Aktuelles

Neue Leiterin des WFZ

Anja Dithmer-Hesse ist neue Leiterin unseres Fortbildungszentrums WFZ. Sie tritt damit die Nachfolge von Dennis Blauert an, der unseren Fortbildungsbereich über viele Jahre erfolgreich immer weiter ausgebaut hat. Der Wendepunkt engagiert sich in der Fort- und Weiterbildung von Fachkräften aus dem Bildungssektor, der Jugendhilfe sowie dem Gesundheitswesen, um sie in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern zu unterstützen und zu befähigen.

Anja Dithmer-Hesse hat nach 15jähriger Tätigkeit bei einem Bildungsträger die vergangenen zweieinhalb Jahre eine Einrichtung für berufliche Rehabilitation und Rehabilitation für psychisch erkrankte Menschen geleitet. Das Thema Aus- und Fortbildung ist seit vielen Jahre ihre Passion.

„Es liegt mir am Herzen, Menschen für ihre Tätigkeit zu stärken und ihnen durch gute Bildung eine professionelle Grundlage zu ermöglichen, um innerhalb ihrer Arbeitsbereiche gut ausgebildet zu sein und sich in den Themen, die Wendepunkt-spezifisch sind, sicher in ihrer Arbeit zu fühlen bzw. zu werden. Es reizt mich sehr, zukünftig gemeinsam mit dem WFZ Team aktuelle Bedarfe im Blick zu behalten und auch individuelle Angebote zielgerichtet zu konzipieren und durchzuführen “ Anja Dithmer-Hesse

Für Anfragen zu Angeboten und für individuelle Anfragen wenden Sie sich gerne an dithmer-hesse@wendepunkt-ev.de.

Ausflug mit Jugendlichen in die Hamburger Museums-Ausstellung „Eine Stadt wird bunt“

Mit mehreren Jugendlichen, die im Rahmen unserer Erziehungshilfen bei uns sind, sind wir in den Sommerferien nach Hamburg ins Museum für Hamburgische Geschichte gefahren. Eine spannende Ausstellung dokumentiert die Zeit, in der die Graffitiszene nach Hamburg kam. Da sind die ganzen Bilder, die die grauen Wände der Stadt bunt machten, da sind die Musik und der Break-Dance, da sind Fotos von den vielen kleinen Schriften und Namenskürzeln, den Tags. Was für die einen Vandalismus und Schmierereien sind, ist für andere Kunst und kreativer Selbstausdruck – die Ausstellung bietet eine Auseinandersetzung mit den Grenzen und hängt das Verbotene an die Wände.

Wie war das damals, wie ist das heute und was hat Graffiti mit mir zu tun? Um den Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren eine Inspiration zur Auseinandersetzung mit sich selbst zu bieten, warfen wir einen Blick auf die Jugend- und Subkultur der 80/90er Jahre in Hamburg. Über das Graffiti als eine Möglichkeit des Selbstausdrucks stellten sie sich die Frage, welche Ausdrucksmöglichkeiten sie in ihrem kleinen oder auch gesellschaftlichen Umfeld haben.

Zu Beginn führte uns eine Museumspädagogin durch die Ausstellung. Ein multimediales Angebot und viele Originale gaben einen guten Einblick in die Kunst, die Szene und die Themen der Sprayer*innen. Die Jugendlichen durften auch selbst kreativ werden.

Anschließend führte eine kleine Rallye die Jugendlichen auf der Suche nach den unterschiedlichsten Graffiti-Formen durch die Stadt. Neugierig nach dem Unbekannten und inspiriert durch die Kreativität um sie herum, setzten sich die Jugendlichen mit Selbstausdruck, Verbot und Verantwortung auseinander und kamen ganz nebenbei in Kontakt miteinander. Waren die Jugendlichen am Morgen noch etwas scheu, so wurde am Ende umso mehr gemeinsam gelacht, und Telefonnummern wurden ausgetauscht. Alle bekamen noch ein Materialkit als Vorschlag zur eigenständig kreativen Arbeit mit nach Hause. Der Ausflug wurde finanziert durch die Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ von „Appen musiziert“ – ein herzliches Dankeschön im Namen der Kinder!

 

 

Unsere Fortbildungsangebote für September – schnell noch Restplätze sichern und jetzt anmelden!

Ab dem 5.9. startet unsere fünfteilige Reihe „Methoden-Koffer für Berater*innen – Systemisches Handwerkszeug (wieder-)entdecken“.

Wir alle haben in oft vielfältigen Ausbildungen viele tolle Methoden gelernt um unsere Beratungen individuell und abwechslungsreich zu gestalten. In der Praxis nutzt man jedoch meist nur einige wenige dieser vielen Möglichkeiten, der Rest ist irgendwie im Alltag untergegangen.

Wir wollen gemeinsam mit Ihnen viele spannende Methoden (wieder) entdecken. Die fünf Workshops sind so aufgebaut, dass genügend Zeit zum Üben der Methoden besteht, um diese anschließend auch sicher in Beratungen einsetzen zu können.

Für alle, die im beruflichen Kontext andere Menschen beraten, coachen oder supervidieren.

5 Termine, jeweils 14 – 17 Uhr

Alle Informationen und Anmeldung über https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/methoden-koffer-fuer-beraterinnen-systemisches-handwerkszeug-wieder-entdecken

Am 11. September findet von 14 – 18 Uhr der eintägige Workshop „Auf dem Weg zu einer gelebten Feedbackkultur – Verhaltenskodex als Kompass für eine fehlerfreundliche Zusammenarbeit“ statt.

In diesem Workshop wollen wir uns gemeinsam anschauen, wie wir eine gelebte Feedbackkultur etablieren können, was ein fehlerfreundliches Miteinander bewirken kann und was ein Verhaltenskodex damit zu tun hat.

Sie bekommen Ideen zur praktischen Umsetzung, neue Perspektiven auf den Begriff „Fehler als Chance“ und erhalten Methoden/Materialen zur Erstellung eines Verhaltenskodex.

Für Pädagogische Leitungen und Mitarbeiter*innen aus Kitas, Jugendarbeit und Schule

Alle Informationen und Anmeldung über https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/auf-dem-weg-zu-einer-gelebten-feedbackkultur-verhaltenskodex-als-kompass-fuer-eine-fehlerfreundliche-zusammenarbeit

Am 12.9. startet unsere 11teilige Online-Fortbildung „Ein Schutzkonzept für unsere Schule! – Step by step (ganz einfach) zum eigenen Konzept“

Diese Webinar-Reihe (explizit für Schulen in Schleswig-Holstein) führt in die Idee der Schutzkonzepte ein, verdeutlicht ihren Beitrag zum Schutz von Kindern, besonders vor sexueller Gewalt, und zeigt konkrete Umsetzungsschritte auf. Wir stellen die verschiedenen Bausteine eines Schutzkonzepts vor und unterstützen sie mit Praxis-Anleitungen, ein Schutzkonzept für Ihre Einrichtung zu erstellen. Dazu gibt es drei Coaching-Termine, die dem Praxisaustausch, den Erfahrungsberichten und den best-practice-Beispielen dienen.

Zielgruppe:  Unsere fachliche Empfehlung ist die Teilnahme von Schulleitungen sowie weiteren Personen aus der Schule, wie Präventionsbeauftragte sowie ggf. Schulsozialarbeit.

Alle Informationen und Anmeldung über https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/ein-schutzkonzept-fuer-unsere-schule-step-by-step-ganz-einfach-zum-eigenen-konzept-online-modulreihe

Weitere Fortbildungsangebote finden Sie hier: https://www.wendepunkt-fortbildung.de/

#wendepunktev #schutzkonzepte #schutzkonzeptschule #wfz #wendepunktfortbildungen

Martha und Heinz-Ulrich Grade-Stiftung unterstützt die Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt mit 5.000 Euro

Über 15.500 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch wurden im vergangenen Jahr bundesweit gemeldet – und das ist nur das sogenannte Hellfeld. Experten gehen davon aus, dass das Dunkelfeld vermutlich 18mal so groß ist.

Umso wichtiger ist die Präventionsarbeit, um Kinder und Jugendliche zu stärken und zu stützen. „Sexueller Missbrauch findet häufig im nahen Umfeld der Kinder und Jugendlichen statt. Das macht es für die Betroffenen besonders schwer, darüber zu reden und sich Hilfe zu holen. Es ist wichtig, den Kindern beizubringen, ihre eigenen Gefühle und Grenzen wahrzunehmen, und sie stark zu machen, damit sie sich trauen, sich an Vertrauenspersonen zu wenden“, erklärt Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes. „Wir freuen uns sehr, dass die Grade-Stiftung unsere Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt auch in diesem Jahr wieder großzügig unterstützt. Dadurch können wir Projekte an Schulen durchführen, die sonst nicht möglich wären.“

Die Präventionsprojekte werden angeboten für Grundschulen in den 4. Klassen und für weiterführende Schulen in den 6. bis 8. Klassen. „Wir sprechen mit den Kindern und Jugendlichen altersgemäß viel über persönliche Grenzen, Gefühle, gute und schlechte Geheimnisse. Was ist ok – und welches Verhalten fühlt sich nicht gut an, wo darf ich nein sagen und wo kann ich mir Hilfe holen?“ Bianca Tietz ist Leiterin des Fachbereichs Prävention im Wendepunkt und führt mit ihrem Team die Projekte in den Klassen durch.

Im vergangenen Jahr haben sie 67 Projekte im Kreis Pinneberg angeboten, in diesem Jahr schon 32. Die Projekte werden begleitet durch ein Fachgespräch mit den Lehrkräften und einen Elternabend. Denn es ist wichtig, dass den Kindern und Jugendlichen Erwachsene zur Seite stehen, die ihnen zuhören, die aufmerksam sind und die sie stärken.

Die Angebote werden überwiegend durch freiwillige Zuschüsse einzelner Städte und Gemeinden im Kreis Pinneberg finanziert – die aber oft nicht ausreichen. Deshalb ist die Unterstützung durch Spenden wichtig.

Die Martha & Heinz Ulrich Grade-Stiftung hat seit ihrer Gründung im Jahr 2001 zahlreiche Projekte im Kreis Pinneberg gefördert, mit denen Kindern und Familien geholfen wird, und unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit des Wendepunktes. „Unser Ziel ist es, die Kinder im Kreis Pinneberg zu stärken. Wir unterstützen sehr gerne die wichtige Präventionsarbeit des Wendepunktes, damit es möglichst gar nicht erst zu Gewalterfahrungen kommt“, sagt Angelika Grade-Schielein, Vorsitzende der Stiftung.

Die Projekte werden jeweils in Doppelleitung durchgeführt und nach einem gemeinsamen Teil am Ende nach Geschlechtern getrennt. „Dann können die Kinder und Jugendlichen uns Fragen stellen, was auch stark wahrgenommen wird. Es wird viel über Grenzverletzungen geredet – und bei den Älteren geht es um die sozialen Medien, um Bilder, die ungefragt verschickt werden, Kontakte mit Fremden über das Internet“, berichtet Bianca Tietz.

Wenn Kinder oder Jugendliche schon Gewalterfahrungen machen mussten, dann können sie sich an die Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt des Wendepunktes wenden.

Foto: Dirk Jacobsen, Angelika Grade-Schielein, Bianca Tietz

#wendepunktev #SexuelleGewalt #schiebdengedankennichtweg #UBSKM

Ausflug zur Frida Kahlo-Ausstellung

Gemeinsam mit sechs Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren ging es nach Hamburg, wo wir in die überlebensgroßen, farbenfrohen Gemälde und Selbstbildnisse der Kunstikone Frida Kahlo eingetaucht sind. In der immersiven Ausstellung wurden einige Bilder riesengroß projiziert, durch andere Bilder konnten sich die Betrachter mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille bewegen. Die Jugendlichen, die über die Familien- und Erziehungshilfen und die Trauma-Ambulanz bei uns angesiedelt sind, haben mit großem Interesse die Gedanken- und Symbolwelt der Künstlerin erkundet und wurden dabei Zeug*innen eines Lebens voller Anmut, Schmerz und ungebrochenem Lebenswillen.

Dieser Ausflug wurde finanziert durch Spendengelder der Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ von „Appen musiziert“. Ein herzliches Dankeschön im Namen der Jugendlichen, die eine tolle Erfahrung machen durften!

Monobraue, Damenbart und bunter Haarschmuck – auch wir haben die berühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo so kennengelernt und unter anderem mittels einer Virtual Reality – Brille ihre fantastisch bunte Welt mit Blumen, Dschungel und Symbolen erkundet.

Die besondere Weise, mit der Frida Kahlo ihre Biographie in Bildern zeigte, diente den Jugendlichen als Inspiration, sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte sowie ihrem Selbstbild auseinanderzusetzen.  Um diese Auseinandersetzung zu vertiefen, haben wir im Wendepunkt eine künstlerische Arbeit zum Thema „Selbstportrait“ angeschlossen. In vier kurzen Zeiteinheiten wurde mit verschiedenen Techniken zum Portrait gearbeitet, und die Werke wurden am Ende zu einem Drehbild zusammengeführt.

Ziel war es hier, zunächst die Hürden und Hemmnisse vor der Selbstdarstellung und den Anspruch der Gestaltung eines „perfekten Bildes“ zu nehmen. So wurde den Jugendlichen ein authentisches und gelöstes Annähern an die bildliche Darstellung ihres Selbst möglich.

„Durch die spielerischen Übungen konnte ich meinen Anspruch an die Selbstdarstellung erstmal beiseitelegen und mich leichter einlassen. Es hat viel Spaß gemacht.“ – Rückmeldung einer Teilnehmerin.

#kunsttherapie #wendepunktev #appenmusiziert #keinegewalt

Unsere Arbeit in Brokstedt nach der Messerattacke – NDR und SAT.1 berichten

Zum Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Attentäter hat das „Schleswig-Holstein Magazin“ einen Blick auf die Versorgung der Betroffenen und die anhaltenden psychischen Belastungen geworfen und ein weiteres Mal mit Sascha Niemann, unserem Leiter des Traumazentrums, gesprochen. Hier der link zu dem Beitrag:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Messerattacke-von-Brokstedt-Mord-Prozess-beginnt-in-Itzehoe,shmag106450.html

Das Morgenmagazin von SAT.1 hat ebenfalls ein Interview mit Sascha Niemann geführt:

https://www.sat1regional.de/brokstedt-vor-prozess-wegen-toedlicher-messerattacke-in-regionalzug/

Unmittelbar nach der Tat standen Niemann und seine Kolleg*innen der Interdisziplinären Trauma-Ambulanz Westholstein für die Versorgung der (unmittelbar) Betroffenen bereit. Sie haben mit Jugendlichen, die an dem Tag mit im Zug saßen, Schüler*innen, die die Todesopfer kannten, Angehörigen sowie Lehrkräften, die Hilfe im Umgang mit Trauer und Schock in ihren Klassen suchten, gearbeitet und waren an einigen Schulen vor Ort. Zwischenzeitlich wurde sogar eine kostenlose Offene Sprechstunde in Brokstedt eingerichtet.

Einige Betroffene haben die Ereignisse noch längst nicht losgelassen. „Was viele berichten – auch welche, die nicht direkt beteiligt waren waren, ist, dass dieses allgemeine Sicherheitsgefühl massiv erschüttert ist. Gerade hier im Ländlichen ist die Frage: wie kann so etwas hier passieren? Da braucht es einfach ganz viel Zeit, um wieder Sicherheit herzustellen“, berichtet Niemann.

Der Prozessbeginn ruft die Ereignisse wieder frisch ins Gedächtnis und kann dazu führen, die Wunden aufzureißen. Er bietet aber auch Chancen. „Für Einige ist es wichtig, dem Täter auch wirklich in die Augen zu schauen und dieses erstmal nicht Verständliche irgendwie greifbar zu machen und ein Gesicht dazu zu bekommen“, berichtet Niemann. „Aber es gibt auch andere, die sagen, nein, ich möchte auf keinen Fall damit konfrontiert werden und ich möchte auch den Täter nicht sehen.“

Online-Befragung für queere junge Menschen

Sie sind im Alter von 16 bis 27 Jahren und identifizieren sich als queer?

Das Projekt „QueerPar“ führt dazu eine Online-Befragung durch – hier ein paar Infos dazu:

„Das Projekt QueerPar verfolgt das Ziel, das Beratungs- und Unterstützungsangebot im Be-
reich sexualisierte Gewalt für queere junge Menschen zu verbessern. Dazu gestalten wir On-
line-Beratungs- und Präventionsmedien für und mit queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Zu der Befragung kommen Sie über den QP-Code oder diesen Link: https://survey.academiccloud.de/index.php/492147?lang=de

Außerdem wird im Rahmen des Projekts eine Fortbildung für Fachkräfte entwickelt, um die Kompetenz von Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in der Beratung queerer junger Menschen zu fördern.
Um zu verstehen, was für queere junge Menschen in der Beratung wichtig ist und was gute
Informations- und Unterstützungsangebote sein können, führen wir in dem Teilprojekt der
Hochschule Hannover in einem ersten Schritt Gruppendiskussionen mit queeren jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren sowie eine Online-Befragung durch. Wir möchten mehr über die Perspektiven und Beratungserfahrungen von queeren jungen Menschen zu den Themen Sexualität, Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt erfahren. Die Gruppendiskussionen analysieren wir unter anderem im Rahmen von Workshops gemeinsam mit queeren jungen Menschen. Basierend auf den Ergebnissen entwickeln wir mit queeren jungen Menschen Online-Medien. Gemeinsam nehmen wir Podcasts auf und gestalten eine Website.“

Eine kurze Darstellung des Projekts ist unter diesem Link abrufbar:
https://www.dgfpi.de/index.php/QueerPar20222024.html

Hilfe & Kontakt: Jasmin Stehr (sie/ihr) · 0511 92967912 · jasmin.stehr@hs-hannover.de

Das Projekt QueerPar besteht aus zwei Teilprojekten und ist eine Kooperation zwischen der
Hochschule Hannover und der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei
Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V.

#DGfPI #queerpar

Sechs Kinder, viele Pferde und eine Schatzsuche – Reitaktion auf dem Gestüt Tannenhof

Wir haben mit sechs Kinder aus unseren Erziehungshilfen einen tollen Ausflug zum Reiterhof gemacht, der viele Eindrücke hinterlassen hat.

Nach der Ankunft auf dem Gestüt gab es im Reiterstübchen erstmal eine Einführung, bei der auch die Kinder ihr Wissen über Pferde mitteilen konnten. Erstaunlich, wieviel davon bereits vorhanden war und wie stolz sie darauf waren, dieses Wissen teilen zu können!

Anschließend ging es mit Stallbesitzerin Britta und ihren fünf Helferinnen, alle Reitschülerinnen des Hofes, zu den Weiden. Einmal aufgehalftert, wurden die Pferde in die Reithalle zum Putzen geführt. Der Respekt vor diesen großen Vierbeinern war den Kindern anzumerken. Selbst die lebhaftesten Kinder begleiteten diese langsam und mit Vorsicht. Jeder durfte „sein“ Pferd putzen. Die Augen der Kinder strahlten bei jeder Berührung des Pferdes, sie ließen sich von Ihnen beschnuppern und einige Male sah man, wie ein Kind sein Gesicht am Pferdebauch anlehnte und für einen Moment innehielt. Gerade für Kinder, die im sozial-emotionalen Bereich Auffälligkeiten zeigen, sind Tiere ein gutes Lernfeld, um Nähe zulassen zu können. Gut ausgebildete Therapiepferde zeigen kein aufdringliches Verhalten, sondern wahren die nötige Distanz, bleiben geduldig und nehmen jeden Menschen an, der es gut mit ihnen meint.

Nun wurde gesattelt, aufgetrenst und aufgesessen! Die Helferinnen immer nah dabei. Britta erzählte währenddessen von Eigenschaften der jeweiligen Pferde. Wir sahen glückliche Kinder, die sich den Bewegungen der Pferde anpassten und von ihnen tragen ließen und dabei großes Vertrauen entwickelten.

Die Kinder stellten nach einiger Zeit fest, dass Reiten schön, aber auch anstrengend ist und hungrig macht! Doch zuerst waren die Pferde dran, da mussten die eigenen Bedürfnisse hintenangestellt werden. Erst als die Pferde auf die Weide zurückgebracht waren, ging es ins Reiterstübchen zum gemeinsamen Schmaus, bei dem es viel zu erzählen gab und großartige Gespräche entstanden!

Wer nun glaubte, dass die Erschöpfung lange anhielt, hatte sich geirrt. Kaum erzählte Britta von der nun anstehenden Schatzsuche, waren alle wieder putzmunter!

Mit einer Schatzdose in der Hand, ging es raus auf den Hof. In der Dose lag ein Hinweis zum Fundort der nächsten Dose und ein Puzzleteil. Dabei wurde das Vorlesen vor einer Gruppe geübt. Der Wunsch, auch eine Dose in der Hand halten zu dürfen, war größer als die Sorge, nicht gut lesen zu können! Als alle Verstecke aufgespürt waren, wurde gemeinschaftlich das Puzzle zusammengelegt auf dem der Fundort des Schatzes zu sehen war. Wie gut die Kinder dieses Teamwork meisterten! Eine große Leistung für Kinder, die im Alltag Probleme im Zwischenmenschlichen aufweisen.

Den Abschluss bildete eine Treckerfahrt. Die Kinder tauten immer mehr auf, es wurde gesungen, gelacht und fröhlich herumgealbert. Es war ihnen nicht anzumerken, dass sich morgens noch alle fremd waren.

Zurück auf dem Hof, wollte jeder noch einmal in die Kabine des Treckers klettern und selbst am Steuer sitzen! Was für ein erhabenes Gefühl, aus dieser Höhe hinabblicken zu können! In Gedanken fuhr jeder eine Runde über den Hof.

Ein erlebnisreicher Tag für die Kinder!

Kunstprojekt mit DaZ-Schüler*innen

„Alles hat mir gefallen – ich war glücklich hier.“ Ein schöneres Feedback können wir von den Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, gar nicht bekommen! Das bestätigt unsere Arbeit und macht uns dankbar, dass wir sie machen dürfen.

Wir haben ein Kunstprojekt mit einer Gruppe aus DaZ-Schüler*innen (Deutsch als Zweitsprache) an der Caspar-Voght-Schule in Rellingen durchgeführt. In vier Doppelstunden haben wir mit den 10 Schüler*innen aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien gebastelt und gemalt. Unter Anleitung von Kunsttherapeutin Sophie Firle und Sozialpädagoge Vincenz Schüle vom Wendepunkt entstanden jeweils ein Talisman, ein Traumfänger, ein Dosenlicht und ein Bild vom Wohlfühlort auf Leinwand. Die Jugendlichen waren mit viel Engagement, Konzentration und Spaß dabei.

Die Gegenstände stehen für verschiedene Wege, mit traumatischen Erfahrungen umzugehen, sie einzuordnen und zuzulassen. Wichtig ist dabei, nach belastenden Erfahrungen wieder handlungsfähig zu werden. Gerade hier setzt die kunsttherapeutische Arbeit an. Die Jugendlichen werden dabei unterstützt, auf kreative Weise eine Auseinandersetzung mit sich und den eigenen Ressourcen zu führen. Sprachbarrieren können überwunden werden und die Kinder und Jugendlichen erfahren neue, zugängliche Formen, sich (kreativ) auszudrücken. Im gestalterischen Prozess erleben sie sich als handelnd und produktiv und machen dadurch ressourcenstärkende und stabilisierende Erfahrungen.

Anne Koschwitz, DaZ-Lehrerin der Schule, berichtet: „Die Art, wie die Kinder dahingebracht wurden, einer Angst zu begegnen und sie handhabbar zu sehen, ist das Entscheidende. Die Kinder konnten sich gut einfinden und gaben auch als Rückmeldung, dass sie sich geborgen gefühlt hätten.“

Das zeigten dann auch die Feedbackbögen: „Etwas mit den eigenen Händen zu tun ist das Beste, was von Problemen ablenken kann.“ „Ich möchte nochmal machen Traumfänger, das ist sehr schön.“ „Zusammen Reden hat Spaß gemacht. Und all die Aufgaben. “

„Das ganze Projekt hat mir wirklich gut gefallen, vor allem konnte man sich mit Lehrer und Lehrerin wohl und gut fühlen.“

#kunsttherapie #wendepunktev #trauma #traumaambulanz

Online-Fortbildungsreihe „Ein Schutzkonzept für unsere Schule!“

Schutzkonzepte sind in der pädagogischen Landschaft in aller Munde, und seit 2021 gibt es auch eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung an Schulen. Aber was bedeutet das eigentlich und wie geht das genau?

Wir wollen Sie dabei unterstützen, ein gutes und nachhaltiges Schutzkonzept zu entwickeln! Die achtteilige Webinar-Reihe richtet sich explizit an Grund- und weiterführende Schulen in Schleswig-Holstein. Zu der Schulungsreihe gehören zusätzlich drei Coaching-Termine.

Ein Schutzkonzept für unsere Schule! –

Step by step (ganz einfach) zum eigenen Konzept (Online-Modulreihe)

  1. September 2023 bis 04. Juni 2024

(11 Termine 2 bis 3 Std.; jeweils ab 14 Uhr) – 350€

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://bit.ly/3i7TqJR

Zielgruppe: Schulleitungen, Personen mit Leitungsfunktion, Präventionsbeauftragte, ggf. Schulsozialarbeit.

Wir unterstützen Sie dabei, ein Schutzkonzept für Ihre Einrichtung zu erstellen. Sie werden ausführliche Impulse und Praxis-Anleitungen kennenlernen, die Sie in Ihrer Einrichtung direkt anwenden können. Sie achtteilige Reihe führt in die Idee der Schutzkonzepte ein und verdeutlicht ihren Beitrag zum Schutz von Kindern, besonders vor sexueller Gewalt.

Die drei Coaching-Termine diesen dem Praxisaustausch, Erfahrungsberichten und best-practice-Beispielen.

Falls auch Ihre Schule gerade dabei ist, sich Gedanken über eine gute Umsetzung zu machen, dann könnte das Angebot vielleicht interessant sein.

Jetzt anmelden: https://bit.ly/3i7TqJR

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