Stärken Sie uns!


Nora ist fünf Jahre alt. Sie ging schon über ein Jahr in den Kindergarten, als ihrer Erzieherin auffiel, dass sie sich plötzlich zurückzog. Früher war Nora schon fröhlich plappernd morgens in die Gruppe gekommen. Jetzt setzte sie sich still an einen Tisch und begann für sich zu malen oder kleine Perlen aufzufädeln. Sie sprach eher einsilbig und manchmal schien sie regelrecht abwesend zu sein. Eines Tages hatten ein paar Jungs in der Gruppe einen heftigen Streit, beschimpften sich lautstark und wurden handgreiflich. Nora fing sofort an zu weinen und versteckte sich im letzten Winkel des Raumes. Sie zitterte am ganzen Körper und brauchte lange, um sich wieder zu beruhigen. Jetzt war die Erzieherin endgültig alarmiert, denn auch Noras Mama verhielt sich in den vergangenen Wochen anders als sonst, sie suchte das Gespräch nicht mehr, sondern brachte und holte ihre Tochter nur mit kurzem Gruß. Selbst auf den Bericht über die Wein-Attacke von Nora reagierte sie nur mit Schulterzucken und zog ihre Tochter schnell nach draußen.

Der Kindergarten wandte sich an den Wendepunkt. Die Erzieherin erfuhr bei einer ausführlichen Fachberatung, wie sie mit dem Kind umgehen konnte. Gleichzeitig wurde ein Gespräch mit der Mutter vorbereitet. Unter der angemessenen Ansprache konnte sich Noras Mutter öffnen und reden. Es war zuhause zu nächtlichen Zwischenfällen gekommen. Der Vater war alkoholisiert und hatte seine Frau bedroht und geschlagen. Nora war durch die Schreie der Mutter aufgewacht und hatte alles mitbekommen.

Im Wendepunkt wurde festgestellt, dass Nora durch diese Erlebnisse traumatisiert war. Für Nora stellte die miterlebte Gewalt ein existentiell bedrohliches Ereignis dar, das sie alleine nicht bewältigen konnte. Nora hatte große Angst. Individuelle Hilfe-Maßnahmen waren jetzt erforderlich: Nora kam in eine Trauma-Kindergruppe des Wendepunktes. Dort lernte sie, wie sie mit belastenden Gefühlen umgehen konnte. Nora geht es inzwischen wieder besser. Sie erlebt die Welt nicht mehr als lebensbedrohlich und kann wieder mit Herausforderungen umgehen. Sie fühlt sich sicher.

Immer mehr Kindergärten, Schulen, Ärzte und aufmerksame Menschen bitten uns um Hilfe bei sexuellem Missbrauch und Gewalt. Unsere Fachkräfte helfen mit Beratung, Einzelfallhilfe, Fortbildungsangeboten und Präventionsveranstaltungen. Es ist noch viel zu tun! Wir wollen weiter arbeiten, um junge Menschen nachhaltig vor Gewalt und Missbrauch zu schützen und in Notsituationen schnell und wirksam zu helfen. Dafür brauchen wir Sie, stärken Sie uns mit Ihrer Spende! Nur mit Ihrer Unterstützung können wir z.B. das Trauma-Projekt finanzieren, in dessen Rahmen auch das Screening und die nachfolgende Hilfe für die 5-jährige Nora erfolgte.

Der Wendepunkt finanziert sich aus öffentlichen Mitteln und aus Spenden. Zu den öffentlichen Förderern unserer Arbeit zählen das Land Schleswig-Holstein, der Hamburger Senat, der Kreis Pinneberg und andere Kreise sowie etliche Städte und Gemeinden. Viele überregionale Organisationen und Unternehmen unterstützen unsere Ziele (u.a. Aktion Mensch, Kroschke Stiftung, Famila, Sparkassen).

Neben diesen Partnern sind es jedoch vor allem auch die Spenden, die wir von Organisationen (z.B. Lions Club, Rotarier, Round Table, Kirchen, Vereine) und Geschäfts- und Privatleuten bekommen – und die uns die Arbeit im Wendepunkt in diesem Umfang und dieser Qualität erst möglich machen!

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Der Wendepunkt ist mit Freistellungsbescheid des Finanzamtes Itzehoe vom 04.07.2012, Steuer-Nr. 18/294/80227, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Bitte geben Sie für die Zusendung Ihrer Spendenbestätigung auf Ihrer Überweisung Ihren Namen, Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort an.