
In den Ferien haben wir Jugendliche aus unseren Erziehungshilfen eingeladen, mit uns auf eine künstlerische Entdeckungsreise zu gehen. Gemeinsam wurde die Geschichte eines Adlers gelesen, der auf einem Hühnerhof aufwächst. In der engen Umgebung hat der große Vogel nie gelernt, zu fliegen, und er muss in neue Erfahrungswelten aufbrechen, um sein wahres Potential zu entdecken.
Auf einer großen Papierbahn haben die Jugendlichen anschließend ihnen wichtige Momente und Aussagen der Geschichte in Bilder umgesetzt. Dabei wurde deutlich, wie individuell die Wahrnehmung ist. In einem zweiten Schritt waren die Jugendlichen eingeladen, den eigenen Bereich zu verlassen und sich auf der gemeinsamen Papierbahn zu bewegen. Mit Neugierde und Vorsicht entdeckten sie die Zeichenräume der Anderen.
Zuletzt durften sich alle einen kleinen Ausschnitt auswählen, ihn kopieren und dann weiterbearbeiten. Durch die Kopie konnten die Jugendlichen Vielfalt ausprobieren und dazu nutzen, einmal durch die Brille einer anderen Person zu gucken und diesen Ausschnitt ihrem gestalterischen Befinden nach weiterzuentwickeln. Dabei konnten die verschiedensten Materialien und künstlerischen Arbeitsmittel eingesetzt werden.
Die Geschichte ließ sich gut auf das eigene Leben transferieren – manchmal verhindern Einwirkungen von außen, unsere Qualitäten und Fähigkeiten voll zu entfalten, manchmal muss man erst den Kreis destruktiver Beziehungen verlassen, um sich weiterzuentwickeln und manchmal braucht es jemanden, der bedingungslos an einen glaubt.
Die Jugendlichen haben sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt und hatten viel Spaß an den Experimenten und der Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und den Perspektiven der anderen.
In Assoziation zu dem Bild schrieben sie zum Abschluss Satzanfänge wie „Ich kann, ich würde, ich wünsche, ich vermute, ich will nicht …“ als unterschiedliche Perspektiven auf ihren eigenen Bezugsraum zur Umwelt auf.
Ein schöner Nachmittag, reich an Unterschieden und Gemeinsamkeiten und viel Bereitschaft, die Zwischenräume darin gemeinsam zu entdecken.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei „Appen musiziert – Keine Gewalt an Kindern“ für die Spende, durch die wir immer tolle Materialien für die Aktionen kaufen können!
