Aktuelles

Stark gegen sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen

Beratungsangebote des Wendepunkt e.V. helfen Betroffenen und Fachkräften

Wo hören Doktorspiele auf, und ab wann wird aus sexuellen Handlungen zwischen Kindern übergriffiges Verhalten? Wie sollen sich Pädagogen verhalten, wenn sie von sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen erfahren? Wie können Betroffene geschützt und gestärkt werden, und welche Maßnahmen können übergriffigen Kindern und Jugendlichen helfen, ihr Verhalten zu ändern? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zwei neue Flyer der „Aktion Jugendschutz“. Der Wendepunkt verschickt zurzeit die Broschüren an insgesamt knapp 80 Grundschulen und weiterführenden Schulen im Kreis Pinneberg.

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Wendepunkt begrüßt das neue Präventionsgesetz der Nordkirche

Kirchenrechtliche Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

„Wir unterstützen die Entscheidung der Nordkirche, die Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt kirchenrechtlich zu verankern. Zum Schutz gerade von Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass sich Institutionen ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind und ein klares Schutzkonzept aufstellen“, so Ingrid Kohlschmitt, Leiterin des Wendepunkt e.V.

Die Landessynode der Nordkirche hat auf ihrer Tagung das sogenannte Präventionsgesetz beschlossen. Dabei geht es um den Schutz vor sexualisierter Gewalt sowie um die Einrichtung von Verfahren und Strukturen mit dem Ziel, Gefährdungen oder übergriffiges Verhalten schnellstmöglich zu beenden.

Der Wendepunkt e.V. arbeitet seit vielen Jahren mit verschiedenen Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Vereinen oder Jugendhilfeeinrichtungen und auch einzelnen Gemeinden zusammen, um gemeinsam Schutzkonzepte zur Prävention sexuellen Missbrauchs zu erarbeiten. „Da geht es um die Frage, welche besonderen Risiken gibt es gerade in pädagogischen Arbeitsfeldern und wie kann man verhindern, dass haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Machtposition und Überlegenheit für sexuelle Übergriffe oder anderes Fehlverhalten missbrauchen?“, erklärt Dirk Jacobsen, Leiter der Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch des Wendepunkts. „Wir unterstützen Institutionen dabei, ein klares Interventionskonzept zu entwickeln, das im Falle eines Verdachts auf sexuellen Missbrauch schnell greift und die Opfer schützt. Dabei ist wichtig, dass in solchen Situationen Fachlichkeit und Besonnenheit vorherrschen.“

Die Aufdeckung zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen hat in den vergangenen Jahren viel öffentliches Aufsehen erregt. Im Umgang mit dem Thema gibt es viele Ängste, Unsicherheiten und auch Abwehrreaktionen. „Wir helfen Institutionen dabei, ein ethisches Leitbild zu entwickeln und Verhaltensregeln zu formulieren. Außerdem sollten Kinder und Jugendlichen beteiligt werden an den Prozessen, die sie selbst betreffen, damit vertrauensvoll und angemessen auf ihre Anliegen eingegangen werden kann“, so Jacobsen.

Neben der Prävention und Intervention steht in dem neuen Kirchengesetz auch die Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt im Fokus. Seit einigen Jahren gibt es dazu bereits die UNA – Unabhängige Ansprechstelle für Menschen, die in der Nordkirche sexuelle Übergriffe erlebt oder davon erfahren haben. Sie wurde im Auftrag der Nordkirche vom Wendepunkt ins Leben gerufen. Hierhin können sich Betroffene wenden, die einen Ansprechpartner außerhalb der Institution Kirche suchen.

„Wir würden uns wünschen, dass möglichst viele Institutionen dem Beispiel der Nordkirche folgen und fest verankern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte“, betont Ingrid Kohlschmitt. „Ein klar definiertes Schutzkonzept hilft, Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen vorzubeugen und sichere Orte für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Ein solch einheitliches Konzept sollte zum Beispiel auch für die Schulen festgelegt werden.“

Im Fall eines sexuellen Übergriffes oder auch eines Verdachts können sich Betroffene und Institutionen an die kreisweit tätige Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch des Wendepunkts wenden und dort kostenlose Beratung in Anspruch nehmen.
beratungsstelle@wendepunkt-ev.de, 04121/475730

Unabhängige Ansprechstelle für Menschen, die in der Nordkirche sexuelle Übergriffe erfahren haben:
una@wendepunkt-ev.de, 0800-0220099 (kostenfrei)

Blues und Pop für einen guten Zweck

Benefizkonzert zugunsten des Wendepunkt e.V. war voller Erfolg

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Knapp 150 zahlende Gäste waren in die Dittchenbühne gekommen, um die „Farmers Road Blues Band“ und die junge Newcomer-Band „Just in Time“ zu hören – und damit den Wendepunkt zu unterstützen. Das Fazit aller Beteiligten ist eindeutig: es war ein voller Erfolg!

Der Blues-Frühschoppen zugunsten des Wendepunktes hat eine jahrelange Tradition – nun wurde das Benefizkonzert nach fast zweijähriger Pause neu aufgelegt. Zum ersten Mal in dem besonderen Ambiente der Dittchenbühne, die einen passenden Rahmen für die beiden Bands bot. „Farmers Road“ engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Wendepunkt.

Zum ersten Mal mit dabei: „Just in Time“, die 2016 zur besten Schülerband in Elmshorn gekürt wurden und neben Cover-versionen bekannter Pop- und Rocksongs auch eigene Werke zum Besten gaben. Die Mischung ging auf – es war für jeden etwas dabei, und beide Bands schafften es, ihr Publikum mitzureißen. Sänger Ole Ruge von „Just in Time“ brachte das Publikum zum Mitsingen, die 76jährige (!) Gast-Sängerin Janice Harrington rockte bei ihrem Auftritt mit „Farmers Road“ die Bühne und bewies, dass Musik jung hält, und zum Abschluss gaben die beiden Bands noch einmal Alles in einer spontanen gemeinsamen Session.

Es war eine richtig tolle Stimmung – das machen wir gerne wieder“, so das Fazit von Ingrid Kohlschmitt, Leiterin des Wendepunktes. Nach Abzug aller Kosten kamen ca. 2000,00 Euro an Einnahmen zusammen. Zusätzlich überreichte noch Ilse Mettjes, 1. Vorsitzende des AWO Ortsvereins Tornesch, eine Spende über 400,00 Euro. Wir freuen uns sehr, dass auch der AWO-Ortsverein die Arbeit des Wendepunktes unterstützen möchte! Denn einzelne Bereiche unserer Arbeit werden bedauerlicherweise nicht ausreichend durch öffentliche Mittel gefördert. So hat zum Beispiel gerade die Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz mit einem erheblichen Defizit zu kämpfen. Die Anmeldezahlen von Kindern und Jugendlichen, die dringend Hilfe bei der Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen und Erlebnissen benötigen, sind in 2017 noch einmal gestiegen – und zwar erheblich! Hinzu kommt, dass oft ganze Familien betroffen sind – zum Beispiel durch schwere Krankheiten, Fluchterfahrungen oder andere einschneidende Ereignisse. In allen Fällen ist es unverzichtbar, schnell und kompetent zu intervenieren – doch es fehlt an einer entsprechenden Finanzierungsgrundlage.

Daher hoffen wir neben dem vielen Zuspruch, den wir bei dem Konzert erhalten haben, auf weitere Spenden. Wer helfen möchte, kann hier spenden.

Wir möchten uns nochmal ausdrücklich bei allen Helfern, Unterstützern und Spendern bedanken, die dieses tolle Konzert möglich gemacht haben! Neben den beiden Bands und den Betreibern der Dittchenbühne war das der Vorstand des Wendepunktes mit tatkräftiger Unterstützung des Elmshorner Handballteams. Außerdem haben wir Geld- und Sachspenden erhalten von: Bäckerei Rohwer, Fahrradbörse, hareico, Max-Peter Hell – Effiziente Energie, Holz Junge, Kölln, Musik-Hofer, Provinzial Elmshorn: J.-H. Fock, E.-P. Junge und S. Kreutz, Weinhaus Grönland.

Ein Jahr TiK S-H: Hochbelasteten Kindern mit Traumata frühzeitig helfen

Landesweites Projekt unterstützt seit einem Jahr pädagogische Fachkräfte in der Region

„Ich betreue ein fünfjähriges Mädchen. Das kommt morgens, reißt erstmal alle Spielsachen raus, haut, schreit manchmal ganz laut und zeigt unvorhersehbares Verhalten. Der pädagogische Alltag mit ihr ist eine Herausforderung,“ berichtet Silke Sievers. Sie ist Heilpädagogin und wird von verschiedenen Kindergärten im Raum Elmshorn hinzugezogen, wenn Kinder verhaltensauffällig sind. Sie hat eine neuntägige Schulung im Rahmen des landesweiten TiK-Projektes besucht. Seit einem Jahr unterstützt und berät das Projekt „Traumapädagogikin Kindertagesstätten und Familienzentren“ (TiK) Erzieherinnen und Erzieher im Umgang mit traumatisierten Kindern. Das vom Sozialministerium finanzierte Projekt ist bundesweit einmalig und hat wegweisenden Charakter.

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Traumatisierten helfen – 5. Interdisziplinärer Trauma-Fachtag in Elmshorn

„Schwere Belastungen – Folgen traumatisierender Erfahrungen“

Interventionsansätze in Therapie, Jugendhilfe, Kita und Schule

180 Fachkräfte aus Jugendhilfe, aus Kita und Schule, aus Therapie und Beratung kamen zum diesjährigen Trauma-Fachtag in Elmshorn, um sich über aktuelle Themen und Fragestellungen auszutauschen.

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4. Interdisziplinärer Traumafachtag

ZUGANGSWEGE ERÖFFNEN UND ERHALTEN

Unter dem Thema „ZUGANGSWEGE ERÖFFNEN UND ERHALTEN“ – Neue Entwicklungen in der Trauma-Arbeit – fand am 09.11.2016 der 4. interdisziplinäre Traumafachtag in Elmshorn statt.

Die Vorträge der verschiedenen Referenten werden Ihnen hier online zum Download zur Verfügung gestellt.

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Psychosoziale Versorgung von Flüchtlingen

Vortrag von Dr. Mike Mösko

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe “Psychosozialen Versorgung und Traumaintervention im Netzwerk für Flüchtlinge im Kreis Pinneberg“ fand am 11.07.2016 ein Fachgespräch „Psychosoziale Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland“ am Beispiel Hamburg „Aktuelle Situation und notwendige Entwicklungen“ mit dem Referenten Dr. Mike Mösko vom Universitätsklinikum Hamburg statt.

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3. Interdisziplinärer Traumafachtag

"Verstörte und (Ver)störende Kinder - Traumatisierte Kinder und Jugendliche als Herausforderung im pädagogischen und therapeutischen Alltag"

Unter dem Thema „Verstörte und (Ver)störende Kinder – Traumatisierte Kinder und Jugendliche als Herausforderung im pädagogischen und therapeutischen Alltag“ fand am 11.11.2015 der 3. interdisziplinäre Traumafachtag in Itzehoe statt. Auch in diesem Jahr war er wieder ein voller Erfolg!

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Bundesweite Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“

„Wir wissen heute, dass kaum etwas das Leben eines Menschen so langfristig belasten kann wie sexuelle Gewalt in der Kindheit“, so Johannes-Wilhelm Rörig, der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. „Deshalb ist es unser Ziel, Orte, an denen sich Kinder aufhalten, sicher zu machen – dies gilt für Institutionen ebenso wie für die Familie.“

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