufgaben

Ihr Profil:

  • Abgeschlossenes Studium mit Schwerpunkt Personal oder kaufmännische Ausbildung mit entsprechender Weiterbildung
  • Mehrjährige Berufserfahrung im Personalwesen wünschenswert
  • Gutes Organisationsvermögen
  • Lösungsorientierte und selbständige Arbeitsweise
  • Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen
  • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, hohe Sozialkompetenz und Belastbarkeit

Wir bieten:

  • 20-25 Std. / Woche
  • Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
  • Ein Teil der wöchentlichen Arbeitszeit kann auch am Standort Hamburg erfolgen
  • Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
  • Ein freundliches und motiviertes Team
  • Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
  • Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
  • Gute Anbindung an den HVV, fußläufig vom Bahnhof erreichbar
  • Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V. ,Obstkorb)
  • Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefit

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 31.12.2023 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de

Fragen beantwortet gern Frau Manuela Kenderesi per Mail erreichbar unter kenderesi@wendepunkt-ev.de

Der Wendepunkt e.V., Elmshorn engagiert sich für Respekt und Gewaltfreiheit in Erziehung, Partnerschaft und Sexualität. Als gewaltpräventive Einrichtung bietet er eine Vielzahl an Maßnahmen und Angeboten, um körperliche, psychische und sexuelle Grenzverletzungen früh zu erkennen, kompetent einzugreifen und für die Zukunft verhindern zu helfen. Unsere Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche, Eltern, Familien sowie Fachkräfte.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Magische Reise mit Kindern im Wendepunkt

Für fünf Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren fand im Wendepunkt eine phantasievolle Reise statt, bei der sie spielerisch und kunstvoll über eigene Gefühle und Erlebnisse nachdenken konnten. Grundlage war die Geschichte „Die magische Reise“ von Aaron Becker.

In mehreren Abschnitten schauen wir das Buch über einen Beamer großformatig auf der Leinwand an, zu Beginn richten sich alle einen eigenen Arbeitsplatz ein.

Die Geschichte ist ein gänzlich textfreies Bilderbuch, und die sehr schönen Bilder bezaubern durch ihre Tiefe und den hohen Erzählwert, sie laden zum Verweilen, Träumen und „Wegdenken“ ein. Gemeinsam haben wir uns das Buch über einen Beamer angeschaut, in der es um ein Kind geht, dass erfahren muss, dass keine Person zu Hause Zeit hat, um mit ihm zu spielen, zu sprechen oder anderweitig beisammen zu sein. In Gedanken und Langeweile versunken begibt es sich auf sein Zimmer, alleine und das Gesicht in den angezogenen Knien vergraben.

Die Kinder im Wendepunkt sprechen über ihre eigenen Erfahrungen und erleben, dass auch andere manchmal ein Gefühl von Einsamkeit erleben. Darüber kommen sie ins Gespräch miteinander und unter Anleitung der beiden Kunsttherapeut*innen entsteht eine gemeinsame interaktive Erzählung.

Das Kind der Geschichte sieht, noch auf dem Bett sitzend, eine rote Kreide auf dem Boden liegen. Staunend und mit freudiger Erwartung hebt es die Kreide auf, zeichnet sich eine rote Tür in die Zimmerwand und verschwindet durch diese hindurch in eine magische Welt.

Schwupps, finden die Kinder im Wendepunkt auch eine rote Kreide! Auf einen großen Karton zeichnen sie jeweils vorne und hinten eine rote Tür und gehen nacheinander durch Diese hindurch.

Sobald sie durch die rote Tür getreten sind, betreten sie mit dem Kind den Zauberwald auf der Leinwand. Immer wieder gerät das Kind in sehr herausfordernde Situationen. Es erinnert sich an die rote Zauberkreide und zeichnet sich damit die Lösung, welche alsbald genutzt werden kann, um mit der Situation umgehen zu können. Die Kinder sind eingeladen, mit ihrer roten Kreide ihren eigenen Lösungsansatz skizzenhaft in einem kleinen Büchlein zu entwickeln oder aber auch ihren Gedanken in der Geschichte freien Lauf, bzw. freies Bild zu lassen.

Am Ende übertragen die Kinder ihre liebste Skizze auf eine Leinwand.

So gehen die Kinder mit vielen Bildern und Ideen nach Hause – und in dem Bewusstsein, dass ihnen ihre eigene Vorstellungskraft manchmal auch helfen kann.

Wir bedanken uns im Namen der 5 Phantasiereisenden dieses Nachmittags für die finanzielle Spende von Appen musiziert „Keine Gewalt an Kindern“!

#Kunsttherapie #wendepunktev #traumaambulanz

Wendepunkt feiert 30jähriges Jubiläum

Was einmal als Ein-Frau-Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt begonnen hat, ist mittlerweile zu einem großen Verein mit über 50 Fachkräften angewachsen, der sich mit vielfältigen Hilfen aus einer Hand für den Gewaltschutz einsetzt und Kinder, Jugendliche und ihre Familien in der Region unterstützt.

„Wir wollen die Kinder und Jugendlichen in unserer Region stärken und schützen, um sie vor sexueller und anderer Gewalt und Grenzverletzungen jeder Art zu bewahren. Und wir sind an ihrer Seite, wenn sie hochbelastende und traumatisierende Erfahrungen machen mussten. Wir helfen ihnen und setzen uns für ihre Interessen ein. Da besteht leider nach 3 Jahrzehnten Arbeit immer noch ein großer Bedarf. Die Bedürfnisse der Kinder stehen noch längst nicht so im Fokus, wie wir uns das wünschen würden“, sagt Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunkt e.V.

Allein 2022 haben den Wendepunkt 1236 Hilfeanfragen erreicht, seit Gründung wurden über 16.000 Fälle bearbeitet.

Über die Jahre wurden die Tätigkeitsfelder stetig ausgeweitet. Neben der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt betreibt der Wendepunkt in Kooperation mit der Regio Klinik die Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein, die schnelle Hilfen nach hochbelastenden und traumatischen Erlebnissen anbietet – von der Beratung bis zu therapeutischen Angeboten.

Der Wendepunkt unterstützt auch langfristig Kinder und ihre Familien im Rahmen der Erziehungshilfen.

Eine Arbeit, die auch für die Fachkräfte manchmal sehr belastend sein kann. „Es ist schon herausfordernd, täglich mit solchen Themen umgehen zu müssen. Wir haben zum Glück ein sehr gutes Miteinander und können im Team über schwere Themen sprechen, und wir sorgen für regelmäßige Supervision und bei Bedarf Beratung von außerhalb“, berichtet Sascha Niemann, Leiter des Fachbereichs Traumazentrum und Beratung.

Da der Wendepunkt nicht nur in Krisen helfen sondern aktiv dazu beitragen will, Kinder und Jugendliche vor hochbelastenden Erfahrungen möglichst zu schützen, war die Prävention von Anfang an eine zweite Säule der Arbeit und wurde immer weiter ausgebaut.

Insgesamt hat der Wendepunkt über die Jahre im Kreis Pinneberg 2400 Unterrichtsprojekte an den Schulen durchgeführt.

„Wir reden mit den Kindern über ihre Gefühle und wie sie die einordnen können. Außerdem über Grenzen: was sind meine Grenzen und wie kann ich die kommunizieren? Es geht darum, die Kinder zu stärken, sie mit Täter*innenstrategien vertraut zu machen – und sie zu ermutigen, sich im Ernstfall Hilfe zu holen“, erklärt Bianca Tietz, Leiterin des Fachbereichs Prävention.

Ragnhild Ehlers, die seit Gründung Vorstandsmitglied ist, hat in ihrer aktiven Zeit als Lehrerin die Arbeit des Wendepunktes auch von dieser Seite kennengelernt. „Die Projekte waren immer sehr hilfreich, weil sich die Kinder Menschen von außerhalb leichter öffnen konnten. Und der Wendepunkt war immer als Beratung und Unterstützung da, wenn man selbst Verdachtsfälle erlebt hat.“

Zur Prävention gehört seit vielen Jahren auch die Arbeit mit (jugendlichen) Übergriffigen und Tätern. Der Wendepunkt ist eine der wenigen Facheinrichtungen in Norddeutschland, die sich mit Übergriffigen beschäftigt. Dabei ist ein qualifiziertes psychosoziales Hilfsangebot der wirksamste Schutz gegen Rückfälle – und ist damit gleichzeitig Opferschutz.

Außerdem hat der Wendepunkt ein Fortbildungszentrum (WFZ) aufgebaut, um Fachkräfte weiterzubilden, zu befähigen und in der täglichen Arbeit zu unterstützen. Über 2000 Fortbildungsmaßnahmen wurden seitdem durchgeführt – im hauseigenen Fortbildungszentrum sowie seit Corona zunehmend auch online, wodurch Fachkräfte aus dem ganzen Bundesgebiet erreicht werden. Der Wendepunkt unterstützt außerdem pädagogische Einrichtungen bei der Entwicklung eines Schutzkonzeptes.

„Unsere Arbeit ist in meinen Augen elementar, denn die Kinder und Jugendlichen brauchen Unterstützung durch kompetente Erwachsene, um gesund aufwachsen zu können“, so Jacobsen. „Ich bin froh, dass ich ein sehr engagiertes und professionelles Team habe, dass sich für die Gesundheit und die Rechte der Kinder und Jugendlichen einsetzt. Aber gerade auch vor dem Hintergrund des großen Fachkräftemangels in diesem Bereich wünsche ich mir mehr gesellschaftliche und politische Anerkennung für soziale Arbeit.“

Foto von links:

Sascha Niemann, Bianca Tietz, Dirk Jacobsen, Ragnhild Ehlers

#wendepunktev #sexuellegewalt #traumaambulanz