
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat auch im vergangenen Jahr weiter zugenommen. 2025 wurden bundesweit 18.365 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen angezeigt. In Schleswig-Holstein waren es 515 Fälle. Und die Dunkelziffer wird weitaus höher liegen.
Hinzukommen sexualisierte digitale Gewalt, Missbrauchsdarstellungen und sexualisierte Grenzverletzungen unter Gleichaltrigen.
Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche durch Präventionsarbeit zu sensibilisieren und stark zu machen. Dazu bieten wir seit vielen Jahren im Kreis Pinneberg Projekte an den Schulen an. Die mehrstündigen Unterrichtseinheiten werden ohne Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit durchgeführt. Es gibt vorbereitende Fachgespräche mit den Lehrkräften, die der Sensibilisierung für die Thematik dienen und die Lehrkräfte darin stärken, für ihre Schüler*innen kompetente Ansprechpersonen zu sein. Es werden sowohl Möglichkeiten der Prävention von sexuellem Missbrauch als auch die Vorgehensweise bei einem Verdacht erläutert. Hinzu kommen noch begleitende Elternabende.
„Wir finden diese Arbeit sehr wichtig – jedes einzelne Kind zählt,“ betont Angelika Grade-Schielein, Vorsitzende der Martha und Heinz-Ulrich Grade-Stiftung. „Bei den Kindern muss ein Bewusstsein für dieses Thema geschaffen werden – dass sie erkennen, wenn etwas nicht in Ordnung ist, dass sie wissen, wo sie sich Hilfe holen können und dass sie sich trauen, etwas zu sagen.“
Deshalb unterstützt die Grade-Stiftung auch in diesem Jahr unsere Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt mit 5.000 Euro. Die Projekte werden überwiegend durch freiwillige Zuschüsse einzelner Städte und Gemeinden und einen Selbstkostenanteil der Schulen finanziert – was aber oft nicht ausreicht. „Dann helfen die Spendengelder aus und wir können Projekte durchführen, die sonst nicht möglich wären. Deshalb sind wir für die Unterstützung durch die Grade-Stiftung sehr dankbar“, sagt Wendepunkt-Geschäftsführer Dirk Jacobsen.
Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 86 Präventionsprojekte gegen sexuelle Gewalt im Kreis Pinneberg durchgeführt und damit über 2.000 Schüler*innen erreicht.
„In den Grundschulen geht es bei unseren Projekten vor allem um das Thema „Mein Körper gehört mir“, um Grenzwahrnehmungen und die Frage, wie kann ich mir Hilfe holen“, erklärt Bianca Tietz, Leiterin des Fachbereichs Prävention. „In den weiterführenden Schulen geht es zunehmend auch um sexuelle Gewalt im digitalen Raum. Da ist es ganz wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie nicht selbst schuld sind, wenn ihnen etwas zugeschickt wird oder ein Kontakt plötzlich übergriffig wird. Und ihnen zu vermitteln, wie sie sich schützen können.“
Die Grade-Stiftung unterstützt seit 2001 jedes Jahr verschiedene Projekte im Kreis Pinneberg im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Foto:
Bianca Tietz, Fachbereichsleiterin Prävention im Wendepunkt e.V.
Angelika Grade-Schielein, Vorstandsvorsitzende der Grade-Stiftung
Dirk Jacobsen, Geschäftsführer des Wendepunktes
#Prävention #KeineGewalt #Wendepunktev #SozialeArbeit
