
Frauke Schöffel-Raecke (Foto links) ist neue Leiterin unseres Fachbereichs Familien- und Erziehungshilfen, der die ambulanten Hilfen zur Erziehung sowie die traumafokussierte Erziehungshilfe umfasst. Unterstützt wird sie durch ihre Co-Leiterin Angelika Doritz.
Ihre Vorgängerin, Lena Würger, hat die Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGFPI) übernommen.
In den Erziehungs- und Familienhilfen unterstützen wir im Auftrag des Jugendamtes Kinder, Jugendliche und Familien bei der Bewältigung ihres Alltages, stabilisieren sie in ihrer persönlichen und sozialen Lebenssituation und entwickeln gemeinsam Perspektiven.
Kinder und Jugendliche haben einen Rechtsanspruch auf eine gesunde Entwicklung. Dies sicherzustellen ist sowohl das natürliche Recht als auch die Pflicht der Eltern. Sind diese vorübergehend oder langfristig nicht in der Lage, dem gerecht zu werden, sieht der Gesetzgeber u.a. ambulante Hilfsangebote vor, die Eltern beantragen können.
Nach traumatisierenden Ereignissen kann das gesamte Familiensystem belastet sein – hier unterstützen wir mit der Traumafokussierten Erziehungshilfe.
Frauke Schöffel-Raecke war nach ihrem Studium der Sozialarbeit / -pädagogik viele Jahre im Bereich der frühen Hilfen hier im Kreis Pinneberg tätig und durfte diese mitgestalten. Während dieser Zeit konnte sie mehrere Zusatzqualifikationen erwerben. Seit 2 Jahren ist die gebürtige Elmshornerin im Wendepunkt e. V. bislang im Bereich der traumafokussierten Familienhilfe beschäftigt. Sie ist zertifizierte Traumaberaterin / -pädagogin und befindet sich zurzeit in der Ausbildung zur systemischen Therapeutin.
„Ich mag Menschen, bin sehr neugierig und freue mich über meine neue Aufgabe, unseren Fachbereich Hilfen für Familien mitgestalten können, um passgenaue, für jede Familie individuelle und zielführende Lösungen für alle Beteiligten zu finden.“
Angelika Doritz ist Gestalttherapeutin (DVG), Fachberaterin für Psychotraumatologie (DeGPt) sowie im traumatherapeutischen Verfahren ROMPC® ausgebildet. Abgerundet wird ihr berufliches Profil durch den Heilpraktiker für Psychotherapie und einer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit. Sie hat langjährige Berufserfahrung in der ambulanten und stationären Sozialpsychiatrie und arbeitet seit neun Jahren im Bereich Hilfen zur Erziehung im Wendepunkt.
„Die Kinder stehen unter einem besonderen Schutz der Eltern. Ziel für mich in der Erziehungshilfe ist, die Bindungsfähigkeit zu stärken, Grenzen anzuerkennen und Familien in ihren Entwicklungsprozessen zu begleiten. Es ist mein Anliegen, Familien dabei zu unterstützen, sich aufeinander (wieder) zu be-ziehen und Bedürfnisse anzuerkennen.“
In den vergangenen Monaten mussten wir auch im Bereich der Erziehungs- und Familienhilfe nach neuen Wegen und Möglichkeiten des Kontakts suchen. In den Zeiten, in denen keine Hausbesuche aufgrund der Covid 19 Pandemie möglich waren, fanden Kontakte und Gespräche über Probleme und Belastungen am Telefon oder im Video-Chat statt. Wir haben uns mit den Familien in Ausnahmefällen draußen im Garten oder zu gemeinsamen Spaziergängen getroffen. Auf diese Weise ist es uns gelungen, den Kontakt zu den Familien stets aufrechtzuerhalten, und sie in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen – die Erwachsenen und ebenso die Kinder. Das war sehr wichtig, denn die Situation hatte und hat Auswirkungen auf die ganze Familie: Stress durch die plötzliche räumliche Enge, die Doppelbelastung berufstätiger Eltern und „Homeschooling“, Ängste, Gefühle von Hilflosigkeit und Überforderung bis hin zu existenziellen Nöten durch fehlende Einkünfte. Im vergangenen Jahr waren häufig Kriseninterventionen und Stabilisierung notwendig.









Die Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stammen unter anderem aus Syrien, der Türkei und Kolumbien. Einige von ihnen haben belastende Erfahrungen in ihren Heimatländern oder auf der Flucht gemacht und stehen vor der Herausforderung, in dem neuen Land anzukommen und ihre Identität wiederzufinden.
ürfen die Kinder mit Wasserfarben malen, mit Speckstein, Keramiplast und Sand arbeiten und neue Materialen und Techniken entdecken, die sie aus dem Kunstunterricht noch nicht kennen. Ihre Schatzkisten füllen sie mit Bildern, einem Traumfänger, um böse Träume fernzuhalten, einem Glücksbringer aus Speckstein und Erinnerungen. „Es herrschte teilweise richtig ausgelassene Stimmung, wenn sich die Kinder ausgetauscht und erzählt haben. Und im nächsten Moment waren sie hochkonzentriert bei der Arbeit“, berichtet Vincenz Schüle. „Die Kinder schienen sich jede Woche wieder auf das Projekt zu freuen, obwohl dafür manchmal der geliebte Sportunterricht ausfallen musste.“