Modellprojekt: Weibliche Täterschaft

Inhalte und Ziele

Sexueller Missbrauch findet in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Männer und männliche Jugendliche statt, zu etwa 10 bis 20 Prozent durch Frauen und weibliche Jugendliche. Für diese Mädchen und Frauen gibt es kaum Angebote. Die Scham der Betroffenen ist bei Täterinnen oft größer als bei Tätern. Aber auch ein überhöhtes Mutterbild, tradierte Rollenbilder und gelebte Geschlechterunterschiede führen dazu, dass sich diese Zahlen nicht in der Praxis abbilden.

Über missbrauchende Frauen wurde in Deutschland bislang wenig geforscht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sexueller Missbrauch durch Frauen seltener entdeckt wird, weil solche Taten Frauen kaum zugetraut werden.

Team

Ambulante Rückfallprophylaxe

Sexuell grenzverletzendes Verhalten von Mädchen und Frauen hat häufig eine Funktion, wie beispielsweise die Demonstration von Macht und Überlegenheit – oder aber das Überspielen von Versagensängsten im sozialen Kontakt. Zu diesem Verhalten gibt es nicht-grenzverletzende, konsensuale Alternativen, die „trainiert und verstanden“ werden können – und je früher das Training beginnt, umso eher können die Mädchen und Frauen ihre gesellschaftliche Zukunft wieder erfolgreich gestalten. Dabei ist die Sensibilisierung für die geschlechtsspezifische Situation von Mädchen und Frauen ebenso von Bedeutung wie das Grundlagenwissen über ihr sexuell grenzverletzendes Verhalten.

Unser Arbeitsbereich umfasst die pädagogisch-therapeutische Arbeit mit sexuell grenzverletzenden Mädchen und Frauen. Hierzu zählen:

  • Diagnostik und Rückfallprognostik
  • Einzel- und Gruppentherapien

In den Einzel- und Gruppentherapien finden die spezifischen Lebenslagen und speziellen Entwicklungsbedürfnisse von Mädchen und Frauen Berücksichtigung.

Fachberatung

Fachberatung und Krisenintervention in Schulen, stationären und ambulanten Einrichtungen der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe sowie in Einrichtungen der Jugendarbeit.

Erstberatung von Mädchen und Frauen, sowie deren Familienangehörigen und / oder deren soziales Umfeld.

Niedrigschwellige Interventionsmaßnahmen, z.B. normenverdeutlichende Gespräche mit sexuell auffälligen Kindern und Jugendlichen oder andere pädagogische Interventionen in Schulklassen.

Fortbildung

Zudem bieten wir auch Fortbildungen für Einrichtungen und Institutionen zum Thema „Sexualisierte Gewalt von Mädchen und Frauen“ an.

Bei Interesse können Sie sich an uns wenden! Kontakt:

Fiona Reinke und Lena Würger

Wendepunkt e.V.

Schillerstraße 43

22767 Hamburg

Fon: 040 / 70 29 87 61 (nur über Festnetz erreichbar)

www.wendepunkt-ev.de

E-Mail: reinke@wendepunkt-ev.de und wuerger@wendepunkt-ev.de

Weitere Angebote