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Schulische Gewaltprävention
 
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Schulische Gewaltprävention im Kreis Pinneberg



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Das vorliegende Sozialkompetenztraining ist ein reines Gruppenangebot . Es richtet sich an Grundschulkinder beiderlei Geschlechts im Alter von 7 bis maximal 11 Jahren, die durch oppositionelles Trotzverhalten bis hin zu einer massiven Störung des Sozialverhaltens auffallen.


Aufbau der Gruppe und Rahmenbedingungen

Je nach Altersgruppe werden die Kinder geschlechtsheterogenen bzw. geschlechtshomogenen Gruppen zugeordnet. So durchlaufen Mädchen und Jungen ab einem Alter von zehn Jahren nur in geschlechtshomogenen Gruppen das Training. Damit soll verhindert werden, dass die Trainingsinhalte und -ziele durch eventuell auftretende Pubertätskonflikte überlagert werden.

Des Weiteren sollte bezüglich der Lernvoraussetzungen größtmögliche Homogenität in der Gruppe vorherrschen. So könnte ein guter Schüler der 3. Klasse durchaus mit einem etwas lernschwächeren 4.Klässler zusammen in eine Gruppe eingebunden werden.

Zu beachten ist weiterhin eine Heterogenität der aggressiven Erscheinungsformen in der Gruppe. Sind sich die Kinder in ihren aggressiven Verhaltensweisen zu ähnlich, z.B. zwei Jungen zeigen offene, körperliche Aggression, könnte dies schnell zur einer Konkurrenzsituation innerhalb der Gruppe führen.

Die Gruppengröße beläuft sich auf maximal sechs Kinder pro Gruppe, die von zwei Fachkräften geleitet wird. Bei einer größeren Gruppenstärke ist ein  konzentriertes und gesteuertes Arbeiten mit Kindern dieser Zielgruppe nur noch schwer möglich.

Vor Beginn des Trainings finden mit den Kindern, ihren Eltern und den jeweiligen Lehrkräften Einzelgespräche statt. Dies dient, neben einem ersten Kennen lernen, in erster Linie dazu, sich aus verschiedenen Perspektiven einen Überblick über das Verhalten des Kindes zu verschaffen. Weitere therapeutische Einzeltermine mit den Kindern finden nicht statt, da es sich um ein reines Gruppenangebot handelt. Mit den Eltern findet noch ein Treffen nach Abschluss des Trainings statt. Ergibt sich allerdings im Laufe des Trainings weiterer Gesprächsbedarf, kann natürlich ein zusätzliches Elterngespräch vereinbart werden. Auch mit den Lehrkräften werden 1-2 Treffen, bei Bedarf auch mehr, vereinbart, um in einem engen Austausch über das Verhalten des Kindes zu sein.
Ziele

Das vordringliche Ziel des Gruppentrainings ist es, den Kindern Verhaltensalternativen zu ihrem bisherigen aggressiven Verhaltensmuster aufzuzeigen. Sie sollen sozial kompetentes Verhalten erlernen und dieses in ihrem Alltag umsetzen. Damit können sie im zwischenmenschlichen Umgang ihr Bedürfnis nach Zuwendung, Anerkennung und verschiedenen Sozialkontakten auf akzeptierte Art und Weise befriedigen. Besonders Kinder in der vierten Schulklasse erhalten mit

Hilfe des Trainings die Möglichkeit, vor dem Eintritt in eine neue Schule ihre Verhaltensprobleme zu minimieren und somit unbelasteter in ihre weitere Schullaufbahn zu starten. Aber auch Schüler der 2.Klasse, die in vielen Schulen erst zum dritten Schuljahr, von einer gemeinsamen Eingangstufe in eine neue Klasse „starten“, bietet das Training die Möglichkeit, Verhaltensauffälligkeiten zu ändern und sozial kompetentes Verhalten zu erlernen.

Um die oben benannten Ziele zu erreichen, beschreiben Petermann und Petermann (a.a.O) verschiedene Stufen, die auf das vorliegende Trainingsmanual übertragen wurden.

So sollen die Kinder:

  • durch verschiedene Entspannungsübungen zu mehr innerer Ruhe finden und somit eventuell vorhandene Erregung abbauen.
  • am Ende des Trainings über eine differenzierte Wahrnehmung verfügen.
  • angemessene Selbstbehauptung als sozial akzeptierte und positive Form von Aggression erleben.
  • helfendes Verhalten als aggressionshemmende Verhaltensweise erlernen.
  • ihre Fähigkeiten erweitern, das eigene Verhalten selbst zu kontrollieren.
  • mit Hilfe von Rollenspielen ihre Empathiefähigkeit verbessern, so dass sie die Folgen ihres Verhaltens für andere Menschen besser einschätzen können.

Des Weiteren soll das Verhaltenstraining grundsätzlich dazu dienen, Gründe für das Verhalten der Kinder zu erkennen und ihnen bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten helfen. Sollten sich die Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes im Laufe des Trainings allerdings als zu gravierend für das Gruppenangebot herausstellen, ist es die Aufgabe der Therapeuten, an andere geeignetere Hilfen weiter zu vermitteln, z.B. psychiatrische Dienste, Familienhilfen.