Aktuelles

Wir stellen ein – Sozialpädagog*innen oder Psycholog*innen gesucht

„Uns wird in unserer Arbeit viel Dankbarkeit und Begeisterung in unterschiedlicher Art und Weise entgegengebracht. Die Entlastung der Fachkräfte ist meist schon im ersten Gespräch sichtbar und spürbar!“ – Holger Platte, Dipl.-Sozialpädagoge, TiK-SH Wendepunkt

Wir suchen Verstärkung für unser TiK-Team! TiK steht für „Traumapädagogik in Kitas, Kindertagesstätten und in Familienzentren“. In diesem landesweiten Programm, das durch drei Träger durchgeführt wird, erhalten pädagogische Fachkräfte Unterstützung für ihre tägliche Arbeit mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern. Durch Fortbildungen, Beratungen vor Ort und Supervision – allesamt kostenlos für die Einrichtungen.

Informationen zum Stellenangebot

„Die Angebote von TiK-SH wirken meist sofort entlastend für die Fachkräfte. Sie fühlen sich in ihrer eigenen Arbeit gesehen, gestärkt, weil sie die Effekte ihrer pädagogischen Arbeit und die Entwicklung des Kindes und der Familien erstmals wahrnehmen oder mit anderen Augen sehen. Sie entwickeln schon ab dem ersten Kontakt eine hilfreiche Perspektive auf die Kinder und hilfreiche Handlungsmöglichkeiten für herausfordernde Situationen mit hochbelasteten Kindern und ihren Familien.

Das unterscheidet dieses Arbeitsfeld von vielen anderen Tätigkeiten im sozialen Bereich. Aber natürlich gibt es auch mittel- und längerfristige Prozesse die begleitet werden. Nicht selten ist dies der Einstieg, mit dem das Thema Traumapädagogik schließlich in einer gesamten Einrichtung Einzug findet. Das macht schon zufrieden und auch ein wenig Stolz, an einem für Kinder noch besser orientierten Umfeld mitgewirkt zu haben.“ – Holger Platte

Informationen zu TiK-SH

„Nicht nur für die Fachkräfte, auch für uns Mitarbeiter*innen im TiK-Team ist die Kombination aus Fortbildung, Beratung und Supervision unheimlich schön, weil aus dem theoretischen Wissen, gleich die Umsetzung in die Praxis und die Reflexion der eigenen Wirksamkeit reflektiert wird. So tragen wir dazu bei, dass aus theoretischem Wissen eine ressourcenorientierte, wertschätzende (eben traumapädagogische) Haltung entwickelt wird.

Man könnte denken, dass Fachkräfteberatung eher oberflächlich das pädagogische Handeln im Blick hat.  In den Beratungs- und Supervisionsprozessen entsteht aber ein offener, vertrauensvoller Raum, in dem die Fachkräfte auch über eigene belastende Emotionen im Rahmen der Arbeit sprechen können.  Durch unsere Beratungs- und Supervisonsangebote können diese wieder eine neue Zuversicht und Motivation entwickeln.

Die Mitarbeit in TiK-SH ist äußerst vielseitig. Wir arbeiten sowohl im Wendepunkt als auch aufsuchend in den Institutionen. Wir arbeiten mit Einzelnen aber auch mit kleinen und großen Gruppen, halten Vorträge, geben Workshops, gestalten Fachtage u.s.w.

Das Projekt befindet sich in stetiger Entwicklung. Dadurch bleibt die Arbeit abwechslungsreich. Wir arbeiten als kleines Team komplett selbstbestimmt an der Gestaltung und Weiterentwicklung der Projektangebote mit. Dadurch kann wirklich jede TiK-Fachkraft die eigenen Stärken einbringen.“ Iris Gollan, Dipl. Theologin

Viele Grüße aus dem TiK-Team – wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 31.08.22 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de
Fragen beantwortet gern Herr Jacobsen, Telefon 0 41 21 – 47 57 3 – 0

 

 

Wir stellen ein!

Wir suchen zum frühestmöglichen Termin für unser Traumazentrum

SOZIALPÄDAGOGE / PSYCHOLOGE (m/w/d)
mit therapeutischer Zusatzqualifikation (Schwerpunkt Kinder- und Jugendlichentherapie)

Sie sollten engagiert und flexibel sein und traumapädagogische und/oder traumatherapeutische Kompetenzen mitbringen.

Ihr Profil:
• Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik oder Psychologie mit therapeutischer
Zusatzqualifikation
• Erste Berufserfahrung wünschenswert
• Sicherheit im Auftreten
• Kooperations- und Reflexionsbereitschaft
• Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen
• Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen

Wir bieten:
• Teilzeit 20 – 35 Std./Woche
• Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
• Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
• Ein freundliches und motiviertes Team
• Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
• Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
• Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)
• Gute Anbindung an den HVV, fußläufig vom Bahnhof erreichbar
• Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefits

Bewerbungen bitte per Mail als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de
Fragen beantwortet gern Herr Niemann, Telefon 0 41 21 – 47 57 3 – 0

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

 

Wir stellen ein!

Wir suchen zum frühestmöglichen Termin für unseren Bereich Traumapädagogik/ (TIK-SH)

SOZIALPÄDAGOG*INNEN oder PSYCHOLOG*INNEN

Sie sollten engagiert und flexibel sein und traumapädagogische Kompetenzen mitbringen.
Ihr Aufgabenspektrum:
• Beratung von Fachkräften aus Kindestagesstätten und Schulen sowie §8a-Beratungen
• Durchführen von Fortbildungsveranstaltungen und Supervisionen

Ihr Profil:
• Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik, Psychologie oder vergleichbar
• Abgeschlossene oder fortgeschrittene Beratungsausbildung wünschenswert
• Berufserfahrung im Bereich Beratung, frühkindlicher Bildung, Erwachsenenbildung und
Traumapädagogik wünschenswert
• Kooperations- und Reflexionsbereitschaft
• Führerschein erforderlich, eigener PKW wünschenswert
• Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen

Wir bieten:
• mind. 30 Std./Woche
• Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
• Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
• Ein freundliches und motiviertes Team
• Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
• Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
• Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)
• Gute Anbindung an den HVV, fußläufig vom Bahnhof erreichbar
• Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefits

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 30.07.22 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de
Fragen beantwortet gern Herr Jacobsen, Telefon 0 41 21 – 47 57 3 – 0

Nähere Informationen zum Projekt hier.

Der Wendepunkt e.V. engagiert sich für Respekt und Gewaltfreiheit in Erziehung, Partnerschaft und Sexualität. Als gewaltpräventive Einrichtung bietet er eine Vielzahl an Maßnahmen und Angeboten, um körperliche, psychische und sexuelle Grenzverletzungen
früh zu erkennen, kompetent einzugreifen und für die Zukunft verhindern zu helfen.
Unsere Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche, Eltern, Familien sowie Fachkräfte.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Neue Leiterin unseres Fachbereichs Prävention

Bianca Tietz ist neue Leiterin unseres Fachbereichs Prävention und ist damit zuständig für die Bereiche Schulische Gewaltprävention und Prävention von sexualisierter Gewalt. Sie ist bereits seit einem Jahr im Präventionsteam des Wendepunktes. Ihre Vorgängerin Anja Wendland bleibt Leiterin unserer Fachstelle Schutzkonzepte und wird dieses Angebot weiter ausbauen.

Bianca Tietz hat nach Ausbildung und Studium in Dortmund zunächst in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg gearbeitet. Im Anschluss war die Sozialpädagogin ebenfalls in Hamburg in der ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhilfe tätig, wo sie u.a. die Koordination für das sozialräumliche Angebot, ein Wohnprojekt für Jugendliche übernommen hat, bevor wir sie für die Arbeit im Wendepunkt gewinnen konnten.

Sie absolviert zurzeit eine Weiterbildung zur Sexualpädagogin.

„In meiner pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es mir besonders wichtig, Selbstvertrauen zu fördern, den eigenen Körper akzeptieren zu lernen, sowie Offenheit und Transparenz über Sexualität und sexuelle Grenzen zu vermitteln! Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und die Mitgestaltung der Prävention im Kreis Pinneberg.“  Bianca Tietz

Neue Mitarbeiter*innen gesucht!

Wir suchen per sofort für unseren Fachbereich Ambulante Rückfallprophylaxe am Standort Hamburg
SOZIALPÄDAGOG*INNEN oder PSYCHOLOG*INNEN
Sie sollten engagiert und flexibel sein, eine therapeutische Zusatzqualifikation sowie Berufserfahrungen in der Arbeit mit sexuell auffälligen Kindern, Jugendlichen und/oder Erwachsenen haben.

Ihr Profil:
• Abgeschlossenes Studium der (Sozial)-pädagogik, Psychologie oder vergleichbarer Abschluss
• eine therapeutische Zusatzqualifikation oder die Bereitschaft zur Absolvierung ebendieser
• Erste Berufserfahrung wünschenswert
• Erfahrung mit spezifischen Diagnostikinstrumenten wünschenswert
• Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten
• Sicherheit im Auftreten
• Kooperations- und Reflexionsbereitschaft
• Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen
• Sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen
• Führerschein wünschenswert

Aufgabenbereiche:
• Beratung und therapeutische Interventionen im Einzel- und Gruppensetting
• Durchführung diagnostischer Maßnahmen
• Beratungen in verschiedenen Settings (Betroffene, Angehörige, Fachkräfte)
• Mitarbeit in verschiedenen Vernetzungsgremien
• Durchführung von Fortbildungen

Wir bieten:
• Mindestens 30 Std./Woche
• Flexible Arbeitszeiten nach Absprache mit dem Arbeitgeber
• Vergütung in Anlehnung an den TVöD Bund
• Ein freundliches und motiviertes Team
• Regelmäßige Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision und Fortbildung
• Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe
• Angebote zur Erhaltung Ihrer Gesundheit (Psygesa e.V., Obstkorb)
• Möglichkeit der Teilnahme am Bikeleasing und Corporate Benefits

Bewerbungen bitte per Mail bis zum 15.07.2022 als PDF an bewerbung@wendepunkt-ev.de
Fragen beantworten gern Bernd Priebe oder Karl Michaelis, Telefon 040 / 70 29 87 61

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

 

9. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung

Am 16. und 17.11.2022 findet unsere 9. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung statt – in diesem Jahr mit dem Themenschwerpunkt „Traumatisierung nach Krieg, Flucht und Naturkatastrophen“. Dieses Thema wird uns in den kommenden Monaten und vermutlich lange darüber hinaus in unserer täglichen Arbeit begleiten und uns vor besondere Herausforderungen stellen.

Anmeldung ab sofort möglich: https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/9-traumafachtagung-2022

Die Fachtagung findet online auf einer digitalen Eventlocation statt. Am Mittwoch, den 16.11. erwarten Sie verschiedene Fachvorträge zu einzelnen Aspekten unseres Themenschwerpunktes – wir haben wieder hochkarätige Referent*innen gewinnen können. Am zweiten Tag bieten wir verschiedene Webinare an, in denen die Themen des Vortages vertieft werden können, aber auch noch andere Themenschwerpunkte gesetzt werden. Die Angebote sind einzeln buchbar.

Die Themen reichen von “Schule in der Krise – Auswirkungen und Chancen” über “Trauer Trifft Trauma” und “Interkulturelle Kommunikation in der Praxis” hin zu “Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen nach Gewalterfahrungen – das BESTFORCAN Projekt.”

Die digitale Eventlocation, die wir schon im vergangenen Jahr erfolgreich genutzt haben, bietet neben der Teilnahme an den verschiedenen Vorträgen und Webinaren auch Hintergrundinformationen und die Möglichkeit zum direkten Austausch und zur Vernetzung mit Kolleg*innen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: : https://www.wendepunkt-fortbildung.de/fortbildungen/9-traumafachtagung-2022

Die Einladung mit allen Informationen zu den Vortragsthemen und Webinaren: WP_Einladung-TraumaFachtagung 2022

Wir freuen uns auf eine interessante, informative Veranstaltung und einen spannenden digitalen Austausch!

Sexueller Kindesmissbrauch in Deutschland nimmt weiter zu

Heute wurden die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2021 zu Gewalttaten gegen Kinder und Jugendliche gemeinsam von der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Kerstin Claus und dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA) Holger Münch in Berlin vorgestellt.

Dazu hat die UBSKM eine Pressemitteilung herausgegeben: „Laut PKS sind im Jahr 2021 die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch um 6,3 % auf über 15.500 Fälle gestiegen. Einen Anstieg um 108,8 % auf über 39.000 Fälle gab es bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Die jährlichen PKS-Zahlen geben die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie ausermittelten Delikte an. Das Dunkelfeld insgesamt und auch der Anteil an Straftaten, von denen die Polizei keine Kenntnis erhält, ist um ein Vielfaches größer. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland pro Schulklasse 1 -2 Schüler:innen von sexueller Gewalt in unterschiedlichsten Lebensbereichen betroffen sind.
Internationale Zahlen bestätigen einenweiteren eklatanten Anstieg von Missbrauchsdarstellungen. Europa ist mittlerweile Zentrum der Verbreitung – dazu Missbrauchsbeauftragte Claus: „Europa ist zum Drehkreuz bei der Verbreitung von Missbrauchsabbildungen geworden. Wir brauchen eine verstärkte europäische Zusammenarbeit und deutlich mehr Investitionen in die personelle und technologische Ausstattung der Ermittlungsbehörden. Jeder Ermittlungserfolg ist wichtig, denn er bietet die Chance, akuten Kindesmissbrauch zu stoppen und weitere Taten zu verhindern.“

Weiter stark zugenommen hat auch die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen durch Minderjährige.

Hier findet sich die vollständige Pressemitteilung: https://beauftragte-missbrauch.de/presse/artikel?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=652&cHash=2f4ccb3e6f0591c91abbf74a7f194c8d

Reitausflug für Kinder und Jugendliche

In den Osterferien konnten wir einen besonderen Ausflug anbieten für Kinder, die in verschiedenen Bereichen des Wendepunktes – wie zum Beispiel den Erziehungshilfen – angesiedelt sind. Mit insgesamt zehn Kindern zwischen 5 und 12 Jahren besuchten wir das Gestüt Tannenhof und verbrachten dort gemeinsam einen Erlebnistag.

Dieser Ausflug wurde finanziert durch Spendengelder der Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen“ von Appen musiziert. Ein herzliches Dankeschön – vor allem natürlich im Namen der Kinder, die allesamt ganz viel Spaß hatten!

Bereits bei der Ankunft wurden die Kinder herzlich von der Leiterin des Gestüts und ihren Reiter-Helfer*innen empfangen – jedes Wendepunkt-Kind bekam einen Begleiter oder eine Begleiterin an die Seite gestellt, die regelmäßig auf dem Hof reiten. Auch ein eigenes Pony wurde jedem Kind für den Erlebnistag zugeteilt.

Dieses musste natürlich – nachdem die passende Ausrüstung samt Reiterhelm gefunden war – von der Koppel geholt und geputzt und gestriegelt werden. Nachdem in Partnerarbeit alles erledigt war, ging es in den Sattel und in Zweierreihen wurde ein Ausritt durchs Dorf gemacht: Die Helfer*innen vorneweg, um die Ponys zu führen, die Wendepunkt-Kinder hoch zu Ross. Nach dem Absteigen ist das Reiten aber noch nicht vorbei; die Ponys wurden wieder geputzt und gefüttert – jedes Kind übernahm hier Verantwortung für das ihm zugeteilte Pony – und schließlich zurück auf die Koppel gebracht. Dabei entstand eine kleine Heuschlacht, von der alle lachend zurückkamen.

Auch alle Reiter brauchten nun eine Stärkung und ein Mittagssnack wurde ebenfalls vom Gestüt Tannenhof vorbereitet. Die Schatzsuche zum Schluss des Erlebnistages endete mit einer 40-minütigen Fahrt mit dem Traktor – als die Kinder sich dem Hof wieder näherten, hörte man sie schon lange lachen, bevor sie zu sehen waren.

Der Wendepunkt e.V. bietet bereits seit einigen Jahren heilpädagogisches Reiten für hochbelastete und verhaltensbeeinträchtigte Kinder an – oft als unterstützende Maßnahme. Kinder haben aus einem grundlegenden menschlichen Bedürfnis heraus eine natürliche Zuneigung zu Tieren. Sie suchen den Kontakt mit dem Tier, wollen es lieben und geliebt werden. Sie finden zu ihnen oft einen leichteren Zugang als zu Menschen. Durch Tierhaltung und den Umgang mit Tieren kann die Persönlichkeit gefördert und die Kontaktaufnahme zu den Mitmenschen und zur Umgebung erleichtert werden. Pferde eignen sich besonders dazu. Sie lassen sich beobachten, pflegen, füttern, reiten, und sie haben ein feines Gespür für Stimmungen. Wir machen die Erfahrung, dass die Begegnungen mit den Tieren und die hilfreiche Auszeit vom belastenden Alltag der Familie die Kinder und Jugendlichen lockert und stärkt. Sie machen mit den Tieren eine positive Beziehungserfahrung.

Wenn wir sehen, dass einzelne Kinder von weiterführenden reittherapeutischen Maßnahmen profitieren würden, können wir bei den jeweiligen Jugendämtern weiterführende Maßnahmen beantragen.

Beate Raudies, SPD, besucht den Wendepunkt

Beate Raudies, Landtagsabgeordnete der SPD und Direktkandidatin aus dem Wahlkreis Elmshorn, hat den Wendepunkt besucht, um sich über unsere Arbeit und die neuesten Entwicklungen zu informieren.

Raudies berichtete, dass im Landtag gerade an einem Finanzpaket zur Unterstützung der Flüchtlinge aus der Ukraine gearbeitet wird – und dass es dabei auch um traumapädagogische Aspekte geht. „Es ist gut und wichtig, dass mittlerweile automatisch mit an dieses Thema gedacht wird – wie können wir die Geflüchteten nach hochbelastenden und traumatisierenden Erfahrungen unterstützen?“, betont die Landtagsabgeordnete. „Da sind wir hier im Landkreis Pinneberg mit der Trauma-Ambulanz zum Glück gut aufgestellt.“

Denn die Menschen, die vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflohen sind, brauchen nicht nur eine sichere Unterkunft und Perspektiven. Einige von ihnen benötigen auch Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten. Die Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein bietet dank ihres modernen und innovativen Ansatzes niedrigschwellige und schnelle Hilfen aus einer Hand. Wendepunkt und Regio Klinik bereiten sich auf einen höheren Bedarf vor und suchen nach Wegen, Geflüchtete über das Hilfsangebot zu informieren.

Beate Raudies kennt den Wendepunkt noch aus den Anfangsjahren in den 90ern und hat die Entwicklung über die Jahre verfolgt und begleitet. Sie wollte von Wendepunkt-Geschäftsführer Dirk Jacobsen wissen, wie sich die Corona-Pandemie auf die Arbeit der Beratungsstelle ausgewirkt hat. Im vergangenen Jahr gab es in fast allen Arbeitsbereichen des Wendepunktes eine höhere Nachfrage – Kinder, Jugendliche und Familien standen unter besonderen Belastungen, in den Schulen kam es vermehrt zu Konflikten und es haben sich viele Fachkräfte hilfesuchend an uns gewandt.

„Wir haben ein ereignisreiches Jahr hinter uns. Die Arbeit war nicht einfach, aber wir haben zum Glück niemanden abweisen müssen, der sich hilfesuchend an uns gewandt hat. Aber in diesem Zusammenhang ist der Fachkräftemangel ein großes Problem – wir bräuchten mehr qualifizierte Fachkräfte! Es müsste mehr Ausbildungsmöglichkeiten im sozialpädagogischen Bereich geben,“ sagt Dirk Jacobsen.

Wichtig ist auch die Unterstützung von Fachkräften bei ihrer Arbeit mit hochbelasteten Kindern – aus diesem Grund führt der Wendepunkt jedes Jahr zahlreiche Fort- und Weiterbildungen durch und bietet über verschiedene Programme und Projekte auch Fallberatungen und Supervision an. „Es geht darum, die Fachkräfte zu befähigen, zu erkennen, ob ein Kind Hilfe benötigt, sie zu sensibilisieren und ihnen Instrumente an die Hand zu geben, um die Kinder zu unterstützen“, erklärt Jacobsen. Auf Landesebene gibt es das Projekt „Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren“ (TiK), das sehr gut angenommen wird und über das in ganz Schleswig-Holstein Fortbildungen, Beratungen und Supervisionen angeboten werden. „Es wäre wünschenswert, dieses Projekt auch auf die Schulen auszuweiten, um die Lehrkräfte besser in ihrer Arbeit mit hochbelasteten Kindern und Jugendlichen unterstützen zu können“, so Jacobsen. Eine Idee, die Beate Raudies mit auf den Weg nehmen wollte.

Unser Tätigkeitsbericht für 2021

Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 1200 hilfesuchend an den Wendepunkt gewandt – in fast allen Bereichen haben uns mehr Hilfe- und Beratungsanfragen erreicht als im Vorjahr.

Einen besonderen Zuwachs gab es in unserem Arbeitsbereich Traumazentrum und Beratung. Wir führen das zum einen darauf zurück, dass durch Lockdown, Beschränkungen und Schließungen Fälle zeitverzögert bei uns gelandet sind und wir hier noch die Folgen des ersten Corona-Jahres sehen. Zum anderen haben uns die Erfahrungen aus 2020 klar vor Augen geführt, wie sehr diese Maßnahmen Kinder, Jugendliche und ganze Familiensysteme belasten, was zu einer Zunahme an Beratungsanfragen führt.

Die Zahlen von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind nach wie vor erschreckend hoch. Im vergangenen Jahr hat nach Angaben der Kriminalstatistik bundesweit die sexualisierte Gewalt an Kindern um 6,3 % zugenommen – das spiegelt sich auch in unserer Arbeit wider.

Glücklicherweise konnten wir durch die endlich gesicherte Finanzierung der Interdisziplinären Trauma Ambulanz Westholstein unsere Arbeit intensivieren und die Kooperation mit den Regio Kliniken ausbauen, worüber wir uns sehr freuen. „Wir sind dankbar, dass es uns gelungen ist, niemanden abweisen zu müssen, der sich hilfesuchend an uns gewandt hat. Und wir konnten in dringenden Fällen nach wie vor sehr schnell helfen und sind auch bei den anderen Fällen unter einer Wartezeit von vier Wochen geblieben. Das war angesichts der zahlreichen Auflagen und Erschwernisse eine große Herausforderung“, betont Sascha Niemann, Leiter des Fachbereichs Traumazentrum und Beratung.

2021 konnten wir darauf aufbauen, dass wir schon im ersten Corona-Jahr neue Kommunikations- und Kontaktwege gesucht und unser digitales Angebot ausgebaut haben. So waren wir die ganze Zeit ansprechbar für alle Hilfesuchenden, konnten mit unseren Klient*innen gut in Kontakt bleiben und haben Fachkräften vielseitige Hilfestellungen bieten können.

Trotzdem hat sich in dieser Zeit wieder einiges „aufgestaut“. Kinder und Jugendliche haben den Weg nicht zu uns gefunden, weil die Bindeglieder Schulsozialarbeiter*innen, Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte als Ansprechpartner wegfielen. Familien, die durch die Schließungen im Frühjahr besonders belastet waren, sind erst nach und nach beim Jugendamt gelandet, und es hat gedauert, bis sie die benötigte Unterstützung bekommen konnten.

Nach den Öffnungen haben wir dann eine hohe Zahl von Anfragen in allen unseren Fachbereichen beobachten müssen. Viele Schulen haben sich an uns gewandt, weil das Klima in den Klassen belastet war und es in Klassenverbänden verstärkt zu Konflikten und Mobbing gekommen ist, so dass es verstärkt zu anlassbezogenen Anfragen kam, bei denen wir mit einzelnen Klassen an den bestehenden Konflikten gearbeitet haben. Nach den Schulöffnungen konnten wir dann außerdem auch wieder unsere regelhafte Präventionsarbeit aufnehmen. Auch wenn während der Schulschließungen einige Projekte bedauerlicherweise ausfallen mussten, konnten wir mehr Maßnahmen als im Vorjahr durchführen und haben damit über 3000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Unser Fachbereich Erziehungs- und Familienhilfen hat zeitweilig mehr Anfragen vom Jugendamt bekommen, als bearbeitet werden konnten. Auch in unserem Fachbereich Ambulante Rückfallprophylaxe, der sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die sexuell übergriffig wurden, sind die Anfragen deutlich gestiegen, so dass es hier zu längeren Wartezeiten kam als erwünscht. In diesem Bereich haben wir viel mit dem Thema Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen und sog. kinderpornografischem Material zu tun – auch hier spiegelt sich der bundesweite Trend wider – hier kam es zu einer Verdopplung dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr.

In 2021 haben wir unsere Fachstelle Schutzkonzepte weiter ausgebaut. Sie wird über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert durch die Deutsche Fernsehlotterie. Wir unterstützen Einrichtungen dabei, individuell zugeschnittene Schutzkonzepte zu entwickeln und zu implementieren. Damit wird Kindern und Jugendlichen langfristig ein sicherer Ort zum Aufwachsen geboten und sie werden vor sexueller Gewalt und Grenzverletzungen geschützt.

Außerdem haben wir in unserem Wendepunkt Fortbildungszentrum über 200 Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte aus dem frühkindlichen Bildungsbereich, dem Bildungssektor, der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen durchgeführt – darunter auch wieder viele Online-Angebote und Webinare.

„Gerade in der Traumaarbeit ist ein gutes Netzwerk wichtig. Deshalb bieten wir viele Fortbildungen und Angebote für Fachkräfte zu diesen Themen an. Die Fachkräfte müssen erkennen, dass da ein Kind ist, das Hilfe benötigt. In diesem Bereich haben wir über die Jahre eine sehr gute Zusammenarbeit und viel gegenseitiges Vertrauen aufgebaut,“ berichtet Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes.

Foto von links: Sascha Niemann, Dirk Jacobsen

Tätigkeitsbericht 2021