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Unser neu gestalteter Anti-Mobbing-Parcours

Selbst erleben, wie sich Mobbing anfühlt – und lernen, was man tun kann, um zu helfen oder das Geschehen zu stoppen. Das soll unser interaktiver Anti-Mobbing-Parcours den Schüler*innen nahebringen.

Die 5. Klasse der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule Elmshorn hat gerade das Präventionsprojekt des Wendepunktes durchlaufen und dabei auch den Anti-Mobbing-Parcours kennengelernt. Das Thema ist allen leider sehr vertraut. „In der Grundschule wurde ein Mitschüler ständig gemobbt. Er hat viel geweint und schließlich die Schule gewechselt. Ich hatte Angst, mich einzumischen, weil ich dann auch gemobbt werde“, erzählt die 12jährige Lois. Auch ihre Mitschülerinnen können über eigene Erlebnisse berichten.

„Im Schnitt sind es 2 bis 3 Schüler*innen pro Klasse, in der wir die Projekte durchführen, die selbst schon mal Mobbing erfahren haben“, weiß Carolina Schlüter vom Wendepunkt. „Das fängt meist klein an, wird dann immer größer und dann werden zum Beispiel Videos von den Betroffenen gemacht und spezielle WhatsApp-Gruppen gegründet.“ Anke Schulz, Koordinatorin der Präventionsprojekte an der Boje-Schule, ergänzt: „Mobbing gab es schon immer, das ist immer ein Thema an der Schule, aber jetzt gibt es noch andere Kanäle. Durch die digitalen Medien hört das ja nachmittags nicht auf, die Betroffenen haben keine Ruhe mehr. Wenn sich eine solche Situation erstmal verfestigt, dann kann es richtig schiefgehen.“

Um dieses wichtige Thema den Schüler*innen möglichst greifbar nahezubringen, haben wir den Anti-Mobbing-Parcours entworfen. In kleinen Gruppen durchlaufen die Jugendlichen unterschiedliche analoge und digitale Stationen. Sie setzen sich mit den verschiedenen Rollen der einzelnen Beteiligten in einer Mobbingsituation auseinander, erfahren mehr über Zahlen und rechtliche Konsequenzen sowie Hilfsangebote und Anlaufstellen und können in typische Mobbing-Beleidigungen hineinhören, was die verbale Gewalt emotional erfahrbar macht. „Das mit den Kopfhörern, wo wir in die Beleidigungen reinhören konnten, fand ich gut. Weil man da hört, wie sich das anfühlen muss, wenn man gemobbt wird“, sagt die 12jährige Alis.

Der Wendepunkt hat den Anti-Mobbing-Parcours vor zwei Jahren entwickelt und bereits mehrfach und mit sehr positiver Resonanz in Schulprojekten einsetzen können. Dank einer großzügigen Spende der Martha & Heinz-Ulrich Grade-Stiftung von 3.000 € konnten wir den Parcours völlig überarbeiten, technische Geräte sowie neue Gestaltungselemente anschaffen. Stiftungsvorsitzende Angelika Grade-Schielein konnte selbst beobachten, wie der Parcours bei den Jugendlichen ankommt. „Das ist eine sehr lebendige Interaktion – ich bin begeistert, wie das angenommen wird und wie viele Informationen dabei vermittelt werden. Die Gruppe wird durch den Parcours gestärkt.“

Alis, Lois und die anderen sagen, sie wissen jetzt besser, wie sie helfen können. Denn am stärksten sind nicht diejenigen, die mobben. Sondern die größte Gruppe: die der Zuschauer. „Die begreifen sich in der Regel nicht als Gruppe. Aber wenn die was machen und eingreifen, dann können sie was bewirken. Wir versuchen, die Jugendlichen zu stärken und sie in die Verantwortung zu nehmen“, sagt Carolina Schlüter.

Alle 5. Klassen der Boje-Schule durchlaufen diese Woche das Projekt.

Ein herzliches Dankeschön an die Grade-Stiftung!

Foto: Björn Schünemann (Schulsozialarbeiter), Anke Schulz, Angelika Grade-Schielein, Carolina Schlüter, Heike Scheffler (Schulkoordinatorin), Bianca Tietz (Leiterin des Fachbereichs Prävention im Wendepunkt)

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