Ambulante Rückfallprophylaxe als "Hilfe zur Erziehung" nach SGB VIII


Sexuell grenzverletztendes Verhalten junger Menschen hat häufig eine Funktion: die Demonstration von Macht und Überlegenheit – und gleichzeitig das Überspielen von Versagensängsten im sozialen Kontakt. Dieses Verhalten hat eine gute Chance, „abtrainiert“ zu werden – und je früher das Training beginnt, umso eher können junge Menschen ihre gesellschaftliche Zukunft wieder erfolgreich gestalten.

Mit unserer differenzierten Diagnostik und unserem mehrstufigen delikt- und sozialkompetenzorientierten Training wollen wir

  • weitere Taten verhindern helfen und damit Opferschutz ermöglichen
  • das Rückfallrisiko junger Menschen verringern und damit sogenannte Täterkarrieren verhindern helfen
  • eine gesunde, gewaltfreie und sozial verträgliche Persönlichkeitsentwicklung der jungen Täter fördern.

Unser Leitsatz lautet: „Wir schätzen dich als Mensch und arbeiten an deinem Handeln – damit du aus deinen Fehlern lernen kannst.“

Unsere Maßnahmen im Bereich der Ambulanten Rückfallprphylaxe (ARP) werden in aller Regel nach einem entsprechenden Hilfeplanverfahren durch ein Jugendamt verfügt und aus Mitteln der Hilfen zur Erziehung (HzE) nach dem SGB VIII finanziert. Dem Angebot liegt eine ausführliche Leistungsbeschreibung zugrunde, die im Wendepunkt abgefordert werden kann. In immer mehr Fällen werden unsere Leistungen auch über die Eingliederungshilfe (SGB XII) finanziert.

Unsere Angebote

Unser Arbeitsbereich umfasst die pädagogisch-therapeutische Arbeit mit sexuell grenzverletzenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hierzu zählen:

  • Diagnostik und Rückfallprognostik
  • Einzel- und Gruppentherapien, auch speziell für Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen
  • therapeutische Betreuung von Wohngruppen

Um ein angemessenes Setting für die sexuell grenzverletzenden Jugendlichen herstellen zu können, bedarf es zunächst der Planung eines mit den entsprechenden Institutionen und den Eltern des Jugendlichen abgestimmten Vorgehens. Wenn diese nicht zu einer einheitlichen Strategie und Einschätzung des Falles gelangen, wird der betreffende Junge die Lücken im Helfer-/Familiensystem nutzen, um sich nicht in Behandlung begeben zu müssen bzw. die Behandlung abzubrechen.

Standort

WENDEPUNKT
Schillerstr. 43
22767 Hamburg
Tel. 040-702987-61
Fax. 040-702987-62
Mail: hamburg (at) wendepunkt-ev.de

AnsprechpartnerInnen

Bernd Priebe (Leitung)
MA Theologe, Sexualpädagoge, Deliktorientierter Tätertherapeut (DGgKV)


Talea Aselage



Roman Hoch
Dipl. Sozialpädagoge (FH), Trauma-Fachberater (DeGPT), Systemischer Berater und Therapeut


Nicole Krampe
Dipl. Psychologe, Systemische Beraterin und Familientherapeutin


Karl-Sören Michaelis
Dipl. Psychologe


Stella Reimers
Dipl. Sozialpädagogin, Mediatorin


Fiona Reinke
Soziologin (B.A.), Master-Studentin Internationale Kriminologie, Therapeutin für Opfergerechte Täterarbeit

Jan Vespermann
Dipl. Sozialpädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (approbiert)